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16130-01 - Vorlesung: Völkerstrafrecht 6 KP

Semester Frühjahrsemester 2020
Angebotsmuster Jedes Frühjahrsem.
Dozierende Alberto Fabbri (alberto.fabbri@unibas.ch)
Flavio Noto (flavio.noto@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Im April 2001 wurde der ruandische Staatsangehörige Fulgence N. in der Schweiz wegen Kriegsverbrechen verurteilt, die er 1994 im Bürgerkrieg in Ruanda begangen hatte. Weshalb erklärte sich die schweizerische Justiz als zuständig zur Beurteilung von im Ausland an Ausländern begangenen Taten eines Ausländers?

Im März 2009 erliess die Vorverfahrenskammer des Internationalen Strafgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Staatschef Omar Al-Bashir. Während eines Gipfels der Afrikanischen Union im Juni 2015 in Südafrika ordnete ein südafrikanisches Gericht seine Festnahme an. Die Regierung liess ihn indessen ungehindert ausreisen. Geniesst Omar Al-Bashir Immunität?

Im April 2010 veröffentlicht Wikileaks Videoaufnahmen vom Juli 2007, die den Helikopterbeschuss auf Journalisten in Bagdad zeigen. Die Aufnahmen zeigen auch den Beschuss auf den nachfolgend eintreffenden Krankentransporter. Wurden Kriegsverbrechen begangen?

Am 28. Januar 2016 begann am Internationalen Strafgerichtshof die erstinstanzliche Hauptverhandlung gegen Laurent Gbagbo, den ehemaligen Staatschef der Elfenbeinküste. Ihm wurde vorgeworfen, im Nachgang zu seiner Abwahl im Jahr 2010 Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den Anhängern des Wahlgewinners, Alassane Outtara, begangen zu haben. Am 15. Januar 2019 wurde er von allen Anklagepunkten freigesprochen. Wie funktioniert der Internationale Strafgerichtshof?

Antworten auf diese Fragen erteilt das Völkerstrafrecht. Es umfasst alle Normen, welche die Strafbarkeit des Individuums unmittelbar nach Völkerrecht regeln. Es handelt sich damit um eine Querschnittsmaterie aus Strafrecht und Völkerrecht.

Die Vorlesung vermittelt die straf- und völkerrechtlichen Grundlagen, welche für das Verständnis dieses Rechtsgebiets unerlässlich sind, einschliesslich der Grundzüge des humanitären Völkerrechts und des internationalen Strafrechts. Während im besonderen Teil die vier Kernverbrechen der Aggression, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Völkermords erörtert werden, bilden die Täterschaft und Teilnahme sowie die Vorgesetztenverantwortlichkeit den allgemeinen Teil der Vorlesung. Besonderes Augenmerk wird auf die Durchsetzung des Völkerstrafrechts gelegt: Nebst einer Vorstellung des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) wird die Praxis des Jugoslawientribunals (ICTY) und der schweizerischen militärischen und zivilen Justiz bei der Verfolgung von Völkerrechtsverbrechen aufgezeigt.

Die einzelnen Vorlesungsinhalte können Sie anfangs Semester der Programmübersicht (download via ADAM) entnehmen.
Lernziele Siehe Handouts zu den einzelnen Vorlesungen.
Literatur Einzelheiten zur Pflichtlektüre sind der Programmübersicht und den Handouts entnehmen (download via ADAM).

Die Pflichtlektüre ist umfangreich und beinhaltet Auszüge aus Lehrbüchern sowie v.a. Gerichtsurteile in englischer (oder wahlweise französischer) Sprache. Es werden keine Auszüge aus Lehrbüchern zur Verfügung gestellt. Die Gerichtsurteile hingegen werden auf ADAM zur Verfügung gestellt (Fallsammlung).

Denjenigen Studierenden, welche über keine Grundkenntnisse des Strafrechts verfügen (siehe Teilnahmevoraussetzungen), wird geeignete Literatur zur Verfügung gestellt, um sich die benötigten Grundkenntnisse im Selbststudium anzueignen. Die Dozierenden stehen für Fragen, die sich aus dem Selbststudium ergeben, zur Verfügung.
Bemerkungen Die Veranstaltung gehört zu den Fächern „Humanitäres Völkerrecht“ bzw. „Internationales Strafrecht“. Studierende im Masterstudiengang können durch die Leistungsüberprüfung 6 Kreditnotenpunkte für das Transnationale Recht und den Freien Master erwerben.

EUCOR-Studierende haben die Möglichkeit, durch eine zusätzliche Leistungsüberprüfung total 8 Kreditnotenpunkte zu erwerben.

Die Veranstaltung wird im FS 2020 und voraussichtlich im FS 2021 angeboten.

 

Teilnahmebedingungen Die Veranstaltung ist für alle Hörerinnen und Hörer offen. Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche die Leistungsprüfung ablegen, werden allerdings Grundkenntnisse des Strafrechts oder die Bereitschaft, sich diese anfangs Semester im Selbststudium anzueignen, vorausgesetzt. Grundkenntnisse im Völkerrecht werden nicht vorausgesetzt.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 20.02.2020 – 28.05.2020
Zeit Donnerstag, 16.15-18.00 Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Datum Zeit Raum
Donnerstag 20.02.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 27.02.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 05.03.2020 16.15-18.00 Uhr Fasnachtsferien
Donnerstag 12.03.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 19.03.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 26.03.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 02.04.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 09.04.2020 16.15-18.00 Uhr Ostern
Donnerstag 16.04.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 23.04.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 30.04.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 07.05.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 14.05.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Donnerstag 21.05.2020 16.15-18.00 Uhr Auffahrt
Donnerstag 28.05.2020 16.15-18.00 Uhr Juristische Fakultät, Seminarraum S10 HG.45
Module Modul: Europäisierung und Globalisierung (Masterstudium: European Global Studies)
Vertiefungsmodul Global Europe: Arbeit, Migration und Gesellschaft (Masterstudium: European Global Studies)
Vertiefungsmodul Global Europe: Internationale Organisationen (Masterstudium: European Global Studies)
Vertiefungsmodul Transnationales Recht (Masterstudium: Rechtswissenschaft (bilingue))
Vertiefungsmodul: Transnationales Recht (Masterstudium: Rechtswissenschaft)
Wahlbereich Master Rechtswissenschaft (EUCOR): Empfehlungen (Masterstudium: Rechtswissenschaft (EUCOR))
Leistungsüberprüfung Vorlesungsprüfung
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Als Leistungsüberprüfung für 6 Kreditnotenpunkte ist eine mündliche Prüfung am Ende des Semesters vorgesehen (Paar 30 Min/ Einzel 20 Min). EUCOR-Studierende haben die Möglichkeit, durch eine zusätzliche Leistungsüberprüfung 2 zusätzliche Kreditnotenpunkte zu erwerben.
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Belegen via MOnA innerhalb der Belegfrist
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala 1-6 0,5
Wiederholtes Belegen einmal wiederholbar
Zuständige Fakultät Juristische Fakultät, studiendekanat-ius@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Strafrecht

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