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77788-01 - Seminar: Antifeminismus und Anti-Gender-Ideologien. Soziologische Perspektiven (3 KP)

Semester Frühjahrsemester 2026
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Franziska Schutzbach (franziska.schutzbach@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Im Seminar untersuchen wir aktuelle und historische antifeministische und Anti-Gender Bewegungen aus soziologischer Perspektive. Während feministische und LGBTQ-Kämpfe, Bewegungen und Solidaritäten relativ gut untersucht sind, setzt sich die Forschung erst seit ein paar Jahren (wieder) systematisch mit antifeministischen Positionen und Haltungen auseinander. Untersucht wird etwa, unter welchen Bedingungen die verschiedenen Erscheinungformen von Antifeminismus und Anti-Gender-Bewegungen entstehen, das heisst auf welche Weise bestimmte gesellschaftliche Konflikte, Machtverhältnisse, soziale Identitäten und politische Diskurse zur Entstehung und Verbreitung solcher Bewegungen beitragen. So wird Antifeminismus etwa als Gegenbewegung zu frauenbewegten und/oder LGBTQ-Emanzipationsbestrebungen verstanden, aber auch als Propaganda- und Machtstrategie bestimmter politischer und medialer Akteur:innen. Ziel dieses Kurses ist es erstens, die wichtigsten historischen Etappen antifeministischer Entwicklung vom 19. bis zum 21. Jahrhundert in der westlichen Welt aufzuzeigen – sowohl auf der Ebene des Denkens als auch der Praxis und der Wirksamkeit. Zweitens werden gegenwärtige Manifestationen (z. B. in Politik, Medien, Religion und Online-Kulturen) analysiert und mit verschiedenen theoretischen Ansätzen der Geschlechter- und Wissenssoziologie verknüpft. Wir fragen: Wie wirken sich aktuelle antifeministische und Anti-Gender-Bewegungen und Diskurse in der westlichen Welt aus? Welche Hintergründe und Funktionen haben sie? Welche Geschlechterrollen werden darin verhandelt, welche Machtstrukturen verstetigt? Das Seminar verbindet theoretische Reflexion mit empirischen Beispielen und regt zur kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen über Geschlecht und Sexualität an.

Erwartet wird die Bereitschaft zur intensiven Lektüre, zur aktiven Beteiligung und zur kritischen Reflexion der behandelten Konzepte und empirischen Beispiele.
Lernziele Die Studierenden kennen zentrale Begriffe, Forschung und Theorien zu Antifeminismus und Anti-Gender-Bewegungen.
Literatur Dietze, Gabriele, und Julia Roth, eds. 2020. Right-Wing Populism and Gender: European Perspectives and Beyond. Bielefeld: transcript.
Dohm, Hedwig. 1902. Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung, 4–11. Berlin: Concordia.
Faludi, Susan. 1991. Backlash: The Undeclared War Against Women. New York: Crown.
Agnieszka Graff, Elżbieta Korolczuk: Anti-Gender Politics in the Populist Moment. 1. Auflage. Routledge, London 2021
Graff, Agnieszka & Korolczuk, Elżbieta. 2024. Anti-Gender Politik im populistischen Zeitgeist. EPF ESSAYS Band 7. Zürich: Edition Patrick Frey.
Hark, Sabine, und Paula-Irene Villa. 2015. Anti-Genderismus: Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen. Bielefeld: transcript.
Henninger, Annette, und Ursula Birsl, eds. 2020. Antifeminismen: „Krisen“-Diskurse mit gesellschaftsspaltendem Potential? Bielefeld: transcript.
Kuhar, Roman, und David Paternotte, eds. 2017. Anti-Gender Campaigns in Europe: Mobilizing Against Equality. London: Rowman & Littlefield International.
Schmincke, Imke. 2018. „Frauenfeindlich, sexistisch, antifeministisch? Begriffe und Phänomene bis zum aktuellen Antigenderismus.“ Aus Politik und Zeitgeschichte 17: 28–33.
Roth, Julia. 2024. “Gender Als Affektbrücke Und Arena. Rechtspopulistische Muster Der Vergeschlechtlichung.” In Populismus Kritisieren. Kunst – Politik – Geschlecht, edited by Evelyn Annuß, Ralf Von Appen, Sarah Chaker, Silke Felber, Andrea Glauser, Therese Kaufmann, and Susanne Lettow, 137–54. Wien und Bielefeld: mdwPress.
Bemerkungen Maximal 30 Teilnehmende. Bei höherer Belegung haben Studierende der Soziologie Vorrang.

 

Teilnahmevoraussetzungen Nur fortgeschrittene Studierende.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
wöchentlich Dienstag 14.15-16.00 Kollegienhaus, Seminarraum 104

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Dienstag 17.02.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 24.02.2026 14.15-16.00 Uhr Fasnachtswoche
Dienstag 03.03.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 10.03.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 17.03.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 24.03.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 31.03.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 07.04.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 14.04.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 21.04.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 28.04.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 05.05.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 12.05.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 19.05.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Dienstag 26.05.2026 14.15-16.00 Uhr Kollegienhaus, Seminarraum 104
Module Modul: Theorien der Geschlechterforschung (Master Studienfach: Geschlechterforschung)
Modul: Ungleichheit, Konflikt, Kultur (Master Studienfach: Soziologie)
Modul: Vertiefung Themenfelder der Geschlechterforschung (Master Studienfach: Geschlechterforschung)
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Prüfung Referat bzw. Moderation und Erstellen eines Thesenpapiers
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Belegen bei Nichtbestehen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Soziologie

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