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60257-01 - Übung: Einführung ins Altäthiopische (Ge‘ez) 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2021
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Nesina Grütter (nesina.gruetter@unibas.ch)
Hanna Jenni (hanna.jenni@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Wer «Äthiopisch» hört, denkt an Äthiopien, vielleicht auch an Eritrea, zwei heutige Staaten im Nordosten Afrikas. «Äthiopisch» als Sprache ist aber keine Einheit. Die wichtigsten der heute gesprochenen Sprachen sind Amharisch, die Staatssprache Äthiopiens, das zum Südäthiopischen gehört, und das zum Nordäthiopischen gehörende Tigrinya, die Staatssprache Eritreas. Das Altäthiopische (Classical Ethiopic) – mit seinem einheimischen Namen auch Ge‘ez (Gǝ‘ǝz) genannt – ist wahrscheinlich im 11. Jh. n.Chr., spätestens im 13. Jh. n.Chr. als gesprochene Sprache ausgestorben. Es lebte jedoch als Literatursprache bis ins 19.Jh. weiter und besteht bis heute als Liturgiesprache der Äthiopischen Kirche. Altäthiopisch gehört zur semitischen Sprachfamilie – wie etwa Akkadisch, Aramäisch, Hebräisch und Arabisch –, genauer zum Südsemitischen. Altäthiopisch ist mit dem südsemitischen Altsüdarabischen (Inschriften seit dem 9. Jh. n.Chr., Untersprachen: Sabäisch, Minäisch u.a.) eng verwandt. Die heutigen äthiopischen Sprachen sind nicht rein (süd)semitisch, sondern von kuschitischen und nilotischen Sprachen (die wie die semitischen Sprachen zum Afroasiatischen gehören) beeinflusst. Wenngleich Arabisch zuweilen zum Südsemitischen gerechnet wird, besteht zu dieser Sprache eine geringere Nähe des Äthiopischen – im Gegensatz zu den wenig verbreiteten neusüdarabischen Sprachen von Ostjemen, Oman und Soqotra (Mehri, Jibbāli, Ḥarsūsi, Hóbyót, Baṭḥari und Soqoṭri).
Das Altäthiopische wie auch die modernen äthiopischen Sprachen haben ihre eigene, charakteristische Schrift. Sie geht auf die altsüdarabische Schrift zurück. Wie diese und die meisten Schriften, die für semitische Sprachen verwendet wurden, bezeichnete sie ursprünglich nur die Konsonanten. Im 4. Jh. n.Chr. vollzog sich in der äthiopischen Schrift jedoch ein Wandel zu einer Silbenschrift, indem die Konsonantenzeichen zu Zeichen für Konsonant plus Vokal abgewandelt wurden. Die äthiopische Schrift ist wie die lateinische rechtsläufig – dies im Gegensatz zu den meisten Schriften, die für semitische Sprachen verwendet wurden. (Nur ganz frühe Inschriften sind linksläufig.) Es gab und gibt keine Kursivschrift.

Programm:

Montag, 07. Juni 2021, 17:00–18:30 Uhr
Mit Referat um 17:00 Uhr von Frau Prof. Dr. Hanna Jenni, Basel:
Zur Kulturgeschichte der altäthiopischen Sprache und Schrift

Montag, 14. Juni 2021, 09:00–12:00 und 13:00–14:00 Uhr
Mit Referat um 11:00 Uhr von Frau Dr. Kathrin Gabler, Basel:
Ein ägyptologischer Blick auf Äthiopien

Dienstag, 15. Juni 2021, 09:00–12:00 und 13:00–14:00 Uhr
Mit Referat um 11:00 Uhr von Frau Dr. Nesina Grütter, Basel:
Äthiopische Bibelübersetzungen

Mittwoch, 16. Juni 2021, 09:00–12:00 und 13:00–14:00 Uhr
Mit Referat um 11:00 Uhr von Herrn Prof. Dr. K. Martin Heide, Marburg:
Die Einflüsse des Judentums auf die spätantike bzw. mittelalterliche äthiopische Kultur, exemplifiziert aus Sprache (Ge‘ez) und Literatur (Bibel, Pseudepigraphen)

Donnerstag, 17. Juni 2021, 09:00–12:00 und 13:00–14:00 Uhr
Mit Referat um 11:00 Uhr von Herrn Prof. Dr. Andreas Heuser, Basel:
Zum Symbolwert "Äthiopien" in der neuzeitlichen Kirchengeschichte

Freitag, 18. Juni 2021, 09:00–12:00 und 13:00–14:00 Uhr
Mit Referat um 11:00 Uhr von Herrn Prof. Dr. Jakob Zinsstag, Basel:
One Health am Horn von Afrika
Lernziele Nach dem Einleitungsreferat zur altäthiopischen Sprache und Schrift in der ersten Sitzung werden die Schriftzeichen gelernt und Leseübungen angeboten. In den fünf Sitzungen der folgenden Woche werden die Grundelemente der Grammatik besprochen und mit Übungen vertieft. Zum Schluss sollen mit Hilfe der unten aufgeführten Literatur einfache Ge’ez-Texte gelesen und verstanden werden.
Verschiedenste Aspekte der Kulturgeschichte des äthiopischen Sprachraumes werden durch die Referate thematisiert, die in der zweiten Woche jeweils um 11:00 Uhr stattfinden.
Literatur In der Übung zu benützende Literatur:
• Procházka, Stephan, Altäthiopische Studiengrammatik (OBO Subsidia linguistica, Bd. 2), Freiburg Schweiz / Göttingen 2004.
• Leslau, Wolf, Concise Dictionary of Ge‘ez, Wiesbaden 2010.
Weitere Literatur:
• Leslau, Wolf, Comparative Dictionary of Ge‘ez (Classical Ethiopic). Ge‘ez-English / English-Ge‘ez with an Index of the Semitic Roots, Wiesbaden 1987.
• Tropper, Josef, Grammatik des Ge‘ez mit Übungstexten und Glossar, Münster 2002.

 

Teilnahmebedingungen Für den Besuch aller sechs (auch einzelner) Referate bedarf es keiner Einschreibung - sie sind öffentlich - jedoch einer Anmeldung bis am Vortag um 12 Uhr an hanna.jenni@unibas.ch.
Für die Einschreibung in die Übung bestehen keine Teilnahmevoraussetzungen. Zusätzlich zur Einschreibung: Anmeldung bis 29.03.2021 an hanna.jenni@unibas.ch.
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Bis 29.03.2021 an hanna.jenni@unibas.ch.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall Block
Datum 07.06.2021 – 18.06.2021
Zeit Siehe Detailangaben

Montag, 7. Juni 2021: 17.00 - 18.30 Uhr
Montag - Freitag, 14. - 18. Juni 2021: je 09.00 - 14.00 Uhr

Datum Zeit Raum
Montag 07.06.2021 17.00-18.30 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Montag 14.06.2021 09.00-14.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Dienstag 15.06.2021 09.00-14.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Mittwoch 16.06.2021 09.00-14.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Donnerstag 17.06.2021 09.00-14.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Freitag 18.06.2021 09.00-14.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Module Doktoratsstudium Theologie: Empfehlungen (Doktoratsstudium - Theologische Fakultät)
Interner Wahlbereich Theologie: Empfehlungen (Bachelorstudium: Theologie)
Interner Wahlbereich Theologie: Empfehlungen (Masterstudium: Theologie (Studienbeginn vor 01.08.2018))
Interner Wahlbereich Theologie: Empfehlungen (Masterstudium: Theologie)
Modul: Semitische Philologie (SPh) (Masterstudium: Theologie (Studienbeginn vor 01.08.2018))
Modul: Semitische Philologie (SPh) (Masterstudium: Theologie)
Wahlbereich Master Interreligious Studies: Empfehlungen (Masterstudium: Interreligious Studies)
Wahlbereich Master Theologie: Empfehlungen (Master Studienfach Theologie)
Leistungsüberprüfung Leistungsnachweis
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Von den eingeschriebenen Studierenden wird für den Erwerb von 3 KP das Erlernen der Schriftzeichen und regelmässige Mitarbeit verlangt.
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: Dozierende
Wiederholungsprüfung eine Wiederholung, bester Versuch zählt
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Theologische Fakultät, studiendekanat-theol@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Theologie

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