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77964-01 - Seminar: Bildung, Macht und situiertes Wissen: Donna Haraway und die Frage nach epistemischer Verantwortung (2 KP)

Semester Frühjahrsemester 2026
Angebotsmuster unregelmässig
Dozierende Luca Preite (luca.preite@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Wie lässt sich Wissen über Bildung denken, wenn wissenschaftliche Erkenntnis nicht als objektiv und neutral verstanden wird, sondern als situiert, relationiert und durch gesellschaftliche Machtverhältnisse geprägt? Dieses Seminar widmet sich aus bildungs- und erziehungsphilosophischer Perspektive den epistemologischen Grundlagen wissenschaftlicher Wissensproduktion über Bildung – mit besonderem Fokus auf das Konzept des „situated knowledge“ von Donna Haraway.
Haraways Überlegungen markieren eine fundamentale Kritik an universalistischen Wahrheitsansprüchen und plädieren stattdessen für ein Verständnis von Wissen als verantwortlich situiert, als durchzogen von Positionierung, Perspektivität und Macht. Das Seminar erkundet, was diese Perspektive für das Denken über Bildung, über Bildungsprozesse und über pädagogische Ordnungen bedeutet: Wie verändert sich das Verständnis von Bildungswissen, wenn die Bedingungen seiner Entstehung mitreflektiert werden? Wie lässt sich epistemische Verantwortung im Kontext von Bildung beschreiben? Und wie kann Bildungsphilosophie selbst situiert, das heißt kontextsensibel und machtkritisch, betrieben werden?
Die gemeinsame Lektüre von Haraways Essay „Situated Knowledges“ bildet das Zentrum des Seminars. Ergänzt wird sie durch ausgewählte (Sekundär)Texte, die den Transfer ihrer Überlegungen in den Bildungsdiskurs erkunden. Ziel ist es, sich eine macht- und differenzsensible Perspektive auf Wissensproduktion anzueignen, die sowohl kritisches Denken als auch epistemische Verantwortung einschließt
Lernziele - Die Studierenden reflektieren und analysieren das Konzept des situated knowledge nach Donna Haraway im Hinblick auf seine Bedeutung für bildungsphilosophische und erziehungswissenschaftliche Fragestellungen und übertragen es auf aktuelle Diskurse zur Wissensproduktion in Bildungszusammenhängen.
- Die Studierenden reflektieren Bedingungen und Machtverhältnisse, unter denen Bildungswissen entsteht, und erkunden erkenntnistheoretische Positionen mit Fokus auf epistemische Verantwortung in Bildungsforschungszusammenhängen.
Literatur Amirpur, D.; Hormel, U.; Machold, C. & Stošić, P. (2023): Editorial. Zum Verhältnis von Theorie, Methodologie und Empirie in der erziehungswissenschaftlichen Rassismus-forschung. Bestandsaufnahmen, Justierungen und Ausblicke. In: Zeitschrift für erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung, 2 (1), 3–9.
Castro Varela, M. do M. (2016). Von der Notwendigkeit eines epistemischen Wandels: Postkoloniale Betrachtungen auf Bildungsprozesse. In T. Geier & K. U. Zaborowski (Hrsg.), Migration: Auflösungen und Grenzziehungen. Perspektiven einer erziehungswissenschaftlichen Migrationsforschung (S. 43–59). VS: Wiesbaden.
Haraway, D. (1988). Situated Knowledges: The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective. Feminist Studies, 14(3), 575–599.
Haraway, D. (1995). Situiertes Wissen. Die Wissenschaftsfrage im Feminismus und das Privileg einer partialen Perspektive. Übersetzt von Kelle, H. In: Haraway, D. (1995). Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen. Frankfurt am Main, Campus. S.73-97.
Engel, J., Epp, A., Lipkina, J., Schinkel, S., Terhart, H., & Wischmann, A. (2021). Entwicklung qualitativer Forschungszugänge und Methodenkritik im Kontext gesellschaftlichen Wandels. Zur Einführung. In J. Engel, A. Epp, J. Lipkina, S. Schinkel, H. Terhart, & A. Wischmann (Hrsg.), Bildung im gesellschaftlichen Wandel (S. 11–26). Verlag Barbara Budrich.
Weblink https://bildungswissenschaften.unibas.ch

 

Teilnahmevoraussetzungen BA-Abschluss. Immatrikuliert im Masterstudiengang Educational Sciences oder Fachdidaktik bzw. Doktoratsprogramm IBW. Studierende anderer Studiengänge wenden sich bei Interesse bitte zuerst an die Dozierenden.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
unregelmässig Siehe Einzeltermine

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Mittwoch 04.03.2026 16.15-17.45 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 107
Mittwoch 18.03.2026 16.15-17.45 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 107
Mittwoch 01.04.2026 16.15-17.45 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 107
Mittwoch 15.04.2026 16.15-17.45 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 107
Mittwoch 29.04.2026 16.15-17.45 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 107
Mittwoch 13.05.2026 16.15-17.45 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 107
Mittwoch 27.05.2026 16.15-17.45 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 107
Module Modul: Bildungs- und Erziehungsphilosophie (Masterstudium: Educational Sciences)
Modul: Bildungsorganisation und Systemsteuerung (Masterstudium: Educational Sciences)
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Prüfung Anwesenheit (80%)
- aktive Teilnahme an der Lehrveranstaltung (Vorbereitungstexte sind gelesen, Auf- und Nachbereitungsarbeiten erledigt)
- Mündliche Präsentation (Referat) oder schriftliche Arbeit (Paper)
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: Dozierende
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Belegen bei Nichtbestehen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Institut für Bildungswissenschaften, bildungswissenschaften@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Institut für Bildungswissenschaften

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