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72279-01 - Seminar: Die Welt begreifen – die Welt beschreiben: Lukrez, De rerum natura 3 KP

Semester Frühjahrsemester 2024
Angebotsmuster unregelmässig
Dozierende Anne-Sophie Meyer (anne-sophie.meyer@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Im ersten Jahrhundert vor Christus macht sich ein Dichter zur Aufgabe, aus den philosophischen Lehre Epikurs ein lateinisches Gedicht zu machen: De rerum natura (Über die Natur der Dinge). Der Name des Dichters – Titus Lucretius Carus, auf Deutsch Lukrez – ist wohl das Einzige, was wir über den Dichter mit Sicherheit wissen; sein Werk aber hat auf die spätere Dichtung und Philosophie einen Einfluss gehabt, der kaum überschätzt werden kann.
De rerum natura ist in mehrfacher Hinsicht eine Pionierleistung: Lukrez muss die griechische Doktrin ins Lateinische übersetzen, und er muss ihr eine dichterische Form geben. Die philosophischen Inhalte werden von Lukrez sorgfältig ausgesucht und angeordnet, seinem Interesse und dem Ziel seines Werkes entsprechend, mit einem Fokus auf die Naturphilosophie. Lukrez erklärt, woraus die Welt besteht und wie sie funktioniert, von den kleinsten Elementen (den Atomen) bis zu gewaltigen Naturphänomenen. Es geht darum, die Welt (richtig) zu begreifen. Darüber hinaus hat der Dichter den Anspruch, sprachlich kreativ zu werden, um das griechische philosophische Fachjargon ins Lateinische zu übertragen und seinem Werk eine angenehme, anmutige, kurz gesagt: poetische Form zu verleihen. Es geht darum, die Welt (richtig) zu beschreiben.
Im Seminar wollen wir uns der Frage nach den Modi der Naturwahrnehmung und Naturbeschreibung bei Lukrez widmen. Damit berühren wir sowohl philosophische Themen (die epikureische Erkenntnistheorie, die Rolle der Sinneswahrnehmung, das Konzept der simulacra) als auch literarische Fragestellungen (die Übersetzung griechischer Begriffe, Lukrez’ sprachliche Kreativität, sein Stil, Intertextualität) sowie Bereiche, in denen Überschneidungen zwischen Literatur und Philosophie bestehen (Rolle von Analogien und Vergleichen für die Naturerkenntnis und in der Argumentation, Sprache, Komposition des Gedichts usw.).
Lernziele Die Studierenden kennen die Stellung von De rerum natura in der lateinischen Literaturgeschichte und in der Geschichte des Epikureismus. Anhand ausgewählter Ausschnitte üben sie die Interpretation antiker Texte an der Schnittstelle zwischen Philosophie und Literatur unter kritischer Einbeziehung der aktuellen Forschung. Grundlegende Texte werden von allen gelesen und im Plenum diskutiert; darüber hinaus werden individuelle Referate zu ausgesuchten Themen vorbereitet und präsentiert. Im Anschluss an das Seminar kann eine Seminararbeit verfasst werden.
Literatur TEXT
Bailey, C. (ed.): Lucreti De Rerum Natura libri sex. Oxford 1921 u.ö.

TEXT & ÜBERSETZUNG
Binder, K., Lukrez: Über die Natur der Dinge – De rerum natura. In deutsche Prosa übertragen und kommentiert von K.B.; mit einer Einführung von Stephen Greenblatt. 2 Bde, Berlin 2014.
Büchner, K., T. Lucretius Carus: De rerum natura. Die Welt aus Atomen. Lateinisch/deutsch, Stuttgart 1973 u.ö. (= Reclam UB 4257).
Diels, H., Lukrez, Von der Natur. Lateinisch und deutsch. Mit einer Einführung und Erläuterungen von E.G. Schmidt, München 2004 u.ö. (Sammlung Tusculum).

ZUM EINSTIEG
Gillespie/Hardie, S./P.R. (eds.), The Cambridge Companion to Lucretius, Cambridge 2007.
Taylor, B., Lucretius and the language of nature, Oxford 2020.
Shearin, W. H., The language of atoms: performativity and politics in Lucretius’ « De rerum natura », Oxford/New York 2015.
Moser, J., Dädalische Zunge : Lukrez als Übersetzer des Realen, Göttingen 2022.

Weitere Forschungsliteratur wird im Laufe des Semesters im Kurs bekannt gegeben.

 

Teilnahmebedingungen Lateinkenntnisse sind nicht erforderlich (aber sehr willkommen). Alle Texte werden im Original und in deutscher Übersetzung vorgelegt.
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz
HörerInnen willkommen

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
wöchentlich Freitag 10.15-11.45 Rosshof, Tagungsraum 306

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Freitag 01.03.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 08.03.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 15.03.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 22.03.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 29.03.2024 10.15-11.45 Uhr Ostern
Freitag 05.04.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 12.04.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 19.04.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 26.04.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 03.05.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 10.05.2024 10.15-11.45 Uhr Auffahrt
Freitag 17.05.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 24.05.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Freitag 31.05.2024 10.15-11.45 Uhr Rosshof, Tagungsraum 306
Module Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Nordistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Nordistik (Studienbeginn vor 01.08.2022))
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Französistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Deutsche Philologie)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Slavistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Latinistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Englisch)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Italianistik)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Deutsche Literaturwissenschaft)
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Hispanistik)
Modul: Lateinische Literatur BA (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften)
Modul: Lateinische Literatur BA (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften)
Modul: Lateinische Literatur MA (Master Studienfach: Latinistik)
Modul: Literaturgeschichte (Master Studiengang: Literaturwissenschaft)
Leistungsüberprüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Leistungsüberprüfung Regelmäßige Teilnahme; regelmäßige Lektürevorbereitung unter Berücksichtigung der Kommentare und einschlägiger Forschungsliteratur; Referat.
An-/Abmeldung zur Leistungsüberprüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Wiederholtes Belegen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Latinistik

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