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79126-01 - Seminar: Die vielen Gesichter von Klima(un)gerechtigkeit: Klimaungleichheiten im Globalen Süden verstehen (3 KP)

Semester Frühjahrsemester 2026
Angebotsmuster unregelmässig
Dozierende Viktoria Jansesberger (viktoria.jansesberger@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Der Klimawandel und seine verheerenden Folgen stellen eine der größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit dar. Besonders problematisch ist dabei seine soziale Dimension: Die negativen Auswirkungen des Klimawandels sind sowohl zwischen als auch innerhalb von Gesellschaften ungleich verteilt. Ein Blick auf die am stärksten betroffenen Regionen zeigt, dass die gravierendsten Folgen, etwa Meeresspiegelanstieg, Dürren, Überflutungen und Stürme, vor allem Länder des Globalen Südens treffen. Diese verfügen häufig über geringere ökonomische und institutionelle Ressourcen, um sich gegenüber den Klimarisiken zu wappnen. Doch auch innerhalb dieser Gesellschaften bestehen deutliche Unterschiede zwischen Regionen, Klassen, Ethnien und Geschlechtern. Das Seminar geht den zentralen Fragen nach, warum diese ungleichen Betroffenheiten entstehen, weshalb sie als besonders ungerecht gelten und welche Ansätze auf internationaler Ebene diskutiert werden, um Klimagerechtigkeit zu fördern.
Es stützt sich auf aktuelle Forschungsergebnisse, beleuchtet theoretische Perspektiven und praxisorientierte Strategien und vermittelt den Teilnehmenden eine kritische Grundlage, um Wege zu mehr globaler Klimagerechtigkeit zu verstehen und zu bewerten. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung unterstützt das Seminar die Studierenden dabei, eigene Forschungsprojekte zu konzipieren und weiterzuentwickeln. Es bietet einen Überblick über relevante Datensätze zur Messung von Klimaungleichheit sowie über verschiedene Forschungsansätze, von quantitativen Large-N-Studien und Umfrageforschung bis hin zu vergleichenden Fallstudien. Dabei werden grundlegende Themen aus Einführungskursen zum Forschungsdesign aufgegriffen und auf den Kontext des Klimawandels angewendet.
Lernziele Die Studierenden sollen in der Lage sein:
• Zentrale Konzepte und Dimensionen von Klima(un)gerechtigkeit zu erklären und auf den Kontext des Globalen Südens anzuwenden.
• Klimawandelbedingte Veränderungen (z. B. Extremwetterereignisse, Ressourcenknappheit, Anpassungsmaßnahmen) hinsichtlich ihrer ungleichen sozioökonomischen Auswirkungen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zu analysieren.
• Aktuelle politikwissenschaftliche Ansätze und empirische Befunde zu politischen Institutionen und Maßnahmen im Bereich Klimagerechtigkeit kritisch einzuordnen. Dabei sollen Studierende untersuchen, inwiefern politische Institutionen, Governance-Strukturen und Maßnahmen bestehende Klimaungleichheiten im Globalen Süden verstärken oder abmildern.
Literatur · Dolšak, N., & Prakash, A. (2022). Three faces of climate justice. Annual Review of Political Science, 25, 283–301.
· Islam, S. N., & Winkel, J. (2015). Climate Change and Social Inequality. UN Department of Economic and Social Affairs (DESA), Working Paper No. 152, ST/ESA/2017/DWP/152.
Bemerkungen Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss des Kurses „Einführung in die quantitativen Methoden“.
Grundkenntnisse in analytischer Forschung und empirischen Methoden.
Alle Seminare im Fach Politikwissenschaft werden benotet. Notenskala 6.0 bis 1.0, wobei 4.0 genügend (Bestanden) ist.
Die Teilnehmerzahl ist aus Gründen der Qualitätssicherung der Lehre beschränkt. Bei Überbuchung haben Studierende der Politikwissenschaft Vorrang. Selektion nach Belegungsdatum.

 

Teilnahmevoraussetzungen Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss des Kurses „Einführung in die quantitativen Methoden“.
Grundkenntnisse in analytischer Forschung und empirischen Methoden.
Alle Seminare im Fach Politikwissenschaft werden benotet. Notenskala 6.0 bis 1.0, wobei 4.0 genügend (Bestanden) ist.
Die Teilnehmerzahl ist aus Gründen der Qualitätssicherung der Lehre beschränkt. Bei Überbuchung haben Studierende der Politikwissenschaft Vorrang. Selektion nach Belegungsdatum.
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss des Kurses „Einführung in die quantitativen Methoden“.
Grundkenntnisse in analytischer Forschung und empirischen Methoden.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
wöchentlich Dienstag 12.15-13.45 Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Dienstag 17.02.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 24.02.2026 12.15-13.45 Uhr Fasnachtswoche
Dienstag 03.03.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 10.03.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 17.03.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 24.03.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 31.03.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 07.04.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 14.04.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 21.04.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 28.04.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 05.05.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 12.05.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 19.05.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Dienstag 26.05.2026 12.15-13.45 Uhr Bernoullistrasse 14/16, Seminarraum 02.004
Module Modul: Erweiterung Gesellschaftswissenschaften B.A. (Bachelor Studienfach: Politikwissenschaft)
Modul: Regionaler Fokus B.A. (Bachelor Studienfach: Politikwissenschaft)
Modul: Vertiefung Politikwissenschaft B.A. (Bachelor Studienfach: Politikwissenschaft)
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Prüfung Leistungsnachweise

1. Aktive Teilnahme (bestanden/nicht bestanden)

Die regelmäßige Teilnahme umfasst sowohl die vorbereitende Lektüre als auch die aktive Mitwirkung in den Seminarsitzungen. Die Lehrveranstaltung ist als interaktives Seminar konzipiert; eine sorgfältige Vorbereitung auf jede Sitzung ist daher zwingend erforderlich. Da die gemeinsame Diskussion auf der Pflichtlektüre basiert, sind sämtliche vorgesehenen Texte sowie etwaige Aufgaben vor der jeweiligen Sitzung vollständig zu bearbeiten. Die Literatur wird über ADAM zur Verfügung gestellt. Von den Studierenden wird die Teilnahme an allen Sitzungen erwartet. Es sind maximal zwei angekündigte Absenzen zulässig, um die Lehrveranstaltung erfolgreich abzuschließen. Bei Nichteinhaltung dieser Regelung kann kein Leistungsnachweis vergeben werden und ein erfolgreicher Abschluss des Seminars ist nicht möglich.


2. Fragen/Kommentare zur Pflichtlektüre (benotet)

Jede*r Studierende reicht zu jedem Pflichttext eine (Verständnis-)Frage oder einen Kommentar ein, der sich inhaltlich mit der jeweiligen Lektüre auseinandersetzt und erkennen lässt, dass der Text sorgfältig gelesen und reflektiert wurde. Die in einigen Beiträgen verwendeten empirischen Methoden sind teilweise sehr anspruchsvoll. Es wird nicht erwartet, dass komplexe und hochspezialisierte Forschungsdesigns im Detail kritisch bewertet werden. Studierende können sich daher auf diejenigen Aspekte des Textes konzentrieren, mit denen sie sich inhaltlich fundiert auseinandersetzen können. Für die Sitzungen 2–11 ist jeweils eine Frage bzw. ein Kommentar pro Pflichttext einzureichen. Die Einreichung erfolgt bis spätestens Sonntagabend (20:00 Uhr) vor der jeweiligen Einheit (01.03, 08.03, 15.03, 29.03, 05.04, 12.04, 26.04, 03.05, 10.05, 17.05) per E-Mail an Viktoria Jansesberger (viktoria.jansesberger@unibas.ch).


Die eingereichten Fragen/Kommentare können sich unter anderem auf folgende Aspekte beziehen:
• Bewertung des theoretischen Arguments: Ist die Argumentation überzeugend? Ist die Herleitung der Hypothesen ausreichend präzise und nachvollziehbar? Falls nicht: Welche Aspekte erscheinen unzureichend ausgearbeitet?
• Einschätzung des empirischen Vorgehens: Ist das Forschungsdesign geeignet, die Forschungsfrage zu beantworten? Wie ist, sofern relevant, der methodische Zugang zu beurteilen?
• Plausibilität der Ergebnisse: Sind die Resultate überzeugend? Ist die Interpretation der Ergebnisse durch die Autor*innen nachvollziehbar? Beantwortet die Studie die zugrunde liegende Forschungsfrage? Welche offenen Fragen verbleiben? Lassen sich alternative Schlussfolgerungen ziehen?
• Allgemeine Anmerkungen (optional): Welche Passagen waren unklar oder besonders anspruchsvoll? Welche Aspekte sollten im Seminar erneut erläutert werden? Wie wurde die Lektüre insgesamt bewertet und weshalb?

Ausgewählte Fragen werden in der Sitzung aufgegriffen und diskutiert. Die eingereichte Frage bzw. der Kommentar muss eindeutig erkennen lassen, dass der Text gelesen wurde!

3. Debattenstrategiepapier & aktive Teilnahme an einer Debatte (benotet & bestanden/nicht bestanden)

In diesem Seminar verbinden wir mündliche Debatte und schriftliche Argumentationsarbeit. Ziel ist es, politische Maßnahmen zur Förderung von Klimagerechtigkeit systematisch zu analysieren, ihre Verteilungswirkungen zu verstehen und sie aus unterschiedlichen globalen Perspektiven begründet zu bewerten. Die Debatten simulieren politische und moralische Konfliktlinien zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Ausgangspunkt ist jeweils ein konkreter Policy Vorschlag. Dabei geht es nicht um persönliche Meinungen, sondern um die sachlich fundierte Vertretung einer zugewiesenen Position. Die zur Auswahl stehenden Policies und Themen können dem Syllabus entnommen werden und werden spätestens bis zur zweiten Einheit vergeben werden. Die konkrete Position die der/die jeweilige Studierende jeweils vertreten soll (Globaler Norden oder Globaler Süden) wird ausgelost. Jede*r Studierende muss ein individuelles Debattenstrategiepapier bis Sonntagabend (20:00 Uhr) vor der jeweiligen Einheit (29.03, 05.04, 12.04, 26.04, 03.05, 10.05, 17.05) via ADAM abgeben. Die Debatte wird in groben Zügen von mir auf Basis der abgegebenen Debattenstrategiepapiere moderiert werden. Eine interne Koordination zwischen den Teilnehmenden einer mündlichen Debatte wird empfohlen. Als Kompensation für diese Koordinationsarbeit entfallen während des Semesters zwei Einheiten.


3.1 Mündliche Leistung: Debatte (bestanden/nicht bestanden)
• Teilnehmende pro Debatte: 4 Studierende
• Dauer: 30-35 Minuten
• Rollenverteilung:
o 2 Studierende vertreten Argumente des Globalen Nordens
o 2 Studierende vertreten Argumente des Globalen Südens
• Innerhalb der zugewiesenen Perspektive (Globaler Norden / Globaler Süden) haben Sie Gestaltungsfreiheit: Sie können ein konkretes Land vertreten (z. B. USA, Deutschland, Indien, Brasilien), oder eine regionale Perspektive (z. B. EU), oder eine allgemeine Perspektive des Globalen Nordens bzw. Südens. Wichtig ist, dass Ihre Argumentation konsistent, nachvollziehbar und wissenschaftlich fundiert ist.


3.2 Schriftliche Leistung: Debattenstrategiepapier (benotet)
• Jede*r Studierende reicht ein individuelles Debattenpapier ein. Dieses dient als analytische Grundlage und strategische Vorbereitung für die mündliche Debatte.
• Der Umfang soll 1.500–2.000 Wörter (ca. 3–5 Seiten) betragen. Das Debattenpapier ist kein klassischer Essay und keine Hausarbeit, sondern ein argumentatives Positionspapier. Es soll zeigen, dass Sie: 1) die Debattenfrage analytisch durchdrungen haben, 2) Ihre zugewiesene Perspektive überzeugend vertreten können, 3) relevante Gegenargumente kennen und reflektiert darauf reagieren.
• Das Debattenpapier soll sich auf geeignete wissenschaftliche Literatur und relevante Policy-Dokumente stützen. In der Regel wird dies mindestens 6–8 seriöse Quellen umfassen. Eine typische sinnvolle Mischung besteht aus, 2–3 wissenschaftlichen Texte (z. B. Klimagerechtigkeit, politische Theorie, internationale politische Ökonomie), 2–3 Policy- oder Institutionsdokumenten (UNFCCC, IPCC, Weltbank, OECD, nationale Strategien), 1–2 aktuellen Hintergrundquellen (z. B. Reports, Datensätze)
• Ziel der Aufgabe ist nicht, „die richtige Position“ zu finden, sondern die Fähigkeit zu entwickeln, kontroverse politische Konflikte analytisch fundiert und argumentativ überzeugend zu führen.
• Literaturverzeichnis mit einheitlicher Zitierweise erforderlich
• Zusätzliche Informationen zum Debattenstrategiepapier sind im Dokument „Orientierungshilfen Debattenstrategiepapier“ auf ADAM enthalten
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala 1-6 0,5
Belegen bei Nichtbestehen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Politikwissenschaft

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