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77790-01 - Proseminar: Umgang mit der Vergangenheit: Der Zerfall Jugoslawiens im Film (3 KP)

Semester Frühjahrsemester 2026
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Tatjana Simeunovic (tatjana.simeunovic@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Die jugoslawische Kinematografie entwickelte sich unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst im Zeichen des Kriegsfilms, der den Partisanenkampf glorifizierte und zu einem zentralen Medium des staatstragenden Mythos avancierte. Dieses Genre erfuhr im Verlauf der folgenden Jahrzehnte mehrere Transformationen und blieb bis zum Zerfall des Vielvölkerstaates prägend. Auch während der Jugoslawienkriege (1991–2001) brachten die nationalen (post-)jugoslawischen Kinematografien eigene filmische Repräsentationen der Konflikte hervor.
Wie reagierten sie auf die kriegerischen Auseinandersetzungen? Mit welchen narrativen und ästhetischen Strategien wurden Krieg, Gewalt und gesellschaftliche Umbrüche inszeniert? Inwiefern trugen die Filme zur gesellschaftlichen Selbstverständigung bei, und in welchem Masse wirkten sie zugleich an der (Re-)Produktion ethnischer Differenzen mit?
Ausgehend von einem Korpus ausgewählter Spielfilme der 1990er Jahre untersucht das Proseminar die filmische Gestaltung und Darstellbarkeit unterschiedlicher Facetten einer sogenannten «Selbst-Balkanisierung»: des Balkans als exotisierte Projektionsfläche, als vermeintlicher Raum zyklischer ethnischer Konflikte und allgegenwärtiger Kriminalität. Dabei werden Subgenres, Formen der Intertextualität, Inszenierungs- und Schauspielkonzepte sowie Rezeptionsdiskurse analysiert: Welche ästhetischen Verfahren erwiesen sich als prägend, welche wurden breit rezipiert, welche kritisiert?
Ab den 2000er Jahren formierte sich eine neue Generation von Filmemacher:innen, mit der sich ein «Kino der Normalisierung» etablierte. Welcher ästhetische und diskursive Aufbruch ist hier zu beobachten? Wie positionierten sich diese Filme gegenüber dem «klassischen Balkankino» der 1990er Jahre, und in welcher Weise übten sie daran Kritik? Wie werden Protagonist:innen neu entworfen und filmisch repräsentiert? Welche Funktionen übernehmen diese Werke in der künstlerischen Aushandlung von Gewalt, Trauma und kollektiver Erinnerung?
Lernziele Die Studierenden analysieren filmische Darstellungen von Krieg als narrative und ästhetische Strategien im (post-)jugoslawischen Film, ordnen diese in ihre historischen, politischen und sozialen Kontexte ein und reflektieren kritisch die unterschiedlichen künstlerischen Verarbeitungen.
Literatur Wird bekannt gegeben.
Bemerkungen ACHTUNG: Die erste Sitzung findet nach der Fasnachtswoche, am Montag, 2.3.2026 statt.

Bitte beachten Sie, dass die erste Sitzung der Einführung und der Organisation des Proseminars dient. Falls Sie am 2.3. nicht dabei sein können, kontaktieren Sie mich bitte per E-Mail: tatjana.simeunovic@unibas.ch

 

Teilnahmevoraussetzungen Ein absolviertes Proseminar «Einführung in die Filmanalyse» sowie Kenntnisse der B/K/M/S-Sprachen sind vorteilhaft, aber nicht obligatorisch. Interesse am Thema sowie aktive Mitarbeit werden erwartet.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
wöchentlich Montag 14.15-16.00 Nadelberg 8, Seminarraum 13

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Montag 16.02.2026 14.15-16.00 Uhr Sitzung entfällt
Montag 23.02.2026 14.15-16.00 Uhr Fasnachtswoche
Montag 02.03.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 09.03.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 16.03.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 23.03.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 30.03.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 06.04.2026 14.15-16.00 Uhr Osterwoche
Montag 13.04.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 20.04.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 27.04.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 04.05.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 11.05.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 18.05.2026 14.15-16.00 Uhr Nadelberg 8, Seminarraum 13
Montag 25.05.2026 14.15-16.00 Uhr Pfingsten
Module Modul: Ethnographien (Bachelor Studienfach: Ethnologie)
Modul: Ethnographien (Bachelorstudium - Philosophisch-Historische Fakultät)
Modul: Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studiengang: Osteuropa-Studien)
Modul: Visuelle Medien in Osteuropa (Bachelor Studienfach: Osteuropäische Kulturen)
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Prüfung Die Studierenden besuchen das Proseminar regelmässig, verpflichten sich zur Lektüre der Literatur sowie zur Sichtung der Filme, nehmen aktiv an den Diskussionen teil und übernehmen jeweils eine Präsentation inklusive Moderation.
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Belegen bei Nichtbestehen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Slavistik

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