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Semester | Frühjahrsemester 2020 |
Angebotsmuster | einmalig |
Dozierende | Anna Karško (anna.karsko@unibas.ch, BeurteilerIn) |
Inhalt | Mit dem Erwerb deutscher Kolonien 1884 etabliert sich in der deutschen Literatur endgültig der Kolonialroman, welcher sich relativ direkt mit Diskursen der Kolonialerfahrung auseinandersetzt. Was kommt ihm zuvor? Bereits das ganze 18. Und 19. Jahrhundert steht unter dem Sternzeichen einer imperialistisch angehauchten Politik und Nationenbildung einer «deutschen Volksseele». Die Kolonialdiskurse, welche die deutsche Literatur vor allem auch durch die imperialistischen Bestrebungen Englands und Frankreichs aufgegriffen hat, werden in den Romanen des 18. Und 19. Jahrhunderts mehr oder weniger subtil verarbeitet und zum Teil kritisch reflektiert. So beschäftigen sich viele Autoren/innen des 18. Jh. noch mit Südseediskursen, im Verlauf des 19. Jh. kommen jedoch graduell realpolitische Gebiete wie Indien oder der afrikanische Kontinent hinzu. Die Bezüge sind nicht immer transparent - erst postkoloniale Relektüren mancher kanonischen Werke zeigen die Verflechtungen und Aufarbeitungen von kolonialen Imaginationen, Träumen und Sehnsüchten nach einer «fremden» Welt. Eine postkoloniale Lektüre von Autoren wie Kleist, Heine, Keller, Raabe und Fontane soll so mehr oder weniger hintergründige Aspekte des kolonialen Denkens im bürgerlichen Umfeld offenlegen und die häufig rezipierten Werke aus einem etwas anderen Blickwinkel zeigen. |
Lernziele | Die Studierenden erarbeiten sich literaturwissenschaftlich relevante Zugänge zu exemplarischen Texten im historischen, kulturellen und sozialen Kontext ihrer Entstehung sowie im Kontext der Rezeptionsgeschichte und der aktuellen Forschung. Von hier aus sollen – auch über das Textkor-pus des Seminars hinaus – erste literaturwissenschaftliche Arbeiten selbständig entstehen kön-nen. |
Literatur | Theodor Fontane, Effi Briest in der Reclam Ausgabe bitte selber anschaffen. Der Rest wird vor Semesterbeginn auf ADAM gestellt. |
Unterrichtssprache | Deutsch |
Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
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Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
Module |
Modul: Grundstudium Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Bachelor Studienfach: Deutsche Philologie) |
Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
Hinweise zur Prüfung | Regelmäßige Teilnahme, Übernahme von Impulsreferaten und/oder anderweitigen Arbeitsaufträgen, Mitwirken bei einer Arbeitsgruppe und/oder Erfüllen kleiner Schreibübungen im Hinblick auf die Proseminararbeit. |
An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
Skala | Pass / Fail |
Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft |