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| Semester | Herbstsemester 2026 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | Massimo Cè (massimo.ce@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Während Übersetzung immer noch primär als Übertragung von einer Sprache in eine andere verstanden wird, ist in den letzten Jahren vermehrt auch die intralinguale (also "binnensprachliche") Übersetzung in den Fokus von Praxis und Theorie der Traduktologie getreten. Intralinguale Übersetzung spielt gerade im Kontext der Literaturerklärung und -vermittlung eine wichtige Rolle und längst lassen sich etwa Goethes Faust oder Shakespeares Hamlet in einfacher Sprache bzw. auf "Simple English" lesen. Zwar kam die Begrifflichkeit der "intralingual translation" erst Ende der 1950er Jahre auf (wo sie Roman Jakobson in einem höchst einflussreichen und zugleich leidenschaftlich kritisierten Aufsatz von den "interlingualen" und der "intersemiotischen" Spielarten der Übersetzung trennte), doch ist das Konzept an sich viel älter. Nicht nur vergleicht der englische Dichter John Dryden im Vorwort seiner Übersetzung von Ovids Heldinnenbriefen (1680) verschiedene Formen der sprachlichen Umformung, darunter die Paraphrase, sondern bereits im Humanismus verfasst Erasmus von Rotterdam neben seiner Revision der lateinischen Bibel Paraphrasen des Neuen Testaments (1517–1524), wobei sich beide auf antike Vorbilder berufen können. Als zentrales Instrument der rhetorischen Ausbildung in der griechisch-römischen Antike findet die Paraphrase Eingang in die exegetische Tradition, wo Interpret:innen von literarischen und biblischen Werken immer wieder zur binnensprachlichen Umformulierung – teils vereinfachend, teils verkürzend, teils erweiternd – als probatem Mittel bei der Erklärung problematischer Textpassagen greifen. Neben der Kommentierung kanonischer Texte spielt die intralinguale Übersetzung zudem eine wichtige Funktion in der Komposition neuer Werke. Die Miniaturisierung lateinischer Epik und Historiographie (Argumenta Aeneidos, Periochae T. Livii), die Versifizierungen des Evangeliums (durch Juvencus) und der Heiligenvita des Martin (durch Paulinus von Périgueux und Venantius Fortunatus) oder die sprachlich glättende Überarbeitung einer tiermedizinischen Schrift (Vegetius, Mulomedicina) eröffnen ebenso spannende wie unterschiedliche Einblicke in die römische Praxis der Paraphrase, welche immer auch als Form der Imitation verstanden werden kann. Egal ob exegetisch oder literarisch im Anspruch (oder beides), die antiken Verfasser:innen lateinischer "rewritings" lateinischer Texte sind stets darum bemüht, ihren jeweiligen Quellentext einem neuen Publikum zugänglich zu machen. |
| Lernziele | Kursteilnehmende: – erweitern ihr Verständnis des Übersetzungsbegriffs – erhalten eine historisch fundierte Einführung zur Paraphrase – lernen ausgewählte Fallstudien aus der lateinischen exegetischen und literarischen Tradition kennen |
| Literatur | Zur Einführung: R. Jakobson, On Linguistic Aspects of Translation, in R. A. Bower (ed.), On Translation, Oxford 1959, pp. 232–239. H. Lausberg, Handbuch der literarischen Rhetorik, Stuttgart 1990 (3. Auflage), §§ 1099–1103 (paraphrasis). D. N. Maronitis, Intralingual Translation: Genuine and False Dilemmas, in A. Lianeri and V. Zajko (eds.), Translation and the Classic: Identity as Change in the History of Culture, Oxford 2008, pp. 367–387. K. K. Zethsen, Beyond Translation Proper: Extending the Field of Translation Studies, TTR: Traduction, Terminologie, Rédaction 20.1, 2007, pp. 281–308. |
| Weblink | Latinistik |
| Teilnahmevoraussetzungen | Laufendes oder abgeschlossenes Studium einer Sprach- oder Literaturwissenschaft (z.B. Germanistik, Nordistik, Italianistik, Latinistik); auch Studierende der theologischen Fakultät sind willkommen; Lateinkenntnisse sind erwünscht, werden aber nicht vorausgesetzt. |
| Anmeldung zur Lehrveranstaltung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| HörerInnen willkommen |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|---|---|---|
| Block | Siehe Einzeltermine | ||
| Datum | Zeit | Raum |
|---|---|---|
| Freitag 06.11.2026 | 09.15-16.00 Uhr | Deutsches Seminar, Seminarraum 5 |
| Samstag 07.11.2026 | 09.15-16.00 Uhr | Deutsches Seminar, Seminarraum 5 |
| Module |
Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Englisch) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Deutsche Philologie) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Französistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Hispanistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Italianistik (Studienbeginn vor 01.08.2026)) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Nordistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Italianistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelorstudium - Philosophisch-Historische Fakultät) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Slavistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Englisch) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Deutsche Philologie) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Französistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Hispanistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Italianistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Deutsche Literaturwissenschaft) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Latinistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Master Studienfach: Nordistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft MA (Masterstudium - Philosophisch-Historische Fakultät) Modul: Lateinische Literatur BA (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften) Modul: Lateinische Literatur BA (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften) Modul: Literaturwissenschaftliche Praxis (Editionsphilologie, Literarisches Übersetzen, Literaturkritik) (Master Studiengang: Literaturwissenschaft) Modul: Neulateinische Literatur (Master Studienfach: Latinistik) Wahlbereich Master Deutsche Philologie: Empfehlungen (Master Studienfach: Deutsche Philologie) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| Hinweise zur Prüfung | Von den Kursteilnehmenden werden verlangt: – vorbereitend: Lektüre ausgewählter Studien sowie Beschäftigung mit einem theoretischen Aspekt des Themas – während der Blockveranstaltung: aktive Mitarbeit und Kurzreferat – nachbereitend: literaturwissenschaftlicher Kurzessay zu einem der besprochenen Fallstudien |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Departement Sprach- und Literaturwissenschaften |