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34940-01 - Seminar: "Das ist kein Film". Ästhetik und Politik des neuen iranischen Kinos (3 KP)

Semester Herbstsemester 2013
Angebotsmuster unregelmässig
Dozierende Matthias Wittmann (matthias.wittmann@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt 'Wovon träumen die Iraner?', fragte Michel Foucault im Revolutionsjahr 1978 angesichts der 'Menschen auf den Strassen Teherans, die Panzern und Maschinengewehren trotzten', gegen die Diktatur des Schahs und für nationale Unabhängigkeit eintraten. 35 Jahre nach der Etablierung einer 'islamischen Republik', die das, was zur Zeit der Revolution noch möglich schien, mit ideologisch-politisch-religiösen Einengungsstrategien in den 'Warteraum der Geschichte' (D. Chakrabarty) zurückdrängt hat, lässt sich diese Frage immer noch und erneut stellen: 'Wovon träumen die Iraner (immer noch)?' Ein nachrevolutionärer, heterotopischer Ort, an dem diese Frage permanent verhandelt wird, ist das Kino. Unzählige iranische Filme aus Vergangenheit und Gegenwart erzählen in selbstreflexiver und meta-realistischer Weise vom Filmemachen, von Stardiskursen und den Wunschenergien, die im Kino frei werden bzw. sich nur dort in ver- wie entstellter Form artikulieren können: Kiarostamis 'Close-Up' (1989), Makhmalbafs 'Salam Cinema' (1995), Panahis 'The Mirror' (1997). Jafar Panahi, wegen 'Propaganda gegen das System' zu Haftstrafe und Regie- wie Schreibverbot verurteilt, nannte seinen Film: 'This is not a film' ('In film nist', 2011) und brachte damit implizit zum Ausdruck: Dies ist nicht nur ein Film, dies ist mehr als ein Film.
Das iranische Kino ist ein Kino unter ständigem (Zensur-)Druck, das ästhetisch wie politisch gerade deshalb aus allen Nähten platzt und eine vielschichtige, überdeterminierte Aesthetik hevorgebracht hat, voller Zwischentöne und Subtexte: 'In den letzten Jahren wurde im iranischen Kino so ziemlich alles thematisiert, was tabu ist. Das iranische Filmschaffen erweist sich als ausserordentlich innovativ und regenerierte sich in atemberaubendem Tempo. Dies alles trotz nach wie vor starker Repressionen.' (A. Farzanefar) – Das Seminar gibt nicht nur Gelegenheit, entlang von Filmsichtungen jene Filme und Filmemacher zu diskutieren, die in den 1980er Jahren (ff.) dem iranischen Kino zu einem internationalen Durchbruch verhalfen, und damit auch die Relation zwischen nationalem Kino, Zensur, Stilbildung und internationaler Festialpolitik zu observieren, sondern bietet darüber hinaus Rückblenden in die 70er Jahre und jene Zeit vor der Revolution, in der eine 'Neue Welle' revolutionäre Formen hervorbrachte, die bis heute nachwirken.
Literatur Zur Einführung empfohlen:
Richard Tapper (Hg.), New Iranian Cinema: Politics, Representation and Identity (Tauris 2002)
Bemerkungen Weitere Voraussetzung: Bereitschaft, an den unregelmässig stattfindenden Filmsichtungen (18:00-20:00) teilzunehmen.

 

Teilnahmevoraussetzungen Abgeschlossenes Grund/Basisstudium im Modul WAH/ Medienästhetik.
Die Veranstaltung ist auf 50 Teilnehmer beschränkt.
Anmeldung zur Lehrveranstaltung über http://www.isis.unibas.ch, Zuteilung in der 1. Sitzung.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum

Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.

Module Modul Aufbaustudium Medienästhetik (Bachelor Studienfach: Medienwissenschaft)
Modul Forschungsorientiertes Studium (Master Studienfach: Medienwissenschaft)
Modul Medienästhetik MA (Master Studienfach: Medienwissenschaft)
Modul Wahrnehmung 2 (Bachelor Studienfach: Medienwissenschaft (Studienbeginn vor 01.08.2012))
Modul Wahrnehmung 3 (Master Studienfach: Medienwissenschaft (Studienbeginn vor 01.08.2013))
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Belegen bei Nichtbestehen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Medienwissenschaft

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