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55451-01 - Seminar: Grenzen, Räume, Überschreitungen. Fluchtgeschichten und extreme Naturerfahrung im osteuropäischen Film 3 KP

Semester Herbstsemester 2019
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Alexander Schwarz (alexander.schwarz@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Filmhandlung wird durch Grenzüberschreitungen konstituiert. Filme bauen dadurch Identifikationsangebote und durch die Raumordnung und die zugeordneten Figuren dann Normsysteme auf.
Neben dem weit verbreiteten Topos der Heldenreise gibt es viele weitere Formen, in denen Filmhandlung auf der Überschreitung topografischer, sozialer, physischer und psychischer, familiärer, religiöser, politischer etc. Grenzen basiert, sei es durch Flucht, Gewalt, Sexualität, Höchstleistungen, Prüfungen, Reisen, Initiationen, Verbrechen, Tabubruch, Transit, Spionage und so fort.
Die Mediensemiotik als Weiterführung der Theorien von Jurij Lotman behandelt diese verschiedenen Aspekte des Raums und der Grenze für Lebenswelt und Weltentwurf, in topografischer, rhetorischer, medialer, perzeptiver, narrativer, mythologischer oder funktionaler Hinsicht. Das Konzept der Grenze bzw. Grenzüberschreitung hat gerade in unserer Epoche, die sich ständig auf Globalisierung und Grenzenlosigkeit beruft, neue und gravierende Bedeutung erlangt, die auch filmisch repräsentiert wird.

Wenn wie im Fall des Eisernen Vorhangs die Grenze besonders schwierig zu überschreiten ist, entsteht sogar ein eigenes Filmgenre rund um Flucht, Kalten Krieg, Grenzschutz und imaginierte oder reale Gefahr von Invasion. „Grenzfilme“ sind ein verbreitetes kinematografisches Phänomen, etwa auch im polnischen oder tschechischen Film.
Grenzen anderer Art werden beim Eindringen in Extremräume der Natur (Sibirien, Arktis etc.) überschritten. Ein wichtiger Topos des Films ist daher das Eindringen des Menschen in die „wilde, unerbittliche Natur“, zum Zwecke der Eroberung, der Zerstörung oder Ausbeutung – oder der (Zu-)Flucht. Und die Natur „wehrt sich“ ...

Geplant ist die Behandlung folgender Filme zu den politisch-geografischen Grenzen und Grenzüberschreitungen: V GOROD VCHODIT‘ NEL‘ZJA (Jurij Željabužskij, SU 1929), KRÁL ŠUMAVY (Karel Kachyňa, ČSSR 1959, dt. Titel: König des Böhmerwaldes), COLD WAR / ZIMNA VOJNA (Pawel Pawlikowski, Polen/Frankreich 2018). Zu Naturerfahrung und Extremräumen: SEMERO SMELYCH (Sergej Gerasimov, SU 1936), NEOTPRAVLENNOE PISMO (Michail Kalatosov, SU 1959), STALKER (Andrej Tarkovskij, SU 1979), KAK JA PROVËL ĖTIM LETOM (Aleksandr Popogrebskij, R 2010) und BOPEM (Kasachstan 2015). Meist sind dazu Fassungen mit deutschen oder englischen UT verfügbar.
Lernziele Das Filmseminar will die Grundlagen des wissenschaftlichen Umgangs mit Film vertiefen und dabei die Mediensemiotik als universelle Methode anbieten. Anhand einiger Filme soll das Handwerkszeug der Filmanalyse vermittelt werden, indem wir die Raumordnung, die Hierarchie und Funktion der Grenzüberschreitungen und das zugrundeliegende Normsystem dieser Filme exemplarisch analysieren. Einige wenige zentrale Fragestellungen ermöglichen bereits einen wissenschaftlich-methodischen Diskurs über Spielfilme aus verschiedenen Epochen, Genres und Kinematografien sind damit leichter „in den Griff zu bekommen“.
Literatur Karl N. Renner: Grenze und Ereignis. Weiterführende Überlegungen zum Ereigniskonzept von Jurij M. Lotman. In: Gustav Frank, Wolfgang Lukas (Hg.): Norm - Grenze - Abweichung. Kultur-semiotische Studien zu Literatur, Medien und Wirtschaft. Passau 2004, S. 357-381 (www.kultursemiotik.com/wp-content/uploads/2015/01/Renner_Grenze-und-Ereignis.pdf)

 

Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall 14-täglich
Datum 23.09.2019 – 16.12.2019
Zeit Montag, 14.30-18.00 Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Datum Zeit Raum
Montag 23.09.2019 14.30-18.00 Uhr Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Montag 07.10.2019 14.30-18.00 Uhr Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Montag 21.10.2019 14.30-18.00 Uhr Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Montag 04.11.2019 14.30-18.00 Uhr Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Montag 18.11.2019 14.30-18.00 Uhr Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Montag 02.12.2019 14.30-18.00 Uhr Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Montag 16.12.2019 14.30-18.00 Uhr Nadelberg 4 (S), Grosser Seminarraum 042
Module Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Deutsche Philologie)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Französistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Nordistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Deutsche Literaturwissenschaft)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Hispanistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Slavistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Italianistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Englisch)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Latinistik)
Modul: Literatur im Zusammenspiel der Künste und Medien (Master Studiengang Literaturwissenschaft)
Modul: Slavische Kulturwissenschaft (Master Studienfach Slavistik)
Modul: Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studienfach Osteuropäische Kulturen)
Modul: Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studiengang Osteuropa-Studien)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Aktive Teilnahme, eigene Filmsichtung zur Vorbereitung, Kurzreferat
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Slavistik

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