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57080-01 - Seminar: Gesellschaft als staatliche Veranstaltung 2.0. Russlands autoritäre Ordnung und die Räume der Autonomie 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2020
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Manfred Sapper (manfred.sapper@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Ausgehend von Dietrich Geyers klassischem Aufsatz „‘Gesellschaft‘ als staatliche Veranstaltung“ bietet das Seminar einen Überblick über das spannungsreiche Verhältnis zwischen dem autoritären Regime in Russland und gesellschaftlichen Kräften, die für Emanzipation, Freiheit und Selbstverantwortung eintreten. Im Mittelpunkt steht die Periode von der Perestrojka bis heute, in der eine Entwicklung von Öffnung zu Schließung, gesellschaftlichem Aufbruch und autoritärer Regression zu beobachten ist. Die Annahme, der konsolidierte Autoritarismus unter Putin habe durch Polittechnologie und Repression die Räume für autonomes gesellschaftliches Handeln beseitigt, kollidiert mit der Realität. Der soziale Wandel ist im Gange, die Gesellschaft pluralistischer als erwartet, immer wieder brechen sich Proteste und Selbstorganisation Bahn. Das Seminar analysiert die Träger, Sphären, Formen und Spielräume dieses Handelns.
Lernziele Ziel des Seminars ist es, historische und sozialwissenschaftliche Grundbegriffe wie Staat, Gesellschaft, Nation, Autoritarismus einzuführen, sie auf das zeitgenössische Russland anzuwenden und jene gesellschaftlichen Kräfte zu identifizieren, die mit dem autoritären Regime um Freiräume für autonomes politisches Handeln ringen.
Literatur - Dietrich Geyer: „Gesellschaft“ als staatliche Veranstaltung. Sozialgeschichtliche Aspekte des russischen Behördenstaats im 18. Jahrhundert, in: Ders. (Hg.): Wirtschaft und Gesellschaft im vorrevolutionären Russland, Köln 1975, S. 20–52 [11966]
- Boris Dubin: Das Unmögliche leben. Studien , Essays Erinnerungen. Berlin [= Edition OSTEUROPA, 1] 2015
- Mischa Gabowitsch: Putin kaputt!? Russlands neue Protestkultur. Berlin 2013
- Masha Gessen: Die Zukunft ist Geschichte. Wie Russland die Freiheit gewann und verlor. Berlin 2018
Lev Gudkov: Wahres Denken. Analysen, Diagnosen, Interventionen. Berlin [Edition OSTEUROPA, 2] 2017
- Sonja Margolina: Russland: Die nicht zivile Gesellschaft. Reinbek 1994
Manfred Sapper Volker Weichsel (Hg.) Auge auf! Aufbruch und Regression in Russland. Berlin [= OSTEUROPA 6–8] 2012
- Ulrich Schmid: Technologie der Seele. Vom Verfertigen der Wahrheit in der russischen Gegenwartskultur. Berlin 2015
- Daniel Treisman (ed): The New Autocracy. Information, Politics and Policy in Putin’s Russia Washington 2018

 

Teilnahmebedingungen Russischkenntnisse wären von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Wichtiger sind Motivation und Engagement, regelmäßige und aktive Teilnahme am Seminar sowie die Bereitschaft zur Lektüre
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall 14-täglich
Datum 28.02.2020 – 22.05.2020
Zeit Freitag, 10.15-14.00 Nadelberg 8
Datum Zeit Raum
Freitag 28.02.2020 10.15-14.00 Uhr --, --
Freitag 13.03.2020 10.15-14.00 Uhr --, --
Freitag 27.03.2020 10.15-14.00 Uhr --, --
Freitag 10.04.2020 10.15-14.00 Uhr Ostern
Freitag 24.04.2020 10.15-14.00 Uhr --, --
Freitag 08.05.2020 10.15-14.00 Uhr --, --
Freitag 22.05.2020 10.15-14.00 Uhr Auffahrt
Module Modul: Europäisierung und Globalisierung (Masterstudium: European Global Studies)
Modul: Gesellschaft in Osteuropa (Bachelor Studiengang Osteuropa-Studien)
Modul: Gesellschaft in Osteuropa (Bachelor Studienfach Osteuropäische Kulturen)
Vertiefungsmodul Global Europe: Staatlichkeit, Entwicklung und Globalisierung (Masterstudium: European Global Studies)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Vortrag im Seminar
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Slavistik

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