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| Semester | Frühjahrsemester 2016 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | Fabian Jonietz (fabian.jonietz@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Der Aretiner Giorgio Vasari (1511–1574) hat mit den 1550 publizierten und 1568 in einer überarbeiteten und wesentlich erweiterten Fassung neu aufgelegten Lebensbeschreibungen der Künstler (den «Vite») ein Referenzwerk verfaßt, das bis heute unser Denken über Kunstwerke und das grundsätzliche Thema des «Schreibens über Kunst» maßgeblich prägt. Obwohl ihm bereits zu Lebzeiten sachliche Fehler nachgewiesen wurden, Kritik an seinen Urteilen geäußert wurde und die neuere Kunstwissenschaft gänzlich Abstand von der Auffassung genommen hat, Vasari habe als «Vater der Kunstgeschichte» zu gelten, ist eine Auseinandersetzung mit den «Vite» aus zwei Gründen weiterhin wichtig: Erstens, weil hier zentrale Kategorien der frühneuzeitlichen Kunstauffassung verhandelt werden, und zweitens, weil die Beschäftigung mit dem subjektiven Blick Vasaris und der historischen Rezeption bestimmter Werke und Künstler im 16. Jahrhundert hilft, unsere eigenen Bewertungskriterien sowie die Möglichkeiten und die Fallstricke der Verschriftlichung visueller Eindrücke zu reflektieren. Ziel der Veranstaltung ist es, einen Überblick über die Traditionen der Künstlerbiographie und ihrer narrativen Elemente (bspw. der Künstleranekdote) zu gewinnen, Vasaris Modell der Einteilung der Künste und der stilistischen Epochen zu analysieren sowie wichtige Begriffe der Kunsttheorie zu erarbeiten. Dabei werden nicht nur bedeutsame weitere Autoren berücksichtigt und auf diese Weise eine breitere Kenntnis der Kunstliteratur ab der Renaissance erlangt, sondern auch künstlerische Schlüsselwerke von prominenten Künstlern wie Giotto, Michelangelo und Vasari selbst untersucht, um die theoretischen Überlegungen in direkten Zusammenhang mit der künstlerischen Praxis zu setzen. Italienischkenntnisse der Teilnehmer wären von Vorteil, sind jedoch nicht obligatorisch. |
| Literatur | - Götz Pochat: Geschichte der Ästhetik und Kunsttheorie. Von der Antike bis zum 19. Jahrhundert. Köln 1986, S. 207–305 - Julian Kliemann: Giorgio Vasari: Kunstgeschichtliche Perspektiven, in: Peter Ganz u.a. (Hrsg.): Kunst und Kunsttheorie 1400–1900. Wiesbaden 1991 (= Wolfenbütteler Forschungen, 48), S. 29–74 - Julian Kliemann: «Giorgio Vasari (b Arezzo, 30 July 5011; b Florence, 27 June 1574)», in: Jane Turner (Hrsg.): The Dictionary of Art. 34 Bde. New York 1996, Bd. 32, S. 10–25 - Sabine Feser: Giorgio Vasari: Maler, Architekt, Kunstschriftsteller und Hofmann, in: Giorgio Vasari: Kunstgeschichte und Kunsttheorie. Eine Einführung in die Lebensbeschreibungen berühmter Künstler. Neu übersetzt und kommentiert. Berlin 2010 [3. erw. und aktual. Auflage; EA 2004], S. 11–21 - Norbert Schneider. Geschichte der Kunsttheorie. Von der Antike bis zum 18. Jahrhundert. Wien/Köln/Weimar 2011, S. 132–218 - David J. Cast (Hrsg.): The Ashgate Research Companion to Giorgio Vasari. Farnham/Burlington 2014 - Alessandro Nova: «Vasari» versus Vasari – Die doppelte Aktualität der «Vite», in: Ders.: Bild/Sprachen. Kunst und visuelle Kultur in der italienischen Renaissance. Berlin 2014, S. 139–169 |
| Anmeldung zur Lehrveranstaltung | Anmeldung über Mona notwendig. |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|
Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
| Module |
Basismodul Einführung in theoretische Grundlagen und Methoden der Kunstgeschichte (Bachelor Studienfach: Kunstgeschichte (Studienbeginn vor 01.08.2013)) Epochenmodul Frühe Neuzeit (Bachelor Studienfach: Kunstgeschichte (Studienbeginn vor 01.08.2013)) Modul Frühe Neuzeit (Bachelor Studienfach: Kunstgeschichte) Modul Profil: Bildtheorie und Bildgeschichte (Master Studiengang: Kunstgeschichte und Bildtheorie) Modul Profil: Frühe Neuzeit (Master Studiengang: Kunstgeschichte und Bildtheorie) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| Hinweise zur Prüfung | Die Leistungsüberprüfung findet in Form von Referaten oder Essays oder Übungsaufgaben statt. |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Kunstgeschichte |