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67286-01 - Seminar: Krisentheologie?! Zur Orientierungskraft der Theologie Karl Barths in den gesellschaftlichen Krisen ihrer Zeit 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2023
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Georg Pfleiderer (georg.pfleiderer@unibas.ch, BeurteilerIn)
Peter Zocher (peter.zocher@unibas.ch)
Inhalt
«Theologie des Wortes Gottes», «Dialektische Theologie, aber vor allem: «Theologie der Krisis», «Krisentheologie» (in heutigem Deutsch), war der Name, unter dem die Theologie Karl Barths und seiner Mitstreiter in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ihren Siegeszug durch die akademisch-theologische Landschaft und später auch die Kirchen antrat. Nicht von ungefähr: Barths dialektische Wort Gottes-Theologie ist ein Kind der Krise, nämlich der umfassenden Kulturkrise, die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg vor allem in Deutschland um sich gegriffen hatte. Dieses allgemeine Bewusstsein der Krise der Institutionen, aber auch der Krise der modernen Traditionen, Liberalismus, Humanismus, Sozialismus vertiefte – oder überhöhte – die Theologie Karl Barths zur «absoluten Krisis von Zeit und Ewigkeit», in die der Mensch vor Gott, durch die Offenbarung Gottes in Jesus Christus, gestellt sei. Gegenüber dieser absoluten Krise würden, so Barth, alle menschlichen, geschichtlichen Krisen nahezu zur Harmlosigkeit verblassen – bzw. aus ihr bezogen sie aus Barths Sicht insgeheim ihre Bedrohlichkeit, aber eventuell auch die sich mit ihnen verbindende Hoffnung. Wahrer ‘Liberalismus’ und wahrer ‘Sozialismus’ sei nicht in politischen Programmen, sondern einzig in der im Neuen Testament bezeugten Selbstoffenbarung Gottes zu finden.
Auch nach in den frühen 1930er Jahren beginnenden Institutionalisierung zur «Kirchlichen Dogmatik» ist Barths Theologie «Krisentheologie» geblieben, zumindest in dem Sinne, dass Barth sie in Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Krisen dieser und der folgenden Jahre weiterentwickelte. So wurde sie zur wichtigen Orientierungshilfe für viele in der politischen und existenziellen Krise, die der Nationalsozialismus für Deutschland, Europa und die Welt bedeutete; aber auch in der krisenhaften Zeit des Kalten Krieges, in einem geteilten Europa, unter dem bedrohlichen Schatten atomarer Selbstzerstörung der Menschheit.

Das Seminar bietet eine Einführung in die Theologie Karl Barths und lotet ihre ‘krisendiagnostische’ aber auch ‘krisentherapeutische’ Orientierungskraft aus. Ist die theologische ‘Verabsolutierung’ der Krisenhaftigkeit moderner Gesellschaften zur Krisenhaftigkeit des Menschen vor Gott und deren Überwindung durch Gott in Jesus Christus eine sinnvolle, gar die einzig richtige theologische Option? Oder führt sie womöglich Theologie und Kirchen in ein Jenseits gesellschaftlicher Verantwortung und Relevanz? Wie ist – angesichts unserer heutigen und künftigen – politischen, wirtschaftlichen, ökologischen, wirtschaftlichen – Krisen Barths Krisentheologie weiterzuentwickeln, soll sie letztere Gefahr vermeiden und eventuell das erstere leisten?
Lernziele - Verständnis für den theologischen Ansatz Barths und Kenntnis der wichtigsten Entwicklungsschritte seiner Theologie.
- Kenntnis der zeit- und ideengeschichtlichen Hintergründe
- Urteilsfähigkeit bzgl. der Orientierungskraft der Barthschen Theologie in gesellschaftlichen Krisen
- fortgeschrittene Meinungsbildung in der Frage, was Theologie in gesellschaftlichen Krisen leisten kann.
Literatur Christiane Tietz: Karl Barth. Ein Leben im Widerspruch, München 2018.
Bemerkungen Das Seminar wird zur Hälfte in Form eines Blockseminars abgehalten, das am 17. und 18. März in einem Tagungshaus in Klosters/GR stattfindet. Wir werden uns dort selbst versorgen. Allgemeine Anreise ist am Donnerstag, dem 16.3., Heimreise am Sonntag, 19.3. Klosters/Davos ist eines der attraktivsten Wintersportgebiete der Schweiz. Das (verlängerte Seminarwochenende) wird – bei entsprechend terminierter An- und Abreise – genügend Zeit für gemeinsame oder individuelle Outdoor-Aktivitäten bieten. Kostenbeteiligung in Höhe von voraussichtlich ca. 75 CHF (inkl. drei Übernachtungen, Mahlzeiten; bei eigener An- und Abreise; Reduktionen auf Antrag möglich). Nachfragen zum Ablauf etc. gerne an: Georg.Pfleiderer@unibas.ch
Zusätzlicher HINWEIS: Bachelorstudierende Theologie können dieses Seminar für Modul ST 4 belegen.

 

Teilnahmebedingungen Keine besondere
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Möglichst vor dem 2. Februar (konstituierende Sitzung!) via Email an Georg.Pfleiderer@unibas.ch
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
unregelmässig Siehe Einzeltermine
Bemerkungen Do. 2. Feb. 2023 (konstituierende Sitzung) Weitere Termine: Do. 23.2., 9.3., 30.3., 20.4., 4.5., 25.5.2022 Blocktermin 17./18.03.2023 (Klosters)

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Donnerstag 02.02.2023 16.15-18.00 Uhr Theologie, Kleiner Seminarraum 201
Donnerstag 23.02.2023 16.15-18.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 09.03.2023 16.15-18.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Freitag 17.03.2023 09.00-18.00 Uhr Findet 17./18.03.2023 in Klosters statt, --
Samstag 18.03.2023 09.00-18.00 Uhr Findet 17./18.03.2023 in Klosters statt, --
Donnerstag 30.03.2023 16.15-18.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 20.04.2023 16.15-18.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 04.05.2023 16.15-18.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Donnerstag 25.05.2023 16.15-18.00 Uhr Theologie, Grosser Seminarraum 002
Module Doktoratsstudium Theologie: Empfehlungen (Doktoratsstudium - Theologische Fakultät)
Modul: Biblische und systematische Theologie (Masterstudium: Theologie)
Modul: Ethik des Christentums - Fundamentalethik (ST/E 1) (Master Studienfach: Theologie)
Modul: Ethik des Christentums – Fundamentalethik (ST/E 1) (Masterstudium: Theologie)
Modul: Ethik des Christentums - materiale Ethik, Ethik der Lebensführung (ST/E 2) (Master Studienfach: Theologie)
Modul: Ethik des Christentums – materiale Ethik, Ethik der Lebensführung (ST/E 2) (Masterstudium: Theologie)
Modul: Institutionen, Verbände, Religionsgemeinschaften (Masterstudium: Religion - Wirtschaft - Politik)
Modul: Religiöse Überzeugungen in Geschichte und Gegenwart (Masterstudium: Interreligious Studies)
Leistungsüberprüfung Leistungsnachweis
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Das Seminar ist eine 'interaktive' Lehrveranstaltung: erwartet wird regelmässige Teilnahme, insbesondere auch am Blockseminar (17./18.3. in Klosters), Vorbereitung der für die Sitzungen jeweils angegebenen Texte sowie die Bereitschaft zum Erbringen einer vertieften Einzelleistung (i.d.R. Referat).
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: Dozierende
Wiederholungsprüfung eine Wiederholung, bester Versuch zählt
Skala 1-6 0,5
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Theologische Fakultät, studiendekanat-theol@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Theologie

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