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67291-01 - Seminar: MärtyrerInnen, Baptisterien und Klöster. Frühe Spuren des Christentums auf dem Gebiet der heutigen Schweiz während Spätantike und beginnendem Mittelalter 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2023
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Michael Bangert (michael.bangert@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Das Christentum verbreitete sich im Gebiet der heutigen Schweiz über die Strukturen des Römischen Reiches. Dieses wurde im 4. Jahrhundert im Zuge einer Verwaltungsreform in vier Präfekturen, diese in sogenannte Diözesen und diese wiederum in Provinzen aufgeteilt. Das Gebiet der Schweiz gehörte im Wesentlichen sechs Provinzen an. Alte Siedlungen wie Genf, Sitten, Chur oder Basel entwickelten sich zu selbstständigen Civitates, die für den Aufbau von Kirchen und Bischofssitzen (Bistümer) in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts von Bedeutung waren. Für die Zeit vor 311 gibt es keine unmittelbaren Zeugnisse, welche die Anwesenheit von Christen in der Schweiz belegen würden. Den tradierten Legenden zufolge kam es hier jedoch zu einem frühen Aufschwung des Christentums. Eine wahrscheinlich aus dem 8. Jahrhundert stammende Legende besagt, dass der englische König Luzius zur Zeit des Apostels Paulus im Gebiet der Schweiz Heiden getauft haben soll. Die Legende vom heiligen Beatus, der als erster Apostel Christi in der Region Thun dargestellt wird, geht auf das 13. Jahrhundert zurück und wurde im 16. Jahrhundert niedergeschrieben. Den Bericht vom Massaker an der Thebäischen Legion während der grossen Christenverfolgungen 303-305 hielt Bischof Eucherius von Lyon im 5. Jahrhundert fest. Zwischen dem 9. und dem 13. Jahrhundert wurden weitere Märtyrer mit dieser Legende verknüpft: Ursus und Victor in Solothurn, Felix und Regula und später Exuperantius in Zürich sowie Verena in Zurzach. Die Legenden über diese Märtyrer können zwar mit der Entdeckung römischer Gräber in Zusammenhang gebracht werden, gelten aber nicht als zuverlässige historische Zeugnisse für die Anfänge des Christentums in der Schweiz. Sie belegen jedoch die ab dem 4. Jahrhundert bestehenden Bestrebungen zur Schaffung einer christlichen Identität, zu der eine eigene Vergangenheit und Kultstätten gehören. Der Bischof Iustinianus wird 346 beim Kölner Konzil erwähnt, er wird mit dem Bistum Augst in Verbindung gestanden haben. Das Bistum Konstanz, das zu Beginn des 7. Jahrhunderts gegründet wurde, war jenes der Alemannen. Die grosse Klostergründungswelle im 8. Jahrhundert fand in einem bereits christianisierten Land statt. 515 bestimmte der Burgunderprinz Sigismund Acaunum zum religiösen Zentrum. Weitere Klöster wie Romainmôtier sind seit Anfang des 6. Jahrhunderts belegt. Als die Franken 534 über die Burgunder siegten, war das Christentum im Gebiet der heutigen Westschweiz schon fest verankert. Das Seminar wird sich mit den Spuren der ersten Christianisierungswellen befassen und der Struktur der Christianisierung anhand von archäologischen Quellen, sowie schriftlichen Dokumenten und Legenden befassen.
Lernziele 1. Die Teilnehmenden kennen die zeitlichen und inhaltlichen Abläufe der Christianisierung der Gebiete der heutigen Schweiz.
2. Sie können diese in den Kontext der europäischen Kirchengeschichte einordnen.
3. Das Seminar stellt die Wege und Motive der einzelnen Christianisierungswellen vor und erläutert diese.
4. Die Teilnehmenden kennen die zentralen Orte, an denen sich die Christianisierung dokumentiert.
Literatur 1. Quellen
• Peter Guyot, Richard Klein (Hrsg.): Das frühe Christentum bis zum Ende der Verfolgungen. Eine Dokumentation. Bd. 1: Der Staat. Bd. 2: Die Gesellschaft. Darmstadt 2006.
• Adolf Martin Ritter (Hg.), Volker Leppin (Hg.), Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen - Band II. Neukirchen-Vluyn 2021.

2. Einführungen und Gesamtdarstellungen
• Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Die westliche Christenheit von 400 bis 900. Kohlhammer, Stuttgart 2001.
• Anne Bielman: "Christianisierung", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).
• Peter Brown: The Rise of Western Christendom. 2., erweiterte Auflage. Blackwell, Oxford 2003.
• Karl Baus: Von der Urgemeinde zur frühchristlichen Großkirche. (= Handbuch der Kirchengeschichte. Bd. I). Freiburg u.a.: Herder 1999.
• David Bentley Hart: Die Geschichte des Christentums: Glaube, Kirche, Tradition. National Geographic, 2010.
• Matthew Innes: Introduction to Early Medieval Western Europe, 300–900: The Sword, the Plough and the Book. Routledge, London u. a. 2007.
• Thomas Kaufmann u.a. (Hg.), Ökumenische Kirchengeschichte. Bd 1: Von den Anfängen bis zum Mittelalter. WBG, München 2011.
• Johannes Preiser-Kapeller: Jenseits von Rom und Karl dem Großen. Aspekte der globalen Verflechtung in der langen Spätantike, 300–800 n. Chr. Mandelbaum Verlag, Wien 2018.
• Friedrich Prinz: Von Konstantin zu Karl dem Großen. Entfaltung und Wandel Europas. Artemis und Winkler, Düsseldorf/Zürich 2000.
• Lukas Vischer et.al. (Hg.), Ökumenische Kirchengeschichte der Schweiz, Paulus , Fribourg 1998.
• François Walter, Une histoire de la Suisse. Editions Alphil, Neuchâtel 2016.
• Marco Zanoli u. François Walter (HG.), Historischer Atlas der Schweiz. Hierund jetzt Zürich 2022..

 

Teilnahmebedingungen ---
Anmeldung zur Lehrveranstaltung digital
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 23.02.2023 – 01.06.2023
Zeit Donnerstag, 12.15-14.00 Theologie, Grosser Seminarraum 002
Datum Zeit Raum
Donnerstag 23.02.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 02.03.2023 12.15-14.00 Uhr Fasnachstferien
Donnerstag 09.03.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 16.03.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 23.03.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 30.03.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 06.04.2023 12.15-14.00 Uhr Ostern
Donnerstag 13.04.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 20.04.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 27.04.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 04.05.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 11.05.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 18.05.2023 12.15-14.00 Uhr Auffahrt
Donnerstag 25.05.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 01.06.2023 12.15-14.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Module Modul: Ältere Kirchen- und Theologiegeschichte (KG 2) (Bachelor Studienfach Theologie)
Modul: Ältere Kirchen- und Theologiegeschichte (KG 2) (Bachelorstudium: Theologie)
Modul: Christentumsgeschichte (Masterstudium: Theologie)
Modul: Religiöse Überzeugungen in Geschichte und Gegenwart (Masterstudium: Interreligious Studies)
Leistungsüberprüfung Leistungsnachweis
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Impulsreferat
Aktive Teilnahme
Teilnahme an Kurz-Exkursionen.
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: Dozierende
Wiederholungsprüfung eine Wiederholung, bester Versuch zählt
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Theologische Fakultät, studiendekanat-theol@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Theologie

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