Zurück zur Auswahl
| Semester | Herbstsemester 2018 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | Simon Aeberhard (simon.aeberhard@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Unser Begriff von Literatur ist in seinem Kern von Medien geprägt: Erst durch die Erfindung des Drucks, welcher die Handschrift abgelöst hat, konnten literarische Texte jene Buchförmigkeit annehmen, die bis heute unsere Alltagsvorstellung von Literatur prägt – mit einer Reihe von Implikationen und Restriktionen übrigens, die auch ganz anders möglich wären und deren wir uns für gewöhnlich nicht bewusst werden (Buchhandel und Markt, Etablierung von Autorschaft, Paratextualität, Bibliothek, Linearität des Textes im dreidimensionalen Buchkörper etc.). Nach ersten Einsätzen im frühen 20. Jahrhundert, wo antike Epen, aber auch zeitgenössische Volkslieder auf ihre Voraussetzungen in der Mündlichkeit zurückgeführt wurden, haben sich in den Literaturwissenschaften seit den 80er Jahren theoretische Ansätze ausgebildet, welche die zunächst orale, dann chirographische und später typographische Verfasstheit von Literatur (ebenso wie deren Mischformen) konsequent im Zusammenspiel mit ihrer erweiterten medialen Umgebung zu lesen anleiten. Besonders im 20. Jahrhundert hat eine ganze Reihe von Medienumbrüchen stattgefunden, die auch die Produktions-, Zirkulations- und Rezeptionsweisen von Literatur mehr oder weniger direkt betreffen: Telefon (1875), Phonograph (1877) und Grammophon (ab 1887), Stummfilm (1895), Lichttonfilm (1922), Tonfilm (1948) und Dolby Stereo (1976), Radio (1922), Fernsehen (1929) und Farbfernsehen (1967), Video (1963), VHS (1978) und DVD (1996), Tonband (1945) und CD (1981), Internet (ab den 1990ern) usw. Wie reagiert das literarische System auf diese technischen Entwicklungen und Erfindungen, die nicht nur die Lebenswelt neu strukturieren und der Literatur neue Wege der Verbreitung eröffnen, sondern auch neue Konfigurationen von Sprache und Textualität möglich machen? Wie haben diese Geräte das Gattungssystem von Literatur affiziert: Wie verändert das etablierte Kino Dramenschreibweisen, welchen Einfluss hat das Radio auf spoken word-Formen? Warum, schliesslich, sind zudem die digitalen Aufzeichnungs-, Speicher- und Verbreitungswege von Literatur auch nach der digitalen Revolution noch immer auf (Simulationen von) Buchmedialität fixiert? Diesen Fragen geht das Seminar entlang von kanonisierten Theorietexten bis zu aktuellster Forschung nach. Vom 11. bis 13. Oktober 2018 findet in Basel eine Tagung unter dem Titel "Mediale Poetologien der Literatur" mit internationalen Expertinnen und Experten statt, die wir gemeinsam besuchen werden. |
| Lernziele | Die Studierenden lernen die jüngere Geschichte und die aktuelle Theorielandschaft der medientheoretisch inspirierten Literaturwissenschaft kennen. Sie erwerben Kenntnisse in Mediengeschichte und lernen, literarische Texte im Kontext ihrer medienhistorischen Entstehungsbedingungen zu interpretieren. Von hier aus werden im Seminar weiterführende Fragestellungen entwickelt. |
| Literatur | Eine genaue Liste der zu behandelnden Forschungsliteratur wird zu Semesterbeginn gemeinsam festgelegt. Bitte notieren Sie sich ihre Wünsche! Als Einführung ins Thema ist nach wie vor inspirierend: Friedrich A. Kittler: Grammophon Film Typewriter. Berlin: Brinkmann & Bose 1986. |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|
Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
| Module |
Modul Deutsche Literaturwissenschaft: Forschungsorientiertes Studium (Master Studienfach: Deutsche Literaturwissenschaft) Modul Deutsche Literaturwissenschaft: Grundwissen Master (Master Studienfach: Deutsche Literaturwissenschaft) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Slavistik) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Englisch) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Deutsche Philologie) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Französistik) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Hispanistik) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Italianistik) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Deutsche Literaturwissenschaft) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Latinistik) Modul Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Nordistik) Modul Literatur im Zusammenspiel der Künste und Medien (Master Studiengang: Literaturwissenschaft) Modul Literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung (Master Studiengang: Literaturwissenschaft) Modul Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Master Studienfach: Deutsche Philologie) Wahlbereich Master Deutsche Philologie: Empfehlungen (Master Studienfach: Deutsche Philologie) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| Hinweise zur Prüfung | Regelmäßige Teilnahme, Übernahme von Referaten und/oder schriftlichen Arbeitsaufträgen. |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft |