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Semester | Herbstsemester 2023 |
Angebotsmuster | einmalig |
Dozierende | Anton F.H. Bierl (a.bierl@unibas.ch, BeurteilerIn) |
Inhalt | Einen Höhepunkt von Aristophanes’ genialen Schaffens von Komödien stellen die Vögel aus dem Jahre 414 v. Chr. dar. Auf dem Hintergrund der Sizilischen Expedition erfindet der Dichter ein wundersames Feuerwerk poetischer Gedanken zwischen bukolischer Naturerfahrung und tagespolitischer Ereignisse. Das hermeneutische Rätsel der Vögel ist bis heute nicht ganz gelöst. Eskapismus, Rhetorik, Machthunger und die Installation eines Reichs im Himmel, das selbst die Götter in Bedrohung bringt, stehen im Zentrum. Ziel ist die intensive philologisch-kritische Lektüre und kulturwissenschaftliche Deutung: Dabei werden wir sehen, wie Gattungsspezifika (Utopie, verkehrte Welt, Körperlichkeit, Spott) und Tagespolitik einhergehen. Im Fall der Vögel geht es auch darum, wie sich das genre-historische Element der Tierchöre in das Stück einschreibt. Das Stück ist karnevalesk-experimentelles Spiel, das nach den temporären Verzerrungen die reale Ordnung bestätigt und doch zu Reflektionen über Alternativen anregt. Das Seminar ist zugleich eine ideale Einführung in die hermeneutischen Probleme der Alten Komödie, in die Bauformen und Ausdrucksweisen der Gattung und in ihre metrische Formen. |
Lernziele | – philologische und historisch-kritische Lektüre des Texts – Vertrautwerden mit wichtigen Forschungsproblemen – Verbesserung der Lesefertigkeit – Textkritik und Kommentierung – Vertrautwerden mit der Gattung der Komödie – Vertrautwerden mit Fragen der Interpretation – Erlernen von philologischen sowie kultur- und literaturwiss. Interpretationsmodellen – Erlernen von wiss. Diskussion und schriftlichen Seminararbeiten – Einblicke in die attische Alltagskultur Athens und die zeithistorische Verankerung des Aristophanes – Einsicht in das Prinzip der Mythopoetik – Einsicht in das Phänomen der Verkehrten Welt – Einsicht in die Leiblichkeit – Einsicht in Performance, Ritualität und Performativität – Vertrautwerden mit religionswiss. Fragen |
Literatur | Text: V. Coulon, Aristophane, I–V, Paris 1923–1930 N. G. Wilson, Aristophanis fabulae, I–II, Oxford 2007 Kommentare: N. Dunbar, Aristophanes. Birds, edited with introduction and commentary, Oxford 1995 A. H. Sommerstein, The Comedies of Aristophanes, VI (Birds), Warminster 1987 A. Grilli, Aristofane. Gli uccelli, Milano 2006 Sekundärlitertur: Hofmann, H., Mythos und Komödie. Untersuchungen zu den Vögeln des Aristophanes, Hildesheim 1976 Pozzi, D. C., The pastoral ideal in the Birds of Aristophanes, Classical Journal 81, 1986, 119–129 Zannini Quirini, B., Nephelokokkygia: La prospettiva mitica degli "Uccelli" di Aristofane, Roma 1987 Konstan, D., A city in the air: Aristophanes' Birds, Arethusa 23, 1990, 183–207 Auffarth, C., Der Opferstreik: Ein altorientalisches 'Motiv' bei Aristophanes und im homerischen Hymnus, Grazer Beiträge 20, 1994, 59–86 Romer, F. E., Atheism, impiety and the limos melios in Aristophanes' Birds, American Journal of Philology 115, 1994, 351–365 Vickers, M., Alcibiades at Sparta: Aristophanes Birds, Classical Quarterly 45, 1995, 339–354 Hubbard, T., Utopianism and the sophistic city in Aristophanes, in: Dobrov, G. W. (hrsg.), The City as Comedy, Chapel Hill 1997, 23–50 |
Bemerkungen | Die LV beginnt in der 2. Woche Auch geeignet für die Zertifikate ”Ancient Greek and Modern Theatre & Performance Studies” und “Literatur und Religion: Mythopoetik". Interessierte HörerInnen sind nach Anfrage willkommen! |
Teilnahmevoraussetzungen | Griechisches Proseminar (nach Absprache sind auch Gäste will¬kom¬men!); regelmässige und aktive Teilnahme, Präparation des Textes. Möglichst der Besuch der Krieg–Vorlesung. |
Unterrichtssprache | Deutsch |
Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
HörerInnen willkommen |
Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
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wöchentlich | Montag | 10.15-11.45 | Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungsraum S 181 |
Module |
Modul: Antike / monotheistische / aussereuropäische Religionen (Bachelor Studienfach: Religionswissenschaft) Modul: Griechische Literaturwissenschaft und Literaturgeschichte BA (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften) Modul: Griechische Literaturwissenschaft und Literaturgeschichte BA (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften) Modul: Griechische Literaturwissenschaft und Literaturgeschichte MA (Master Studienfach: Gräzistik) Modul: Griechische Religionswissenschaft und Mythologie (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften) Modul: Griechische Religionswissenschaft und Mythologie (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften) Modul: Griechische Textwissenschaft (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften) Modul: Griechische Textwissenschaft (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Englisch) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Deutsche Philologie) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Französistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Hispanistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Italianistik) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Nordistik (Studienbeginn vor 01.08.2022)) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften) Modul: Interphilologie: Literaturwissenschaft BA (Bachelor Studienfach: Nordistik) Modul: Literaturgeschichte (Master Studiengang: Literaturwissenschaft) Modul: Vertiefung und Moderne Anwendung: Literatur-, Religions-, Textwissenschaft (Master Studienfach: Gräzistik) |
Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
Hinweise zur Prüfung | Regelmässige und aktive Teilnahme. Jede Teilnehmerin/ jeder Teilnehmer sollte für die Lektüre für ca. 2 Sitzungen verantwortlich sein; ein Hauptreferat, ausführliches wissenschaftliches Referat zu einer Textstelle mit einer Fragestellung und unter Heranziehung aller wissenschaftlichen Hilfsmittel, evt. Kurzreferate; zum wissenschaftlichen Referat: Darstellung möglichst auf 45-55 Minuten beschränken; dazu kurzes Thesenpapier |
An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
Skala | Pass / Fail |
Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Gräzistik |