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60530-01 - Seminar: Selbstbewusstsein und Selbsttäuschung 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2021
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Jan Müller (jan02.mueller@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Zu „Selbstbewusstsein“ gehört scheinbar eine besondere Nähe oder „Unmittelbarkeit“ zu dem, wovon man weiß, wenn man z.B. um seine Gedanken, Gefühle, Stimmungen usw. weiß: Man kann sich kaum darin täuschen, wer das Subjekt solchen Denkens und Fühlens ist, und hat zumindest eine besondere Autorität, wenn es um den Inhalt des eigenen Denkens und Fühlens geht. (Nicht zufällig gehört Selbstbewusstsein zur traditionellen Idee von Vernunft dazu!) – Andererseits kennen wir (aus dem Leben und der Literatur) Beispiele dafür, wie vernünftiges Selbstbewusstsein dramatisch in die Irre gehen kann: Vladimir Nabokovs Humbert Humbert oder Max Frischs Walter Faber etwa haben zwar alle relevanten Informationen, verfügen über die relevanten Fähigkeiten, werden auch nicht durch irgendwelche Umstände gehindert – und schaffen es doch, an der (allen, und man möchte sagen: eigentlich auch ihnen selbst!) klar vor den Augen stehenden Schlechtigkeit ihres Handelns vorbeizuschauen. In ihrem Urteilen über sich selbst geht etwas schief; aber man möchte sie damit nicht entschuldigen (als sei ihnen „ein Unfall“ unterlaufen) oder ihre Verantwortung relativieren (als hätten fahrlässig falsch geurteilt, weil sie Relevantes nicht wussten, das sie hätten wissen sollen) – sondern man ist geneigt, ihnen ihr verfehltes Urteil wie eine bewusste Unterlassung zuzuschreiben: „Sie täuschen sich selbst!“ Solche Beispiele provozieren philosophisch interessante Rückfragen: Ist „Selbst-Täuschung“ nicht eigentlich unsinnig, wenn doch zum „Täuschen“ dazugehört, dass die Täuschende wissen muss, was sie tut, die Getäuschte aber gerade nicht? (Wie könnten beide dieselbe Person sein?) Ist „Selbsttäuschung“ vielleicht nur der (ungeschickte) Name für eine mangelhafte Vernunftausübung (also nicht etwas, was man tut, sondern etwas, das man nicht oder nicht gut genug tut)?
Die Texte des Seminar verneinen beide Fragen. In der gemeinsamen Diskussion von Beiträgen u.a. von Richard Moran, Bernard Williams, Jean-Paul Sartre, Amélie Rorty, Sabina Lovibond, Iris Murdoch und Jonathan Lear werden wir so der Idee nachgehen, dass Selbsttäuschung nicht ein bloßer Unfall der Vernunftausübung ist, sondern als Möglichkeit zur besonderen Gestalt unserer Vernunft – einer Fähigkeit denkender, fühlender, begehrender, imaginierender Lebewesen – dazugehört.
Literatur Die Seminarliteratur wird zu Beginn des Semesters auf ADAM bereitgestellt. Zur vorbereitenden Lektüre und Orientierung nutzt der (in der UB verfügbare) Band von Kathi Beier: Selbsttäuschung. Berlin/New York: de Gruyter 2010.
Bemerkungen Die Veranstaltung beginnt als Online-Präsenz-Veranstaltung; einen Link zur Sitzung schicke ich Ihnen jeweils vor der Sitzung per E-Mail. Falls nach Ostern eine Umstellung auf Präsenzveranstaltungen sinnvoll scheint, beraten wir im Seminar gemeinsam über das weitere Vorgehen

 

Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall wöchentlich
Datum 01.03.2021 – 31.05.2021
Zeit Montag, 14.15-16.00 - Online Präsenz -
Datum Zeit Raum
Montag 01.03.2021 14.15-16.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Montag 08.03.2021 14.15-16.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Montag 15.03.2021 14.15-16.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Montag 22.03.2021 14.15-16.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Montag 29.03.2021 14.15-16.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Montag 05.04.2021 14.15-16.00 Uhr Ostern
Montag 12.04.2021 14.15-16.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Montag 19.04.2021 14.15-16.00 Uhr - Online Präsenz -, --
Montag 26.04.2021 14.15-16.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Montag 03.05.2021 14.15-16.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Montag 10.05.2021 14.15-16.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Montag 17.05.2021 14.15-16.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Montag 24.05.2021 14.15-16.00 Uhr Pfingstmontag
Montag 31.05.2021 14.15-16.00 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
Module Modul: Praktische Philosophie (Master Studienfach Philosophie)
Modul: Probleme der Praktischen Philosophie (Bachelor Studienfach Philosophie)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Philosophie

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