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53586-01 - Forschungsseminar: Die Geschichtlichkeit der Geschichtswissenschaft: Zum Historismusproblem in den Altertumswissenschaften 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2019
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Marc-Antoine Kaeser (ma.kaeser@unibas.ch)
Hans-Hubertus Münch (hubertus.muench@unibas.ch, BeurteilerIn)
Wilfried Nippel (wilfried.nippel@unibas.ch)
Inhalt In diesem Semester werden vom Doktoratsprogramm des Departements Altertums-wissenschaften vier Workshops zum Thema der Geschichtsgebundenheit der Altertumswissenschaften angeboten. Es geht dabei um die Frage, wie Paradigmen und Perspektiven, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelt wurden, unsere heutige Forschung (noch immer?) beeinflussen.

Das Doktoratsprogramm des Departements Altertumswissenschaften konnte für die vier Workshops zwei ausgewiesene Experten zu diesem Thema gewinnen: Prof. Dr. Wilfried Nippel (Humboldtuniversität Berlin) und Prof. Dr. Marc-Antoine Kaeser (Universität Neuchâtel / Laténium).

Die Workshops sind als Diskussionsrunden geplant, in denen ausgewählte Texte gemeinsam besprochen und in Hinblick auf die Forschungspraxis und Entwicklung der altertumswissenschaftlichen Fächer besprochen werden. Der zweite Workshop von Prof. Kaeser wird ins Laténium führen (s. unten).

Entsprechend dieser vielseitigen Ausrichtung richten sich die Workshops auch an alle Doktorierenden der Altertumswissenschaften. Für MA-Studierende stehen eine begrenze Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Bei Interesse wird um eine Anmeldung beim Koordinator des Doktoratsprogramms, Dr. H.-H. Münch gebeten (hubertus.muench@unibas.ch).

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Prof. Dr. Wilfried Nippel, Humboldtuniversität Berlin

Max Weber und die Antike im universalhistorischen Vergleich

Zwei Blockkurse (Fr., 01. März & Fr., 22. März; beide im Rosshof)


Die Beschäftigung mit Max Webers Werk hat seit einigen Jahrzehnten bereits Hochkon-junktur. Sie gilt nicht mehr allein der Wissenschaftstheorie, Religionssoziologie, und der Kategorienlehre von „Wirtschaft und Gesellschaft“, sondern nunmehr dem gesamten Werk. Man liest Weber nicht mehr primär als Gründervater der Soziologie (die es als akademisches Fach zu seiner Zeit noch gar nicht gab), sondern bemüht sich intensiv um die Klärung der werkgeschichtlichen Zusammenhänge. Es geht um die Fragen der inneren Einheit oder der Brüche in dem Riesen-Torso, den Weber hinterlassen hat; um die Materialien und Problemstellungen, die er aus den Diskussionen der Nationalökonomie, Rechts-, Altertums-, Geschichts-, Religionswissenschaft und Philosophie seiner Zeit gewonnen hat. Damit ist viel stärker auch wahrgenommen worden, welche wichtige Rolle die Auseinandersetzung mit der Antike im Weberschen Werk einnimmt. Weber hat aber keine geschlossene Theorie der Antike vorgelegt, sondern sich diesem Gegenstand mit Konzeptionen unterschiedlicher Reichweite und unter wechselnden methodologischen Prämissen und universalhistorischen Vergleichsperspektiven genähert. Ein erfolgversprechender Anschluss an Weber setzt voraus, dass man die unterschiedlichen werk- wie forschungsgeschichtlichen Zusammenhänge, in denen seine für die Alte Geschichte einschlägigen Modellbildungen stehen, ernst nimmt.

Einschlägige Themen sind:

-Die Frage nach den ökonomischen Strukturen der Antike, die Weber sukzessive von der römischen Agrargeschichte (im Anschluss an Theodor Mommsen) auf die gesamte vorderasiatisch-mittelmeerische Welt (im Anschluss an Eduard Meyer) ausgedehnt hat. Sie steht unter der Leitfrage nach dem antiken Kapitalismus im Kontrast zum modernen Kapitalismus. Die Spezifika der Moderne wollte Weber durch den Vergleich mit der europäischen Vormoderne und außereuropäischen Kulturen erhellen.

-Der Zusammenhang zwischen Religion und politischen Organisationsformen, die nur im Okzident die Herausbildung einer autonomen Stadtbürgerschaft ermöglichten, da nur das Christentum als universalistische Religion „Verbrüderung“ ermöglicht habe.

-Eine universal anwendbare Typologie von Herrschaftsformen.

-Die Methodik der Idealtypenbildung.

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Prof. Dr. Marc-Antoine Kaeser (Universität Neuchâtel / Laténium)

Einführung in die Forschungsgeschichte der Archäologie:
Nationalismus - Institutionen - Vermittlung

Zwei Blockkurse (Mo., 29. April an der Uni Basel & Fr., 31. Mai im Laténium (Neuenburg)


Das Thema ist in vier Aspekte unterteilt und wird durch einen konkreten Einblick hinter die Kulissen des Laténium ergänzt. Die Workshops sollen sowohl Raum für die Erarbeitung des Themas als auch für Diskussionen geben, die auf praktischen Beispielen in den Forschungsfeldern der DoktorandInnen basieren.

Die Zielsetzung der Workshops ist es, einerseits die wichtigsten und aktuellen Herausforde-rungen der Forschungsgeschichte zu erläutern, und andererseits die kritischen Perspektiven aufzuzeigen, welche die historiographische Analyse für die archäologischen Disziplinen bedeutet — insbesondere in der Vermittlung und im Rahmen der allgemeinen Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

1_Einführung in der Forschungsgeschichte der Archäologie
Betrachtungen über die Hintergründe der gegenwärtigen Trends der forschungsgeschicht-lichen Ansätze in der Archäologie. Erörterung der Beziehungen mit den Science Studies und Darstellung der aktuellen Tendenzen und Perspektiven unter besonderer Berücksichtigung der wichtigsten wissenschaftlichen Herausforderungen.

Ziel: Die Anwendungen und die kritische Rolle der Forschungsgeschichte erfassen

2_Archäologie, Nationalismus und politische Ideologien
Analyse des Stellenwertes des Nationalismus und der politischen Ideologien allgemein in der disziplinarischen Anerkennung der Archäologie. Historische Kontextualisierung und Auseinandersetzung mit kritischen Beispielen.

Ziel: Die jüngsten Studien zum Thema im zeitgenössischen Kontext der Globalisierung dekonstruieren

3_Die Rolle der Institutionen und die Formen der Institutionalisierung
Untersuchung der Rolle der Institutionen in der Entwicklung des Forschungsgebietes — von der antiquarischen Neugierde zur Disziplinarisierung der Archäologie und zur Ausdifferenzierung der verschiedenen Fachgebiete.

Ziel: Über die heute vorhandenen institutionellen Rahmen nachdenken

4_Die archäologische Vermittlung: weshalb, für wen, wozu?
Historische Einschätzung der Beweggründe des aktuellen Aufschwungs der archäologischen Vermittlung, unter Berücksichtigung des institutionellen, technischen und ethischen Wandels, welche die Archäologie in den letzten 20 Jahren erlebt hat.

Ziel: Die Science & Society Anliegen in der archäologischen Praxis verdeutlichen

5_Einblick hinter die Kulissen des Laténiums
Vorstellung der museologischen Strategien durch ein Besuch der Einrichtungen (Labors, Depots), der Dauer- und Sonderausstellung (Emotions patrimoniales), des archäologischen Parks des Laténiums sowie des neuen künstlichen Ufers des Neuenburgersees.

Ziel: Die Beziehung zwischen Forschung und archäologische Vermittlung aufzeigen


Lernziele s. Inhalt
Literatur Erfolgt in Vorbereitung zu den Workshops
Bemerkungen Kontakt: Dr. H.-H. Münch (hubertus.muench@unibas.ch).

 

Teilnahmebedingungen Doktoranden und MA-Studierende
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Entsprechend der vielseitigen Ausrichtung der Workshops richten sich diese an alle Doktorierenden der Altertumswissenschaften und historischen Disziplinen. Für MA-Studierende stehen eine begrenze Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Bei Interesse wird um eine Anmeldung beim Koordinator des Doktoratsprogramms, Dr. H.-H. Münch gebeten (hubertus.muench@unibas.ch).
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall unregelmässig
Datum 22.03.2019 – 22.03.2019
Zeit Freitag, 09.00-18.00 Rosshof, Besprechungsraum 010.1
Datum Zeit Raum
Freitag 22.03.2019 09.00-18.00 Uhr Rosshof, Besprechungsraum 010.1
Module Doktorat Ägyptologie: Empfehlungen (Promotionsfach Ägyptologie)
Doktorat Alte Geschichte: Empfehlungen (Promotionsfach Alte Geschichte)
Doktorat Gräzistik: Empfehlungen (Promotionsfach Gräzistik)
Doktorat Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft: Empfehlungen (Promotionsfach Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft)
Doktorat Klassische Archäologie: Empfehlungen (Promotionsfach Klassische Archäologie)
Doktorat Latinistik: Empfehlungen (Promotionsfach Latinistik)
Doktorat Semitische Philologie: Empfehlungen (Promotionsfach Semitische Philologie)
Doktorat Vorderasiatische Altertumswissenschaft: Empfehlungen (Promotionsfach Vorderasiatische Altertumswissenschaft)
Modul: Vertiefung in Geschichte und Altertumswissenschaften BA (Bachelor Studienfach Altertumswissenschaften)
Modul: Vertiefung in Geschichte und Altertumswissenschaften BA (Bachelor Studiengang Altertumswissenschaften)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Aktive Mitarbeit
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Departement Altertumswissenschaften

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