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| Semester | Frühjahrsemester 2017 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | Matthias Wittmann (matthias.wittmann@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Michel Foucault (1926-1984) hat seine Methode der 'Archäologie' und der 'Diskursanalyse' stets in den Zusammenhang einer Beschäftigung mit dem Archiv gestellt: 'Unter Archiv verstehe ich die Gesamtheit der tatsächlich geäuβerten Diskurse.' Was jedoch häufig in Vergessenheit gerät: Foucaults Denken war vor allem auch eine 'Kunst des Sehens' (Rajchman), die von visuellen Konfigurationen – Tafelbildern, Trugbildern, Fotografien, Schrift-Bild-Relationen, auch Film – ausging, das Archiv als audiovisuelles Archiv begriff und somit das Sagbare immer auch im Spannungsverhältnis zum Sichtbaren sah. 'Aussagen' verweisen auf nicht-diskursive Milieus, auf Räume, Anordnungen und Perspektiven, die zu sehen geben: 'Alles Wissen geht von einem Sichtbaren zu einem Sagbaren und umgekehrt; und dennoch gibt es keine gemeinsame totalisierende Form […]. Was man sieht liegt nie in dem, was man sagt, und umgekehrt.' (Deleuze über Foucault) Hinzu kommt, dass 'Voir' (Sehen), 'savoir' (Wissen) und 'pouvoir' (Macht) in Foucaults Theorie in engem Zusammenhang stehen, da im Sichtbaren sich Praktiken und Regeln der Wahrheits- und Wissensproduktion manifestieren. Schon in seiner frühen Archäologie des ärztlichen Blickens 'Die Geburt der Klinik' (1963) ist Foucault der Utopie eines 'sprechenden Auges' auf der Spur. In seiner ökonomisch-politisch orientierten Analyse des 'Panoptismus' (aus 'Überwachen und Strafen', 1975) sollte diese Beschäftigung mit dem Zusammenhang von Blick, Raum und Macht einen Höhepunkt finden. Das Lektüreseminar bietet nicht nur Gelegenheit, die Rolle des Bildes und des Risses zwischen dem Sichtbaren und Sagbaren im materialen Denken von Foucault zu rekonstruieren – wobei insbesondere dessen Schriften zur Kunst im Zentrum stehen werden –, sondern gibt im zweiten Teil des Seminars die Möglichkeit, Diskursanalysen des Visuellen selbst durchzuführen und an verschiedensten, auch filmischen Oberflächen auszuprobieren. |
| Literatur | Zur Einführung empfohlen: Peter Gente (Hg.): Foucault und die Künste, Frankfurt/Main 2004. |
| Bemerkungen | Das Seminar findet regulär von 14:15 - 16:00 Uhr statt; das folgende Zeitfenster (16:15-18:00 Uhr) ist für gelegentliche Filmsichtungen reserviert, die vor allem in der zweiten Hälfte des Seminars stattfinden werden. |
| Teilnahmevoraussetzungen | Abgeschlossenes Grund- / Basisstudium WAH / AES. |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|
Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
| Module |
Modul Aufbaustudium Medienästhetik (Bachelor Studienfach: Medienwissenschaft) Modul Forschungsorientiertes Studium (Master Studienfach: Medienwissenschaft) Modul Medienästhetik MA (Master Studienfach: Medienwissenschaft) Modul Wahrnehmung 2 (Bachelor Studienfach: Medienwissenschaft (Studienbeginn vor 01.08.2012)) Modul Wahrnehmung 3 (Master Studienfach: Medienwissenschaft (Studienbeginn vor 01.08.2013)) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Medienwissenschaft |