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60423-01 - Übung: Arabische tierkundliche Literatur (Lektüre von Quellentexten) 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2021
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Renate Würsch (renate.wuersch@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Neben vielen anderen Sparten hat das vormoderne arabische Schrifttum auch eine reiche tierkundliche Literatur entwickelt.
Ihre Wurzeln haben mannigfachen Ursprung. Von grosser Bedeutung ist die Antike. Neben den tierkundlichen Schriften des Aristoteles, denen eine besondere Autorität zukam, wurden in der arabisch-islamischen Welt auch einschlägige spätantike Texte (z.B. der Physiologus) rezipiert. Geschöpft wurde ferner aus der einheimischen, arabischen Tradition, repräsentiert durch die altarabische Dichtung, die zahlreiche, auf Beobachtungen fussende Belege zur Tierwelt enthält. Eine weitere wichtige Quelle der arabischen Tierkunde (die ihrerseits antikes Material und Traditionen der älteren Buchreligionen überliefert) ist schliesslich die islamische religiöse Literatur (u.a. Koran und Ḥadīṯ).
Die vormoderne arabische tierkundliche Literatur ist nicht im engeren Sinn systematisch – das war auch die zeitgleiche europäische nicht. Es geht selten um das Tier an sich, im Brennpunkt des Interesses steht in der Regel dessen Verhältnis zum Menschen, der als „Herrscher“ über die Tiere angesehen wird. Entsprechend wichtig ist der Aspekt der „Nützlichkeit“ bzw. „Schädlichkeit“ von Tieren für den Menschen.
Doch ist in der islamischen Welt des Mittelalters durchaus auch über tierethische Aspekte nachgedacht worden. Die religiöser Tradition entsprechende und durch herkömmlichen Brauch perpetuierte Auffassung, dass der Mensch Herr über die Tiere sei, wies ihm auch Verantwortung zu, die erkannt und auch eingefordert wurde. Beispiele dafür sind die entsprechenden Darlegungen des Philosophen und Arztes Abū Bakr ar-Rāzī (gest. 925) und der „Streit zwischen Tier und Mensch“ in der Enzyklopädie der „Lauteren Brüder“ (Rasāʾil Iḫwān aṣ-Ṣafāʾ, 10. Jh.).
Neben umfassenden Darstellungen, die die Beschreibung des gesamten Tierreichs zum Inhalt haben, und die ganz im Sinn des arabischen Adab Belehrung und Unterhaltung miteinander verbinden, verzeichnet das arabische tierkundliche Schrifttum auch praktisch orientierte, vom tatsächlichen Umgang mit Tieren zeugende Texte, namentlich die Pferde- und Falknereiliteratur.
Lernziele In der Veranstaltung sollen einschlägige Quellen sowohl aus dem Bereich des Adab (al-Ǧāḥiẓ, ad-Damīrī) als auch der philosophisch orientierten, auf Aristoteles fussenden Naturkunde (Avicenna) gelesen und diskutiert werden. Wenn gewünscht, kann auch ein spezifisch auf tierethische Aspekte eingehender Text berücksichtigt werden.
Die Übung verfolgt ausserdem das Ziel, Probleme der arabischen Grammatik und Syntax, die sich aus der Lektüre ergeben, zu behandeln.
Literatur Herbert Eisenstein: Die arabische Tierkunde – Zoologie oder Zoographie? In: Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes 97 (2007) 147-161.

 

Teilnahmebedingungen Gute Lesefähigkeit der klassisch-arabischen Sprache
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 03.03.2021 – 02.06.2021
Zeit Mittwoch, 10.15-12.00 - Online Präsenz -
Datum Zeit Raum
Mittwoch 03.03.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 10.03.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 17.03.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 24.03.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 31.03.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 07.04.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 14.04.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 21.04.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 28.04.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 05.05.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 12.05.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 19.05.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 26.05.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Mittwoch 02.06.2021 10.15-12.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Module Modul: Themen der Nahoststudien (Bachelor Studienfach Nahoststudien)
Modul: Themen der Near & Middle Eastern Studies (Master Studienfach Near & Middle Eastern Studies)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Regelmässige Teilnahme und aktive Mitarbeit
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Nahost-Studien

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