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58617-01 - Übung: Einfaches Landleben, Goldene Zeit: Natur-Vorstellungen in Tibulls Liebeselegien und die römische Natur-Ideologie 3 KP

Semester Herbstsemester 2020
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Cédric Scheidegger Lämmle (cedric.scheidegger@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt In seiner Dichtung spricht Tibull von den Freuden und den Leiden der Liebe: vom stillen Glück des Zusammenseins ebenso wie den bitteren Enttäuschungen verratener Liebe, von Begehren, Hingabe, Leidenschaft, Kummer, Hass und Eifersucht. Die Sehnsucht nach der Vereinigung mit der, und bisweilen auch mit dem, Geliebten geht mit dem Wunsch nach Entbürdung und Rückzug einher – wie kein zweiter römischer Dichter beschwört Tibull den Traum vom einfachen Leben und das Glück des Alltags, besonders auf dem Land: „Wie schön ist es, unsanfte Winde pfeifen zu hören, wenn man sich hingelegt hat, und dann die Herrin sanft an die Brust zu schließen oder, wenn im Winter der Südwind kalten Regen niederströmen lässt, am behaglichen Feuer sorglos Schlaf zu suchen“ (Tib. 1.1.45–48, Ü: N. Holzberg). Tibulls Dichtung entwirft ein facettenreiches Bild vom Leben in und mit der Natur: Die Geschäftigkeit der Hauptstadt und die Kriege, welche die römische Welt erschüttern, sind diesem Landleben fremd, auch wenn es von ihnen nicht unberührt bleibt. Das Land verspricht die Möglichkeit zur Rückkehr in eine Goldene Zeit der Unschuld; es ermöglicht ein Leben im Einklang mit der Natur, das von ehrlicher Arbeit und gerechter Verteilung geprägt ist; es ist aber auch bestimmt von Besitz- und Machtverhältnissen, von knappen Ressourcen, und mühseliger (Sklaven-)Arbeit.
Das Ziel der Lektüre-Übung ist es, eine Auswahl von Tibulls Gedichten im lateinischen Original zu lesen und ihre Übersetzung ins Deutsche zu versuchen. Dabei sollen auch die Natur-Vorstellungen zur Sprache kommen, die sich in Tibulls Dichtung fassen lassen. Die Lektüre trägt so zum thematischen Schwerpunkt ‚Natur‘ bei, der die Lehre des Fachbereichs Latinistik in diesem Semester bestimmt, und komplementiert zugleich die literaturwissenschaftliche Ringvorlesung zu ‚Green Poetry‘.
Lernziele Die Lektüreübung erschließt eine repräsentative Auswahl aus der Dichtung Tibulls im lateinischen Original und vermittelt damit Einblick in ein Werk der römischen Literatur, das in den europäischen Literaturen ein reiches Nachleben hatte. Die Teilnehmenden üben sich darin, den Text der Elegien sprachlich zu verstehen, seine Eigenheiten und metrische Form zu erfassen und adäquat in deutsche Prosa zu übertragen.
Die Übung richtet sich zum einen an Studierende der Latinistik und Altertumswissenschaften sowie an AbsolventInnen des Latinums, die ihre Sprachkenntnisse sichern und erweitern wollen, zum andern aber auch an Studierende aus dem weiteren Feld der Sprach- und Literaturwissenschaften, die einen grundlegenden Text der Literaturgeschichte im Original kennenlernen wollen.
Literatur ** Zur Einführung
Holzberg, N.: ‘Das Corpus Tibullianum’, in: id., Die römische Liebeselegie. Eine Einführung. Darmstadt 2015, 76–109 (6. Aufl.).
Lee-Stecum, P.: ‘Tibullus in first place’, in: T. Thorsen (ed.), The Cambridge Companion to Latin Love Elegy. Cambridge 2013, 68–82.

Kritische Ausgabe
Luck, G. (ed.): Albii Tibulli aliorumque carmina. Stuttgart/Leipzig 1998 (2. Aufl.).

Zweisprachige Ausgaben
Flach, D. (ed. transl.): Tibull und seine Fortsetzer. Lateinisch und deutsch, mit Einleitung und Kommentar. Darmstadt 2015.
Holzberg, N. (ed. transl.): Albius Tibullus, Liebeselegien / carmina. Lateinisch/deutsch. Mannheim 2011 (Sammlung Artemis).
Lilienweiß, J. et al. (ed. transl.): Albius Tibullus, Elegische Gedichte. Lateinisch/deutsch. Stuttgart 2001 u.ö. (Reclams Universal-Bibliothek).

Kommentare
Flach 2015 (s.o.)
Maltby, R. (ed.): Tibullus: Elegies. Text, introduction, and commentary. Cambridge 2002.
Murgatroyd, P. (ed.): Tibullus 1. Bristol 1991.
Murgatroyd, P. (ed.): Tibullus: Elegies II. Oxford 1994.
Putnam, M. C. J. (ed.): Tibullus: A commentary. Norman, OH, 1973.

 

Teilnahmebedingungen Lateinkenntnisse auf Maturitätsniveau resp. Latinum (andernfalls Anmeldung in Absprache mit dem Dozenten möglich)
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Anmelden: Belegen
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 17.09.2020 – 17.12.2020
Zeit Donnerstag, 12.15-14.00 Rosshof, Tagungsraum 306
Datum Zeit Raum
Donnerstag 17.09.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 24.09.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 01.10.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 08.10.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 15.10.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 22.10.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 29.10.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 05.11.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 12.11.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 19.11.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 26.11.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 03.12.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 10.12.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Donnerstag 17.12.2020 12.15-14.00 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Module Modul: Kanonlektüre (Bachelor Studiengang Altertumswissenschaften)
Modul: Kanonlektüre (Bachelor Studienfach Altertumswissenschaften)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Regelmäßige Teilnahme; regelmäßige Lektürevorbereitung unter Berücksichtigung der Kommentare; ggf. kürzere schriftliche Übersetzung
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Latinistik

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