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53951-01 - Übung: Helvetia sonora – die eidgenössische Klanglandschaft der Frühneuzeit  3 KP

Semester Frühjahrsemester 2019
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Christoph Riedo (christoph.riedo@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Obschon die Schweiz unsere Lebenswelt repräsentiert, werden nur wenige mit ihrer Musikgeschichte der Frühen Neuzeit vertraut sein. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass die Alte Eidgenossenschaft mit keinem Komponisten in Verbindung gebracht werden kann, u.a. weil sie kaum welche hervorbrachte. Vornehmlich oder gerade wegen der fehlenden eigenen Komponisten rezipierte man das Musikrepertoire der Nachbarländer. Als Folge davon stand das eidgenössische Musikleben unter dem Einfluss der musikalischen Strömungen aus dem italienischen, französischen und deutschen Kulturraum und hing eng mit dem der umliegenden Musikzentren zusammen. Dadurch kennzeichnete die Schweiz mit ihren verschiedenen Sprachregionen, Kulturen und diversen Konfessionen nicht nur ein reges, sondern vor allem ein äusserst facettenreiches Musikleben.
Diese Lehrveranstaltung behandelt das musikalische Leben, das buchstäblich vor unserer Haustür stattgefunden hat und zu unserer Kulturgeschichte gehört. Wir werden ergründen, wie die einzelnen Musikrepertoires ausgesehen und die Musikalien den Weg in die Schweiz gefunden haben. Doch vor allem wollen wir die wichtigsten Träger der eidgenössischen Musikkultur kennenlernen: Welche Privatpersonen besassen z.T. immense Musikbibliotheken, d.h., welche Personen hatten die Möglichkeit entweder einer Sammeltätigkeit nachzugehen oder Hausmusiker zu beschäftigen und mit eingeladenen Gästen zu musizieren? Wie gelang es einer Gruppe englischer Adliger sich im calvinistischen Genf mit Hauskonzerten und aus London mitgebrachten Musikdrucken Gehör zu verschaffen? In welchen der über 20 reformierten Städten gründeten Stadtbürger ein Collegium musicum, um anfangs die Psalmen im Privaten zu singen, aber langfristig doch den Grundstein für das öffentliche Konzertwesen zu legen? Wie bereicherten Glaubensflüchtlinge aus Frankreich mit ihrem Musikrepertoire die eidgenössische Klanglandschaft? Und inwiefern gelang es den katholischen Klöstern mit ausländischen Höfen zu konkurrieren?
Im Rahmen der Lehrveranstaltung ist ein Ausflug nach Einsiedeln geplant. Dort wird im Frühjahr 2019 eine Ausstellung zur Musik im Kloster Einsiedeln eröffnet, in deren Konzeption der Dozent involviert ist. In Einsiedeln besuchen wir die Ausstellung und arbeiten mit Quellen aus der grössten Musikbibliothek der Schweiz. Angefangen vom Beginnend mit einem Mozart-Autograph und einem Verdi-Brief bis hin zu praktisch allen frühneuzeitlichen Musiktraktaten sowie unzähligen, in ganz Europa gedruckten und handschriftlich verfassten Musikquellen steht die Einsiedler Musikbibliothek sinnbildlich für die vielfältige eidgenössische Klanglandschaft.
Literatur Bacciagaluppi, Claudio: Artistic Disobedience. Music and Confession in Switzerland, 1648-1762, Leiden and Boston 2017.
Nef, Karl: Die Collegia Musica in der deutschen reformierten Schweiz von ihrer Entstehung bis zum Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, St. Gallen 1897.
Riedo, Christoph: Privates Musizieren im zwinglianischen Milieu des 17. und frühen 18. Jahrhunderts, in: Hausmusik im 17. und 18. Jahrhundert, hrsg. von Christian Philipsen in Verbindung mit Ute Omonsky, Michaelstein & Augsburg 2016 (Michaelsteiner Konferenzberichte, Bd. 81), S. 101–128.
Riedo, Christoph: From south to north and from the centre out: Corelli’s reception in 18th-century Switzerland, in: Corelli als Modell. Studien zum 300. Todestag von Arcangelo Corelli (1653–1713), Agnese Pavanello (Hrsg.), Winterthur 2015 (= Basler Jahrbuch für historische Musikpraxis XXXVII, 2013), S. 237–263.
Riedo, Christoph: „Um die Music mit gröserer auferbauligkeit, und mindrer unordnung und ausschweifungen diese hochfeijerliche zeit hindurch vollführen zu können“ – Einblicke in die Organisation der Musik in der Benediktinerabtei Einsiedeln in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts am Beispiel der ‚Grossen Engelweihe’, in: Musik aus Klöstern des Alpenraums, Giuliano Castellani (Hrsg.), Bern 2010, S. 177–216.

 

Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 18.02.2019 – 27.05.2019
Zeit Montag, 14.15-16.00 Musikwissenschaft, Vortragssaal
Datum Zeit Raum
Montag 18.02.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 25.02.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 04.03.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 11.03.2019 14.15-16.00 Uhr Fasnachtsferien
Montag 18.03.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 25.03.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 01.04.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 08.04.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 15.04.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 22.04.2019 14.15-16.00 Uhr Ostern
Montag 29.04.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 06.05.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 13.05.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 20.05.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Montag 27.05.2019 14.15-16.00 Uhr Musikwissenschaft, Vortragssaal
Module Modul Ältere Musikgeschichte MA (Master Studienfach Musikwissenschaft)
Modul Ästhetik der Musik (Bachelor Studienfach Musikwissenschaft)
Modul Vertiefung: Musikgeschichte / Ästhetik / Populäre Musikformen (Master Studienfach Musikwissenschaft)
Wahlbereich Bachelor Musikwissenschaft: Empfehlungen (Bachelor Studienfach Musikwissenschaft)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen keine Wiederholung
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Musikwissenschaft

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