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| Semester | Frühjahrsemester 2011 |
| Angebotsmuster | unregelmässig |
| Dozierende | Roberto Simanowski (roberto.simanowski@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Die Flucht der Bilder ist die Flucht vor der Revolution und dem Tod. Mit dieser Aussage zum zeitgenössischen "Kult der Zerstreuung" greift Siegfried Kracauer 1930 einerseits Blaise Pascals Gedanken über die Begründung der Zerstreuung in der conditio humana auf und nimmt andererseits Adornos These von der Kulturindustrie als Entpolitisierung des Bewusstseins vorweg. Was Kracauer und Adorno/Horkheimer am Kino kritisieren, wurde während der "Leserevolution" im ausgehenden 18. Jahrhundert dem Buch vorgeworfen und wird in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts dem Fernsehen gelten. Die interaktiven digitalen Medien (vor allem die Prosumer-Kultur des Web 2.0) des 21. Jahrhunderts scheinen endlich alte Utopien einer demokratisierten, aktiven Mediennutzung zu erfüllen. Aber wird damit wirklich das "metaphysische Leiden an dem Mangel eines hohen Sinns in der Welt" (so Kracauers Erklärung der Zerstreuungssucht) überwunden oder nur auf neue, effektivere Weise überspielt? Ist die Partizipationsästhetik das Ende der Kulturindustrie oder eher deren zeitgenössische Erscheinungsform? Das Seminar untersucht phänomenologisch und theoretisch den Zusammenhang von horror vacui und gesellschaftlicher Funktion der Kunst sowie die Verbindung zwischen der vielfach praktizierten Kultur des Events und der neuerdings verschiedentlich propagierten Ästhetik der Präsenz. |
| Lernziele | Die Studierenden sind in der Lage, die Ästhetik des Spektakels in der postmodernen Erlebnisgesellschaft sowie deren aktuelle Kritik bzw. Rechtfertigung historisch und philosophisch einzuordnen. Sie gewinnen Einblick in die Diskurse zur Funktion von Buch, Film, Fernsehen und Internet als Medien einerseits der persönlichen und gesellschaftlichen Emanzipation andererseits der Zerstreuung und Entpolitisierung. |
| Literatur | Literatur - Siegfried Kracauer: Die Angestellten und Das Ornament der Masse (Ausschnitte) - Kaspar Maase: Grenzenloses Vergnügen - Der Aufstieg der Massenkultur 1850 - 1970 - Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung (Kapitel Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug) - Adorno Ästhetische Theorie (Ausschnitte) - Neil Postman: Wir amüsieren uns zu Tode - Roberto Simanowski: Digitale Medien in der Erlebnisgesellschaft. Kultur-Kunst-Utopien - Texte von Blaise Pascal, Imannuel Kant, Susan Sontag, Guy Debord, Hans-Magnus Enzensberger, Jean-François Lyotard, Pierre Bourdieu, Hans Ulrich Gumbrecht, Erika Fischer-Lichte, Dieter Mersch, Martin Seel, David Golumbia |
| Bemerkungen | Sitzungsplan, Lektüre- und Referatsliste finden Sie auf: http://www.dichtung-digital.de/Kulturindustrie. |
| Teilnahmevoraussetzungen | GTM: Bachelorstudierende: abgeschlossenes Modul "Grundlagentheorien der Medienwissenschaft 1"; Lizentiatsstudierende: abgeschlossenes Grundstudium Medienwissenschaft WAH: Bachelorstudierende: abgeschlossenes Modul "Wahrnehmung 1" oder "Medientechnologien 1"; Lizentiatsstudierende: abgeschlossenes Grundstudium Medienwissenschaft. |
| Anmeldung zur Lehrveranstaltung | über http://www.isis.unibas.ch, Zuteilung in der 1. Sitzung |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|
Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
| Module |
Modul Grundlagentheorien der Medienwissenschaften 2 (Bachelor Studienfach: Medienwissenschaft) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | beliebig wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Institut für Medienwissenschaft |