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41825-01 - Proseminar: Fernsehkultur im Wandel - Am Beispiel von (Scripted) Reality-TV 3 KP

Semester Herbstsemester 2017
Angebotsmuster unregelmässig
Dozierende Daniel Klug (daniel.klug@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Reality-TV ist im täglichen Fernsehprogramm allgegenwärtig und dominiert vor allem bei den Privatsendern (RTL, RTL2, Sat.1, VOX, Kabel eins) die Nachmittagsprogramme. Die Ursprünge des Reality-TVs liegen in der Dokumentation scheinbar alltäglicher Lebenswelten von privaten Menschen. Erste Reality-Formate waren Dokumentation von Verbrechensbekämpfung (z.B. Cops (USA), Notruf (D)) und diverse Talk-Shows (z.B. Jerry Springer (USA), Hans Meiser (D)). Doku-Soaps behandeln nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche und sind dramaturgisch und narrativ meist um zentrale (zwischen-)menschliche, familiäre und/oder berufliche Konflikte herum konstruiert (z.B. Die Super Nanny, Frauentausch, Raus aus den Schulden etc.). Reality-Shows sind zusätzlich kompetitiv ausgerichtet (z.B. Big Brother, DSDS, GNTM etc.). Die neueste und derzeit populärste Variante sind Scripted Reality-Formate, in denen LaiendarstellerInnen gänzlich fiktionale Geschichten „spielen“, die dann in der filmischen Ästhetik dokumentarischer Reality-Formate präsentiert werden (z.B. Verdachtsfälle, Berlin – Tag & Nacht etc.).
Allgemein kennzeichnend für die Gattung des Reality-TV ist die mediale Konstruktion der Vermischung von Fakt und Fiktion zu sogenanntem „factual entertainment“ oder „faction“ (zusammengesetzt aus ‚fiction‘ und ‚fact‘). Reality-TV-Formate zeigen in der Regel reale Menschen in zukunftsoffenen und folgenhaften Situationen, die nicht selten einzig aufgrund der Produktion eines entsprechenden Reality-TV-Formats herbeigerufen werden.
Das Seminar behandelt den Phänomenbereich Reality-TV aus unterschiedlicher Perspektive, u.a.:
- formathistorische Aspekte des Genres
- gesellschaftliche Funktion und Relevanz der vermittelten Sendungsinhalte
- Diskussion medienwissenschaftlicher und mediensoziologischer Ansätze
Dabei werden verschiedenste Materialien herangezogen, um einen umfassenden Einblick in das Phänomen (Scripted) Reality-TV zu bekommen, u.a.:
- fernsehwissenschaftliche Theorien zu Realität und Fiktion
- exemplarische Analysen zu Reality-TV-Sendungen
- Studien zu Aspekten der Rezeption
- Pressekommentare
- Social Media
Die Bearbeitung und die kritische Diskussion der unterschiedlichen Perspektiven erfolgt v.a. über gemeinsame Literaturarbeit im Seminar, über Inputs durch Referate und über kurze Analysen von und Arbeiten mit Sendungsmaterial und umgebenden Medien (z.B. Facebook).
Literatur zur Orientierung:

Klaus, E.; Lücke, S. (2003): Reality TV – Definition und Merkmale einer erfolgreichen Genrefamilie am Beispiel von Reality Soap und Docu Soap, in: Medien & Kommunikationswissenschaft, 51/2, 195–212.

Klug, D.; Schmidt, A. (2014): Scripted Reality-Formate im deutschsprachigen Fernsehprogramm. Trinationale Programmanalyse und Konzeption einer kombinierten Produkt- und Produktionsanalyse". In: Studies in Communication Sciences, 14(2014), S. 108-120.

Weitere Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Weblink Weiterführende Informationen:

 

Teilnahmebedingungen wissenschaftliches Interesse an der Auseinandersetzung mit Reality-TV
Kritisches Hinterfragen und gemeinsames Diskutieren
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall wöchentlich
Datum 20.09.2017 – 20.12.2017

Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.

Module Modul Basisstudium Medien, Kommunikation, Gesellschaft (Bachelor Studienfach Medienwissenschaft)
Modul Gesellschaft und Politik 1 (Bachelor Studienfach Medienwissenschaft (Studienbeginn vor 01.08.2012))
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung aktive Beteiligung an Diskussionen
lesen und bearbeiten der Seminarliteratur
Übernahme von Referat bzw. anderen Inputs
konstante, v.a. geistige Anwesenheit
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Medienwissenschaft

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