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60401-01 - Seminar: 'Gender' und 'Medizin' 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2021
Angebotsmuster unregelmässig
Dozierende Frank Luck (frank.luck@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Zurzeit sind Fragen zur Gesundheit besonders virulent, weil sich im Rahmen gesellschaftlicher Transformationsprozesse diese als Wechsel in Perspektiven und als Veränderung bisheriger ‚sicher geglaubter Selbstverständlichkeiten‘ präsentieren können.

In Bezug auf Gesundheit und Krankheit fehlen aber zufolge Wattenberg, Lätzsch, & Hornberg, „[…] immer noch vertiefende Erkenntnisse und differenzierte Daten zum Einfluss des Geschlechts auf Gesundheit, Krankheit, gesundheitsbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen“ (Wattenberg, Lätzsch, & Hornberg, 2019, S. 1194).

Nach wie vor ist es nicht selbstverständlich, Wechselwirkungen von ‚Gender‘ und ‚Medizin‘ in Forschung, Lehre, Therapie, Behandlung und Pflege zu berücksichtigen, vielmehr sind diese weiter zu befördern (vgl. Wattenberg et al., 2019). Mit diesem Seminar und seinem inter-und transdisziplinären Ansatz, soll dazu ‚ein weiterer Schritt‘ unternommen werden.

Im Seminar wollen wir uns, Geschlechterverständnisse in ‚der Medizin‘ und medizinische Bezüge in ‚der Geschlechterforschung‘ anschauen. Welche wissenschaftlichen Perspektiven zu ‚Gender‘ und ‚Medizin‘ können aktuell beschrieben werden? Welche gesellschaftlich-historischen Entwicklungen sind für ein aktuelles Verständnis von ‚Gender‘ und ‚Medizin‘ bedeutsam? Welche Themen sind für die Gesundheitsversorgung relevant? Wo und wie wird das Wissen zu ‚Gender‘ und ‚Medizin‘ erforscht, gelehrt und in der Gesundheitsversorgung berücksichtigt?

Anvisierte Fragen und Themen für das FS 2021 sind (Arbeitsversion, Stand 15. Oktober 2020):
- „Welche Aspekte sind für eine gendersensible Gesundheitsversorgung von Bedeutung?“
- „Haben ,nur‘ Frauen* eine postpartale Depression?“
- Fitness – ‚Körper‘ – Geschlecht – Sport
- Medizinische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen im Kontext von Geschlechtervarianz (z. B. Trans*)
- Was hat Männlichkeit mit Gesundheit zu tun?
Lernziele - Die Student*innen verfügen über Wissen zum Themenfeld ‚Gender‘ und ‚Medizin‘ auf der Grundlage epidemiologischer Daten.

- Die Student*innen wird das kritische und analytische Denken vermittelt, um geschlechterstereotype Sichtweisen im Themenfeld ‚Gender‘ und ‚Medizin‘ zu erkennen und diese kritisch zu reflektieren.

- Die Student*innen sind fähig, Theorien und Konzepte aus der Geschlechterforschung mit ‚Gender‘ und ‚Medizin‘ zu kontextualisieren.

- Die Student*innen können Aspekte für eine geschlechtssensible Gesundheitsversorgung benennen und diese auf eine Umsetzung hin in der Schweiz kritisch diskutieren.

- Der Selbstbezug auf das eigene Wissen und Handeln ermöglicht, das im Seminar erarbeitete Wissen als eine Stärkung persönlicher Reflexionskompetenzen zu nutzen.
Literatur Mögliche Literaturquellen (Stand: 23. November 2020):

APA – American Psychological Association, Boys and Men Guidelines Group. (2018). APA guidelines for psychological practice with boys and men. Zugriff am 23. November 2020, auf https://www.apa.org/about/policy/boys-men-practice-guidelines.pdf

Bourdieu, P. (2005). Die männliche Herrschaft. (J. Bolder, Übers.). Frankfurt am Main: Suhrkamp (Original publiziert 1998).

Brunnett, R. (2009). Die Hegemonie symbolischer Gesundheit. Eine Studie zum Mehrwert von Gesundheit im Postfordismus. Bielefeld: transcript.

Connell, R. (2015). Der gemachte Mann: Konstruktion und Krise von Männlichkeiten (4. durchgeseh. u. erw. Aufl.). Wiesbaden: Springer VS.

de Visser, R. (2019). Gender and Health. In C. D. Llewellyn, S. Ayers, Ch. McManus, St. Newman, K. J. Petrie, T. A. Revenson & J. Weinman (Hrsg.), Cambridge Handbook of Psychology, Health and Medicine (3. Aufl.) (S. 20–24). Cambridge: Cambridge University Press.

Dinges, M. (2016). Männergesundheit im Wandel: Ein Prozess nachholender Medikalisierung? Bundesgesundheitsblatt, 59(8), 925–931. https://doi.org/10.1007/s00103-016-2376-x

Graf, J. (2013). Leistungsfähig, attraktiv, erfolgreich, jung und gesund: Der fitte Körper in post-fordistischen Verhältnissen. Body Politics, 1(1), 139–157.

Gugutzer, R. (2015) Soziologie des Körpers (5. vollst. überarb. Aufl.). Bielefeld: transcript.

Hammarström A., Johansson, K., Annandale, E., Ahlgren, Ch., Aléx, L., Christianson, M., Elwér, S., Eriksson, C., Fjellman-Wiklund, A., Gilenstam, K., Gustafsson, P. E., Harryson, L., Lehti, A., Stenberg, G. & Verdon, P. (2014). Central gender theoretical concepts in health research: the state of the art. Journal of Epidemiology & Community Health, 68(2), 185–190. http://dx.doi.org/10.1136/jech-2013-202572

Hanses, A. (2010). Gesundheit und Biographie - eine Gradwanderung zwischen Selbstoptimierung und Selbstsorge als gesellschaftliche Kritik. In B. Paul & H. Schmidt-Semisch (Hrsg.), Risiko Gesundheit. Über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheitsgesellschaft (S. 89–103). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Kickbusch, I. & Hartung, S. (Hrsg.). (2014). Die Gesundheitsgesellschaft: Konzepte für eine gesundheitsförderliche Politik (2. vollst. überarb. Aufl.). Bern: Huber.

Laquer, Th. (1992). Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis zu Freud. Frankfurt: Campus.

Maihofer, A. (1995). Geschlecht als Existenzweise. Frankfurt am Main: Helmer.

Martschukat, J. (2019). Das Zeitalter der Fitness. Wie der Körper zum Zeichen für Erfolg und Leistung wurde. Frankfurt am Main: Fischer.

Penz, O. (2010). Schönheit als Praxis. Über klassen- und geschlechtsspezifische Körperlichkeit. Frankfurt am Main: Campus.

Schnabel, P.-E. (2015). Einladung zur Theoriearbeit in den Gesundheitswissenschaften. Wege, Anschlussstellen, Kompatibilitäten. Weinheim: Beltz Juventa.

Stiawa, M., Müller-Stierlin, A., Staiger, T., Kilian, R., Becker, T., Gündel, H., Beschoner, P., Grinschgl, A., Frasch, K., Schmauß, M., Panzirsch, M., Mayer, L., Sittenberger, E., & Krumm, S. (2020). Mental health professionals view about the impact of male gender for the treatment of men with depression - a qualitative study. BMC psychiatry, 20(1), 276. https://doi.org/10.1186/s12888-020-02686-x

Wattenberg, I., Lätzsch, R. & Hornberg, C. (2019). Gesundheit, Krankheit und Geschlecht: ein gesundheitswissenschaftlicher Zugang zu Einflussfaktoren und Versorgungssystem. In B. Kortendiek, B. Riegraf & K. Sabisch (Hrsg.), Handbuch Interdisziplinäre Geschlechterforschung. Band 2 (S. 1193–1202). Wiesbaden: Springer VS.

WHO – World Health Organization. Regional Office for Europe. (2018). The health and well-being of men in the WHO European Region: better health through a gender approach. Copenhagen: WHO – Regional Office for Europe. Zugriff am 23. November 2020, auf http://www.euro.who.int/de/publications/abstracts/the-health-and-well-being-of-men-in-the-who-european-region-better-health-through-a-gender-approach-2018

Yousaf, O., Grunfeld, E. A. & Hunter, M. S. (2015). A systematic review of the factors associated with delays in medical and psychological help-seeking among men, Health Psychology Review, 9(2), 264–276. https://doi.org/10.1080/17437199.2013.840954
Bemerkungen Liebe Student*innen

Gemäss Information der Universität Basel am Freitag, 15. Januar 2021 starten wir das Frühjahrssemester 2021 (FS 2021), wegen der anhaltend angespannten epidemiologischen Situation, mit vollständigem Online-Unterricht.

Deshalb beginnt das Seminar 'Gender' und 'Medizin' am Montag, 1. März 2021 um 10:15 Uhr online. Einen entsprechenden Link per Zoom schicke ich Ihnen gerne bis zum Montag, 22. Februar 2021 zu.

Gerne zu Ihrer weiteren Information: Sollte ein Präsenzunterricht während des FS 2021 wieder möglich sein, wird das Seminar in hybrider Form bis zur letzten Seminarsitzung am Montag, 31. Mai 2021 angeboten, als online und in Präsenz.

Ich wünsche Ihnen bis zum Start des Seminars eine gute Zeit und Gesundheit.

Bei Fragen erreichen Sie mich gerne per E-Mail und auf dem Mobiltelefon unter der Nummer: +41()76 327 78 88.

Herzliche Grüsse
Frank Luck

 

Teilnahmebedingungen - Regelmässige Teilnahme: Nicht mehr als 2 Absenzen. Es wird eine Anwesenheitsliste geführt.

- Lektüre der obligatorischen Texte.

- Aktive Teilnahme am Seminar.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 01.03.2021 – 31.05.2021
Zeit Montag, 10.15-11.45 ZLF, Kleiner Hörsaal
Datum Zeit Raum
Montag 01.03.2021 10.15-11.45 Uhr ZLF, Kleiner Hörsaal
Montag 08.03.2021 10.15-11.45 Uhr ZLF, Kleiner Hörsaal
Montag 15.03.2021 10.15-11.45 Uhr ZLF, Kleiner Hörsaal
Montag 22.03.2021 10.15-11.45 Uhr ZLF, Kleiner Hörsaal
Montag 29.03.2021 10.15-11.45 Uhr ZLF, Kleiner Hörsaal
Montag 05.04.2021 10.15-11.45 Uhr Ostern
Montag 12.04.2021 10.15-11.45 Uhr ZLF, Kleiner Hörsaal
Montag 19.04.2021 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 102
Montag 26.04.2021 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 102
Montag 03.05.2021 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 102
Montag 10.05.2021 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 102
Montag 17.05.2021 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 102
Montag 24.05.2021 10.15-11.45 Uhr Pfingstmontag
Montag 31.05.2021 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 102
Module Modul: Methoden und Felder der Kulturanthropologie (Bachelor Studienfach Kulturanthropologie)
Modul: Research Lab Kulturanthropologie (Master Studienfach Kulturanthropologie)
Modul: Themenfelder der Geschlechterforschung (Bachelor Studienfach Geschlechterforschung)
Modul: Vertiefung Themenfelder der Geschlechterforschung (Master Studienfach Geschlechterforschung)
Vertiefungsmodul (Transfakultäre Querschnittsprogramme im freien Kreditpunkte-Bereich)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Gruppenpräsentation (mündlich):
Gruppenpräsentationen: Dauer ca. 20 Minuten, Referat in Teams zu einem gewählten Thema im Bereich ‚Gender‘ und ‚Medizin‘. Bitte planen Sie 20 Minuten für Fragen und Diskussion im Anschluss an das Referat ein. Die Gesamtzeit der Gruppenpräsentationen sollte nicht länger als 40 Minuten betragen.

Kriterien zur Beurteilung der Gruppenpräsentation:
- Das gewählte Thema hat einen Bezug zum Seminar: ‚Gender‘ und ‚Medizin‘.
- Die Ausgangsfragestellung bzw. die Ausgangsfragestellungen sind nachvollziehbar.
- Die Ergebnisse und/oder die Thesen Ihrer Arbeit sind präzise und verständlich präsentiert.
- Die Ergebnisse und/oder die Thesen Ihrer Arbeit werden im Rahmen der Gruppenpräsentation konstruktiv-kritisch diskutiert.
- Das Fazit zur Bearbeitung Ihrer Fragestellung ist formuliert.
- Das Handout zur Gruppenpräsentation (maximal 15 Seiten) bildet die Bearbeitung des gewählten Themas ab.
- Die Regeln zum Zitieren von Literatur werden gemäss der jeweiligen Studienrichtung im Handout eingehalten.
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Gender Studies

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