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67743-01 - Forschungsseminar: Horrende Antike – Horror in der Antike 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2023
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Anne-Sophie Meyer (anne-sophie.meyer@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Der Workshop "horrende Antike – Horror in der Antike" nimmt sich eines Themas an, das in der altertumswissenschaftlichen Forschung kaum Beachtung findet: Der Komplex des Grauens/Horrors in der Antike, aber auch im Umgang mit der Antike. Angestrebt wird eine Auseinandersetzung mit Begriffen und Fallbeispielen aus der Antike und Rezeptionsgeschichte, aus der archäologischen Praxis und aus literaturwissenschaftlicher Sicht, von den materiellen Befunden ausgehend bis zur musealen Vermittlung. Angesprochen werden u.a. die ethischen Herausforderungen bei der Präsentation von menschlichen Überresten in Museen; das Narrativ der Archäologie als "verbotene" Wissenschaft und Grabschändung; antiker Horror und Gewalt in literarischen Texten und archäologischen Überresten; Ruinen als horrende Landschaft...
Ausgehend von modernen Horrorgeschichten, die einen klaren Bezug zur Antike aufweisen, sollen zunächst moderne Definitionen und Narrative zu Horror und Grauen vorgestellt werden, um eine gemeinsame Basis für den Workshop zu schaffen. Im Anschluss sollen in thematischen Sitzungen verschiedene Fallbeispiele in Absprache mit den Teilnehmenden diskutiert werden. Dies öffnet den Blick auf einen Vergleich zeitgenössischer musealer Ausstellungen von menschlichen Überresten, makabren Gegenständen und Geschichten und wissenschaftlicher Praxis und Erfahrungen bei archäologischen Ausgrabungen: Wird hier dasselbe Narrativ, dieselbe Vorstellung von Horror bedient? Was sind ethische Schwierigkeiten bei der musealen Präsentation? Setzt man bei der Vermarktung mehr auf Effekthascherei oder sieht man die Darbringung als gerechtfertigt an? Wie können derartige Themenfelder überhaupt ethisch vertretbar gezeigt werden?

In einem zweiten Schritt soll mit den Teilnehmenden geprüft werden, ob und wie die erzielten Beobachtungen auf die Antike übertragbar sind und welche Kriterien in den Altertumswissenschaften verwendet werden könnten, um den „Horror“ möglichst objektiv festzumachen. Wo und auf welche Weise wird in der Literatur und den erhaltenen archäologischen Resten ein Gefühl von Grauen, von Unheimlichkeit erzeugt? Mit welcher Absicht? Was sind Themenfelder, in denen dies konzentriert auftritt (Kult, Krieg, etc.)?

Schlussendlich sollen die diskutierten Fallbeispiele zu einer präziseren Eingrenzung und Trennung der Begriffe im Rahmen altertumswissenschaftlicher Betrachtungsweisen führen; die Teilnehmenden sollen zum Nachdenken angeregt werden, wie sie selbst bei der Bearbeitung bestimmter Themen mit dem Sujet umgehen wollen, und schließlich ein Gefühl dafür bekommen, welche Problemfelder aktuell in der Forschung stark diskutiert werden.
Lernziele Die Teilnehmenden setzen sich mit Definitionen von Horror auseinander und üben ihre Anwendung in verschiedenen Bereichen (archäologische Überreste, Literatur, Geschichtsschreibung, museale Praxis). Sie erhalten einen Einblick in aktuelle Debatten im Zusammenhang mit der Darstellung und Vermittlung archäologischer Inhalte, die um Tod, Gewalt und Zerfall kreisen und reflektieren über das eigene Interesse für die Antike.
Literatur N. Carroll, “The Nature of Horror,” The Journal of Aesthetics and Art Criticism 46.1, 1987, 51-59.
N. Carroll, The Philosophy of Horror, or, Paradoxes of the Heart. London and New York 1990.
J. Colavito, Knowing Fear: Science, Knowledge and the Development of the Horror Genre. Jefferson, NC and London 2008.
B. Gaut, “The Paradox of Horror,” The British Journal of Aesthetics 33.4, 1993, 333-345.
J. Kristeva, Powers of Horror: An Essay on Abjection, trans. L. S. Rodriguez. New York 1982.
E. Relph, Place and Placelessness, London 1976.
N. Christie, From royalty to refugees: looking for the people in reconstructing urban change in late antique Italy, in: A. Carneiro – N. Christie – P. Diarte-Blasco (Hrsg.), Urban Transformations in the Late Antique West. Materials, Agents, and Models, Coimbra 2020, 323-350.
L. Cardot, En chair et en os : le cadavre en musée, Paris 2009.
D. Sayer, Ethics and Burial in Archaeology, London 2010.
A. Vidler, The Architectural Uncanny. Essays in the Modern Unhomely, Cambridge 1992.
D. Felton (ed.), Landscapes of dread in classical antiquity: negative emotion in natural and constructed spaces, London 2018.
B. Reitz-Joosse, M. W. Makins, and C. J. Mackie (eds.), Landscapes of war in Greek and Roman literature, London etc. 2021.
European Review of History: Revue européenne d'histoire, Volume 18, Issue 5-6 (2011)
J. McInerney, I. Sluiter (eds.), Valuing Landscape in Classical Antiquity: Natural Environment and Cultural Imagination, Leiden; Boston: Brill, 2016. (insb. Part 4: Battlefields and Memory of War, 225-324).
https://peoplingthepast.com/2022/10/07/blog-post-65-carrie-l-sulosky-weaver/?fbclid=IwAR3eskM6LjlsWbLUYO5br_naOTKLbmSGpaY5259lph2BPeWfSs1GXtIlsWU
R. Krämer, Classical Antiquity and the Timeless Horrors of H. P. Lovecraft (in: Classical Traditions in Modern Fantasy, ed. Rogers/Stevens, Oxford University Press 2017, S. 92-117)

 

Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall Block
Datum 10.03.2023 – 05.05.2023
Zeit Siehe Detailangaben
Datum Zeit Raum
Freitag 10.03.2023 13.15-16.45 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 184
Mittwoch 29.03.2023 09.15-16.45 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 184
Mittwoch 19.04.2023 09.15-16.45 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 184
Freitag 21.04.2023 13.15-16.45 Uhr Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 184
Freitag 05.05.2023 13.15-16.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Module Doktorat Ägyptologie: Empfehlungen (Promotionsfach Ägyptologie)
Doktorat Alte Geschichte: Empfehlungen (Promotionsfach Alte Geschichte)
Doktorat Gräzistik: Empfehlungen (Promotionsfach Gräzistik)
Doktorat Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft: Empfehlungen (Promotionsfach Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft)
Doktorat Klassische Archäologie: Empfehlungen (Promotionsfach Klassische Archäologie)
Doktorat Latinistik: Empfehlungen (Promotionsfach Latinistik)
Doktorat Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie: Empfehlungen (Promotionsfach Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie)
Doktorat Ur- und Frühgeschichte: Empfehlungen (Promotionsfach Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Nordistik (Studienbeginn vor 01.08.2022))
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Hispanistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Deutsche Philologie)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Deutsche Literaturwissenschaft)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Nordistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Englisch)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Latinistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Italianistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Slavistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach Französistik)
Modul: Kulturtechnische Dimensionen (Master Studiengang Kulturtechniken)
Modul: Theorie und Methoden der Ur- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Archäologie MA (Master Studiengang Archäologie und Naturwissenschaften)
Modul: Theorie und Methoden der Ur- und Frühgeschichtlichen und Provinzialrömischen Archäologie MA (Master Studienfach Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie)
Modul: Transfer: Europa interdisziplinär (Master Studiengang Europäische Geschichte in globaler Perspektive )
Spezialisierungsmodul (Masterstudium: Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Klassische Archäologie

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