Zur Merkliste hinzufügen
Zurück

 

67298-01 - Vorlesung: Apocalypse now? Zu Funktion und Leistung von Religion und Theologie in den Grosskrisen der Moderne 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2023
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Georg Pfleiderer (georg.pfleiderer@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Wenn in der gegenwärtigen Klimakrise oder auch bei sonstigen gesellschaftlichen Krisen in Wirtschaft, Politik oder Umwelt Religion ins Spiel kommt, dann zumeist in Gestalt einer bestimmten Metaphorik: der Rede von «Apokalypse» bzw. «Apokalyptik». Drohende oder auch eintretende (menschengemachte) Katastrophen werden oft als «apokalyptisch» beschrieben – und in Filmen und Büchern entsprechend ausgemalt. «Apokalyptik» bzw. «Apokalypse» meint in solchen Zusammenhängen: eine Katastrophe des grösstmöglichen Ausmasses, potenziell den ‘Weltuntergang’, die Selbstzerstörung der Menschheit oder der Lebensbedingungen höher entwickelten Lebens.
Die Vorlesung möchte klären, was es mit dieser Metaphorik auf sich hat: woher kommt sie? Was bedeutet bzw. bedeutete sie eigentlich? Die Semantik führt auf die Bibel: Welchen Stellenwart hat der Umgang mit ultimativen Katastrophen für die Bibel und die biblischen Religionen? Gerade das Christentum ist durchaus als ‘apokalyptische Religion’ anzusprechen. Aber in welchem Sinne? Wie ist in der Geschichte des Christentums mit Endzeitvorstellungen umgegangen worden? Wie haben sie unsere moderne westliche, technische Zivilisation geprägt? Vielleicht mehr als es uns heutigen ‘säkularen’ Menschen bewusst ist. Ist womöglich, wie Walter Benjamin und andere vermutet haben, auch der neuzeitliche Kapitalismus auf diesem Boden gewachsen? Sind dessen allfällige zerstörerische Folgen dann eventuell ‘apokalyptische’ Effekte nicht nur im metaphorischen, sondern auch im ideen- und kulturgeschichtlich kausalen Sinn?
Religion, auch das Christentum, ist mit (potenziell ultimativen) Katastrophen aber nicht nur in ‘apo-kalyptischer’ Perspektive verbunden. Der Schuld- und Versöhnungsgedanke ist den biblischen Tradi-tionen seit der Sintfluterzählung eingeschrieben. Religiöser Glaube kann jedoch auch Hoffnung stiften in scheinbar aussichtslosen Szenarien; religiöse Bewegungen sind stets auch wichtige Kraft- und Aktivitätszentren im Kampf gegen selbst verursachte Katastrophen gewesen: in der Anti-Atombewegung, auch in der Umweltbewegung standen und stehen gerade Christinnen und Christen an vorderster Stelle. Auch davon wird die Vorlesung handeln. Die biblischen Religionen werden dabei im Mittelpunkt stehen.
Die Vorlesung wendet sich an alle, die sich für das Verhältnis von gesellschaftlichen Grosskrisen bzw. menschenverursachten grossen Katastrophen und Religion, namentlich Christentum und Judentum, interessieren.
Lernziele - Erweiterte Kenntnisse über den Zusammenhang von Religion (namentlich Christentum und Judentum) und menschengemachte Grosskatastrophen
- Schärfung theologischer (philosophischer und historischer) Deutungskompetenz
Literatur Betz, Gregor J.; Bosancic, Sasa (Hg.): Apokalyptische Zeiten. Endzeit- und Katastrophenwissen gesellschaftlicher Zukünfte, Weinheim/Basel 2021.
Matern, Harald; Pfleiderer, Georg (Hg.): Krise der Zukunft I. Apokalyptische Diskurse in interdisziplinärer Diskussion, Zürich 2020.
Pfleiderer, Georg; Matern, Harald; Köhrsen, Jens (Hg.): Krise der Zukunft II. Verantwortung und Frei-heit angesichts apokalyptischer Szenarien, Zürich 2018.
Walter, Francois: Katastrophen. Eine Kulturgeschichte vom 16. bis ins 21. Jahrhundert, Stuttgart 2010.
Wassen, Cecilia; Hägerland, Tobias: Jesus the Apocalyptical Prophet, London u.a.. 2021.
Bemerkungen Kontaktadresse: Georg.Pfleiderer@unibas.ch

 

Teilnahmebedingungen Die Vorlesung wendet sich an Studierende der Theologie, aber auch ausdrücklich an Studierende anderer Fächer (Jüdische Studien, Religionswissenschaft, RWP, Philosophie, Geschichte, Soziologie, Psychologie etc.) und darüber hinaus an alle an der Thematik interessierten Hörerinnen und Hörer. Möglichst regelmässige Teilnahme ist sinnvoll und erwünscht.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall wöchentlich
Datum 21.02.2023 – 30.05.2023
Zeit Dienstag, 10.15-12.00 Kollegienhaus, Hörsaal 115
Datum Zeit Raum
Dienstag 21.02.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 28.02.2023 10.15-12.00 Uhr Fasnachstferien
Dienstag 07.03.2023 10.15-12.00 Uhr Fällt aus (Probevorträge KG)
Dienstag 14.03.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 21.03.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 28.03.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 04.04.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 11.04.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 18.04.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 25.04.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 02.05.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 09.05.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 16.05.2023 10.15-12.00 Uhr Fällt aus wegen Fakultätstagung Theologie
Dienstag 23.05.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Dienstag 30.05.2023 10.15-12.00 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 115
Module Doktoratsstudium Theologie: Empfehlungen (Doktoratsstudium - Theologische Fakultät)
Modul: Antike / monotheistische / aussereuropäische Religionen (Bachelor Studienfach Religionswissenschaft)
Modul: Ethik des Christentums - materiale Ethik, Ethik der Lebensführung (ST/E 2) (Master Studienfach Theologie)
Modul: Ethik des Christentums – materiale Ethik, Ethik der Lebensführung (ST/E 2) (Masterstudium: Theologie)
Modul: Institutionen, Verbände, Religionsgemeinschaften (Masterstudium: Religion - Wirtschaft - Politik)
Modul: Religion, Gesellschaft, Staat (Masterstudium: Interreligious Studies)
Modul: Theologie im Kontext des Weltchristentums (Masterstudium: Theologie)
Modul: Transfer: Europa interdisziplinär (Master Studiengang Europäische Geschichte in globaler Perspektive )
Leistungsüberprüfung Leistungsnachweis
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Vorlesungsprüfung in Form eines schriftlichen Tests am 20. Juni 2023 (10-12 Uhr), bei Verhinderung u.U Ausweichtermin möglich. Vorbereitung darauf ist regelmässige, aufmerksame Teilnahme an den Vorlesungen sowie die Kenntnis ausgewählter Literatur, die im Semesterplan bzw. zu den Sitzungen angegeben wird.
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: Dozierende
Wiederholungsprüfung eine Wiederholung, bester Versuch zählt
Skala 1-6 0,5
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Theologische Fakultät, studiendekanat-theol@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Theologie

Zurück