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58969-01 - Vorlesung: Linguistik im digitalen Zeitalter 2 KP

Semester Herbstsemester 2021
Angebotsmuster unregelmässig
Dozierende Heike Behrens (heike.behrens@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt In dieser Vorlesung stellen wir aktuelle Arbeitsgebiete und Methoden der "digitalen Linguistik" vor. Dies ist keine Richtung an sich, sondern dient als Oberbegriff für eine Reihe von Fragestellungen, die in der Sprachwissenschaft und ihren Nachbargebieten mittels Korpusanalyse von Datenbanken oder (teil)automatisierten Analysen von Interaktion (face-to-face oder computer-mediated) beantwortet werden. Die in der Linguistik entwickelten qualitativen und quantitativen Methoden sind grundlegend für die heutigen "Digital Humanities". Während in der Tradition der strukturalistischen und formalen Linguistik die Suche nach Regeln im Vordergrund stand, stehen heute Dynamik, Wandel und Variation im Vordergrund: Wie passen wir unseren Sprachgebrauch dem aktuellen Kontext an? Wie verändert sich dies im Laufe der Zeit? Moderne Verfahren helfen uns, über die Beschreibung hinaus das Zusammenspiel verschiedener Faktoren genauer zu erfassen.


Zu den Themenkreisen gehören:
- Emergenz und Veränderung sprachlicher Systeme - von Konnektionismus zu deep learning
- Varietäten und Variabilität von Sprachen und Genres
- Systematik und Variabilität menschlicher Interaktion in verschiedenen Kontexten
- Einfluss digitaler Medien auf die Kommunikation und das Medium selbst



Datum, Vortragende und Thema (Stand 6.9.2021)

21.9. Heike Behrens (Univ. Basel, Deutsches und Englisches Seminar)
Einführung zu digitalen Methoden in der Linguistik und Arbeitsfeldern im Bereich der Computerlinguistik
• Roadmap der Vorlesung, Digital Linguistics =
• Digital Data: von big data-mining bis zu gezielter Korpuserstellung
• Digital Methods: Datenbankstrukturen, Kodierung, Auswertung
• Digital Literacies: Kommunikation in und mit digitalen Medien


28.9. Thomas Schmidt (Univ. Basel, RISE-Koordinator/ Leibniz Institut für deutsche Sprache, Mannheim) Digitale Erschließung und Analyse gesprochener Sprache

Anhand des Workflows, der für das Forschungs- und Lehrkorpus Gesprochenes Deutsch (FOLK) verwendet wird, stellt der Vortrag stellt verschiedene digitale Tools und Methoden vor, mit denen audiovisuelle Aufnahmen gesprochener Sprache für die Analyse erschlossen (transkribiert, annotiert, durchsucht, ausgewertet) werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei die Software-Werkzeuge des EXMARaLDA-Systems und die Datenbank für gesprochenes Deutsch (DGD).


5.10. Gerhard Lauer (Univ. Basel, Digital Humanities / Univ. Mainz, Buchwissenschaft)
Wie man Literaturwissenschaft mit linguistischen Methoden betreiben kann

Literaturwissenschaft lernt notwendigerweise von der Linguistik, wenn sie eine computationelle Literaturwissenschaft wird. Von diesem Transformationsprozess der Literaturwissenschaft hin zu einer immer auch linguistischen Literaturwissenschaft handelt der Vortrag,


12.10. Mirjam Weder (Univ. Basel, Deutsches Seminar)
«Sehr geehrter Herr Bundesrat» – Korpusbasierte Genre-Analyse am Beispiel von Vernehmlassungen

Am Beispiel des Genres Vernehmlassung werden korpuslinguistische Verfahren der Genre-Analyse vorgestellt. Im Zentrum stehen Schlüsselwort-Analysen und die Extraktion von genre-typischen Konstruktionen.


19.10. Lars Konieczny (Univ. Freiburg i.Br., Kognitionswissenschaft)
Kognitive Grundlagen des Sprachbegriffs im Konnektionismus (machine learning / deep learning)
Wie verhält sich das Konzept von Sprache in selbstlernenden Systemen zu denen in der klassischen Linguistik? Wie können die Repräsentationen solcher Systeme unser Konzept von Sprache als mentales System vertiefen?


26.10. Sascha Wolfer (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim)
Corona, nichts als Corona? Auswirkungen der Pandemie auf den deutschen (Onlinepresse-)Wortschatz

Es werden Methoden des Text- oder Data-minings vorgestellt, die die Grundlagen für die Analyse aktueller Entwicklungen in der Sprache sind.


2.11. Alexander Ziem (Univ. Düsseldorf, Germanistik)
Sprache als Konstruktikon: digitale Perspektiven und Herausforderungen

Modellierung des Sprachsystems als dynamisches Netzwerk: Erfassung der Konstruktionen des Deutschen und ihrer Bedeutungen und Bedeutungsbeziehungen mittels Informationen aus dem FrameNet

9.11. Holger Keibel (Karakun AG, Basel)
Einsatz computerlinguistischer Methoden in industriellen Softwarelösungen

In dem Teilbereich der Künstlichen Intelligenz, der sich mit computerlinguistischen Aufgaben beschäftigt, wurden in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Dies betrifft insbesondere Deep-Learning-Verfahren, die immer feinere sprachliche Unterscheidungen lernen können und deshalb in akademischen Studien beeindruckende Resultate erzielen. In diesem Vortrag illustriere ich, warum in der industriellen Anwendung trotzdem oftmals auf klassische Verfahren zurückgegriffen wird und welche Herausforderungen hier auftreten können.


16.11. Daniel Müller-Feldmeth (Univ. Basel, Deutsches Seminar)
«Leuchtraketen nützt auch nicht weil am Tag können sie das nicht sehen» Visualisierung und quantitative Analyse argumentativer Gespräche

Anhand von Daten argumentativer Peer-Gespräche unter Schulkindern werden Möglichkeiten der Visualisierung und der quantitativen Analyse mündlicher Daten vorgestellt.

23.11. Miriam Locher (Univ. Basel, Englisches Seminar)
"Were they not formal before?”: The pragmatics of fiction in translated relational work scenes of Korean TV drama and its uptake in timed comments

This presentation illustrates how new forms of interactive watching affect the fictional product itself.


30.11. Thomas Messerli (Univ. Basel, Englisches Seminar)
Changed and unchanged views: A corpus of persuasive practices on the subreddit CMV

This talk explores aspects of corpus building for a particular purpose and of corpus-based linguistic pragmatic research on the example of data from the subreddit CMV, where original posters invite commenters to change their view.


7.12. Martin Luginbühl (Univ. Basel, Deutsches Seminar)
Medialität und Textualität: Mediale Affordanzen am Beispiel von Online-Zeitungen

Kommunikation ist medial durchformt - Medien bieten bestimmte Nutzungsmöglichkeiten, und unsere Nutzung kann die entsprechenden medialen Handlungsspielräume beeinflussen. In der Vorlesung wird das Konzept der „medialen Affordanzen“ erläutert, mit dem damit zusammenhängende Phänomene erfasst werden. Illustriert werden die Ausführungen mit Analysen von Online-Zeitungen.


14.12. Klausur

Weblink Registrierung für Webinar

 

Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 21.09.2021 – 21.12.2021
Zeit Dienstag, 16.15-18.00 - Online Präsenz -
Datum Zeit Raum
Dienstag 21.09.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 28.09.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 05.10.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 12.10.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 19.10.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 26.10.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 02.11.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 09.11.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 16.11.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 23.11.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 30.11.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 07.12.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 14.12.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Dienstag 21.12.2021 16.15-18.00 Uhr --, --
Module Doktorat Allgemeine Sprachwissenschaft: Empfehlungen (Promotionsfach Allgemeine Sprachwissenschaft)
Doktorat Französische Sprachwissenschaft: Empfehlungen (Promotionsfach Französische Sprachwissenschaft)
Doktorat Iberoromanische Sprachwissenschaft: Empfehlungen (Promotionsfach Iberoromanische Sprachwissenschaft)
Doktorat Italienische Sprachwissenschaft: Empfehlungen (Promotionsfach Italienische Sprachwissenschaft)
Doktorat Sprachwissenschaft des Englischen: Empfehlungen (Promotionsfach Sprachwissenschaft des Englischen)
Modul: Advanced English Linguistics (Bachelor Studienfach Englisch)
Modul: Aufbaustudium Deutsche Sprachwissenschaft (Bachelor Studienfach Deutsche Philologie)
Modul: Deutsche Sprachwissenschaft (Master Studienfach Deutsche Philologie)
Modul: Digital Humanities, Culture and Society (Master Studienfach Digital Humanities)
Modul: English Linguistics (Master Studienfach Englisch)
Modul: Forschungspraxis und Vertiefung (Master Studiengang Sprache und Kommunikation)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft BA (Bachelor Studienfach Englisch)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft BA (Bachelor Studienfach Italianistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft BA (Bachelor Studienfach Hispanistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft BA (Bachelor Studienfach Französistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft BA (Bachelor Studienfach Deutsche Philologie)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft BA (Bachelor Studienfach Nordistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Latinistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Englisch)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Französistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Deutsche Philologie)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Slavistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Nordistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Italianistik)
Modul: Interphilologie: Sprachwissenschaft MA (Master Studienfach Hispanistik)
Modul: Sprache als Prozess (Master Studiengang Sprache und Kommunikation)
Modul: Sprache als System (Master Studiengang Sprache und Kommunikation)
Modul: Sprache und Gesellschaft (Master Studiengang Sprache und Kommunikation)
Wahlbereich Master Deutsche Philologie: Empfehlungen (Master Studienfach Deutsche Philologie)
Leistungsüberprüfung Leistungsnachweis
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Klausur (Essay) am 14.12.2021
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung eine Wiederholung, Wiederholung zählt
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Departement Sprach- und Literaturwissenschaften

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