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Semester | Frühjahrsemester 2015 |
Angebotsmuster | einmalig |
Dozierende | Clea Wanner (clea.wanner@unibas.ch, BeurteilerIn) |
Inhalt | Der Zirkus und sein schrill-buntes Personal stellen die Ordnung der Welt auf den Kopf: Sie setzen physische Gesetzmässigkeiten ausser Kraft, brechen Tabus und lassen die Vernunft unvernünftig erscheinen - die Grenzüberschreitung ist Programm. Der Zirkus nimmt trotz seiner Abnormität und gesellschaftlichen Ausgrenzung einen festen Platz in unserer Kultur ein. Er ist ein symbolischer Ort der Wunder, des befreienden Lachens, des Staunens, aber auch des unheimlich-fesselnden Grauens. Im Kino wird diese Gegenwelt des Zirkus neu geschaffen und erweitert. Anhand einer vielfältigen Reihe von Filmen wird im Proseminar das Thema analysiert. So sollen die Wandlungen in der filmischen Repräsentation des Zirkusphänomens beobachtet und mit kulturhistorischen und -theoretischen Texten kontextualisert werden. Schon zu Beginn der Filmgeschichte nimmt der Zirkus eine feste Rolle ein und behält bis heute einen wichtigen Platz. Eine regelrechte Zirkusfilm-Euphorie bricht im europäischen Kino in den 1910er Jahren aus und erfasst auch sehr bald das osteuropäische: Die enfants terribles des sowjetischen Avantgarde Kinos verstehen die Filmkunst als eine Realität des Tricks und gründen eigens dafür eine "Fabrik des exzentrischen Schauspiels". "Cancan auf dem Seil der Logik und des gesunden Menschverstandes" ist ihr Motto und wird in ihren Filmen waghalsig realisiert. Anstelle der Wahnwitzigkeit tritt in den 1930er und -40er Jahren eine idealisierte und glamouröse Darstellung des Zirkus im sozrealistischen Film ein. Doch diese Konzeption hält nicht lange an. Im Kino der "Neuen Wellen" der 60er Jahren bewegen sich der Zirkus und seine Figuren weg aus der Manege, mischen sich unter die Bevölkerung und sorgen für Aufregung: So eine verzaubernde Artistin, die einen aus dem Alltag reisst oder clowneske Puppen, die Schreckensphantasien beschwören und (Alp-)Traumwelten schaffen. Auch zeitgenössische Autoren bedienen sich in innovativen Spiel- und Dokumentarfilmen des Zirkus und gestalten so eine neue filmische Darstellung der gegenwärtigen Lebenswelt - fernab von nostalgischer Verklärung. |
Bemerkungen | Die Visionierung der Filme erfolgt jeweils im Anschluss an das Proseminar (16-18 Uhr) |
Teilnahmevoraussetzungen | Erfolgreich absolviertes Proseminar "Einführung in die Filmanalyse". |
Unterrichtssprache | Deutsch |
Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
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Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
Module |
Modul Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studienfach: Osteuropäische Kulturen) Modul Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studienfach: Osteuropäische Kulturen (Studienbeginn vor 01.08.2013)) Modul Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studiengang: Osteuropa-Studien (Studienbeginn vor 01.08.2013)) Modul Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studiengang: Osteuropa-Studien) |
Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
Skala | Pass / Fail |
Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Slavistik |