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57059-01 - Proseminar: Literatur und Gerücht. Kommunikationskrisen von Kleist bis Kafka 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2020
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Lea Liese (lea.liese@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Lange vor Phänomenen wie „Fake News“ oder „alternative facts“ im so ausgerufenen postfaktischen Zeitalter plädierte Achim von Arnim als Herausgeber des Preußischen Correspondenten 1813 für eine Aufnahme von Gerüchten in Zeitungsmedien. Aber nicht nur für die politische Publizistik spielte die Korrumpierung medial vermittelter Informationen im Krieg gegen Frankreich eine Rolle. Insbesondere Kleist inspirierte das Prinzip „Hörensagen“ für die Konzeption seiner literarischen Binnenkommunikation. Hier demontiert das Gerücht die Auffassung von Kommunikation als unbeschadeten Nachrichtenaustausch zugunsten eines interaktiven und störanfälligen Modells. Das Proseminar möchte überprüfen, inwiefern dieser vermeintliche Ausnahmezustand einer krisengesteuerten Kommunikation vielmehr den nachrichtentechnischen Normalfall abbildet. Dafür untersucht es Formen und Funktionen des „Gerüchthaften“ in der Literatur der Moderne von der Spätromantik bis ins 20. Jahrhundert. Neben Kleist liegen weitere Schwerpunkte auf dem Zusammenhang von Klatsch und Stigmatisierung in gesellschaftskritischen Erzählungen des Realismus sowie – vor dem Hintergrund medientechnischer Innovationen/Verwirrungen um 1900 – auf der literarischen Modellierung von Gerüchten als (Stör-)Geräusch, Rauschen.
Lernziele Die Studierenden erarbeiten sich literatur- und medienwissenschaftlich relevante Zugänge zu exemplarischen Texten im Kontext ihrer Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte sowie im Spiegel der aktuellen Forschung. Das Proseminar befähigt zum eigenständigen Verfassen einer Proseminararbeit.
Literatur Kleist: Die Familie Schroffenstein, Robert Guiskard und Die Hermannsschlacht sowie ausgewählte Texte in den Abendblättern; Theodor Fontane: Unterm Birnbaum; Wilhelm Raabe: Horacker; Franz Kafka: Das Schloss sowie ausgewählte Erzählungen, z.B. Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse sowie Eine kaiserliche Botschaft. Zur theoretischen Vorbereitung: Michel Serres: Der Parasit

 

Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall wöchentlich
Datum 20.02.2020 – 28.05.2020
Zeit Donnerstag, 10.15-12.00 Deutsches Seminar, Seminarraum 4
Datum Zeit Raum
Donnerstag 20.02.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, Seminarraum 4
Donnerstag 27.02.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, Seminarraum 4
Donnerstag 05.03.2020 10.15-12.00 Uhr Fasnachtsferien
Donnerstag 12.03.2020 10.15-12.00 Uhr Soziologie, Hörsaal 215
Donnerstag 19.03.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 26.03.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 02.04.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 09.04.2020 10.15-12.00 Uhr Ostern
Donnerstag 16.04.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 23.04.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 30.04.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 07.05.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 14.05.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Donnerstag 21.05.2020 10.15-12.00 Uhr Auffahrt
Donnerstag 28.05.2020 10.15-12.00 Uhr Deutsches Seminar, online class
Module Modul: Grundstudium Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Bachelor Studienfach Deutsche Philologie)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft

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