Zur Merkliste hinzufügen
Zurück

 

49827-01 - Seminar: Selbstgemachte Staaten: Politisches Handeln in Netzgemeinschaften 3 KP

Semester Herbstsemester 2017
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Kathrin Passig (kathrin.passig@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Wenn ein Auto beim Rechtsabbiegen beinahe einen Fussgänger überfährt, wer trägt dann die Schuld: Autofahrer oder Fussgänger? Dem schwedischen Verkehrssicherheitsfachmann Matts-Åke Belin zufolge können beide nichts dafür: Schuld ist der Designer der Kreuzung. Vieles, was sich in Netzgemeinschaften – kollaborativen Projekten, Diskussionsplattformen, Facebookgruppen, Gamercommunities – beobachten lässt, gleicht dem Geschehen auf so einer schlecht designten Kreuzung:
Es treten immer wieder ähnliche Konflikte auf, den Beteiligten fallen ähnliche Lösungsvorschläge ein, und diese Lösungsvorschläge führen zu neuen vorhersehbaren Konflikten. Da sich die Probleme so gleichen, entstehen sie offenbar nicht durch boshafte oder inkompetente Teilnehmer, sondern sind die Folgen bestimmter Weichenstellungen.
“Code is Law”, Programme sind Gesetze, mit dieser Aussage wird der US-Verfassungsrechtler Lawrence Lessig bis heute viel zitiert. Gleichzeitig herrscht ein merkwürdiges Desinteresse an konkreten Fragen der Auswahl und politischen Gestaltung von Software, Plattformen und Regelwerken. Auch innerhalb der Netzgemeinschaften wird das interne Geschehen selten thematisiert und noch seltener als Politik begriffen. Die meisten Netzgemeinschaften sind auch in ihrem eigenen Selbstverständnis keine Orte, an denen Politik betrieben wird. Aber politisches Handeln findet auch dort statt, wo man es nicht so nennt. Und die so getroffenen Entscheidungen haben nicht nur Folgen für die Zusammenarbeit in Netzprojekten. Sie wirken auf den Rest der Welt zurück.
Lernziele Im Seminar geht es einmal nicht um die Frage, wie Staaten das Netz regulieren sollten oder wie Facebook sich ändern müsste, sondern darum, wie jede Einzelne bei Gründung und Betrieb einer Katzenbildercommunity vor ähnlichen Herausforderungen steht wie bei Gründung und Betrieb eines Staates. Vorkenntnisse in Politikwissenschaft und verwandten Fächern sind hilfreich, aber nicht erforderlich. Ideal wären eigene Erfahrungen mit Netzgemeinschaften, Interesse am Thema reicht aber aus.

 

Teilnahmebedingungen Abgeschlossenes Grund-/Basisstudium GTM.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall 14-täglich
Datum 29.09.2017 – 22.12.2017
Zeit Freitag, 10.15-14.00 Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Datum Zeit Raum
Freitag 29.09.2017 10.15-14.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Freitag 13.10.2017 10.15-14.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Freitag 27.10.2017 10.15-14.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Freitag 10.11.2017 10.15-14.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Freitag 24.11.2017 10.15-14.00 Uhr Dies Academicus
Freitag 08.12.2017 10.15-14.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Freitag 22.12.2017 10.15-14.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Module Modul Aufbaustudium Grundlagentheorien der Medienwissenschaft (Bachelor Studienfach Medienwissenschaft)
Modul Grundlagentheorien der Medienwissenschaften 2 (Bachelor Studienfach Medienwissenschaft (Studienbeginn vor 01.08.2012))
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen keine Wiederholung
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Medienwissenschaft

Zurück