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39251-01 - Einführungskurs: Kleopatra VII.: antike Quellen und Nachleben in der Moderne (3 KP)

Semester Herbstsemester 2026
Angebotsmuster Jedes Herbstsemester
Dozierende Marco Vitale (marco.vitale@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt
Als „Königin der der König*innen“, „Neue Isis“/„Neuere Göttin“ oder „Göttliche und Vaterliebende“ ließ sich die letzte alleinherrschende Dynastin des ptolemäischen Reichs in Steininschriften, Münzprägungen sowie Hieroglyphenkartuschen betiteln. Kleopatra (VII.), ägyptische Pharaonin und makedonische Königin, war die militärisch und wirtschaftlich weitaus bedeutendste und zuverlässigste aller mit Rom verbündeten sog. Klienteldynast*innen. Außer Ägypten und Kyrenaika (heutig. Libyen) kontrollierte sie Zypern und Kreta, weite rohstoffreiche Küstengebiete Phöniziens, Iudaeas/Palaestinas und die dicht bewaldete Region Kilikia Tracheia (heutig. SO-Türkei). Zudem verfügte sie über die größte Kriegs- und frachtflotte des Mittelmeers. Mächtige republikanische Feldherren wie Caesar und Antonius waren nicht nur ihre wichtigsten Verbündeten im römischen Senat, sondern auch ihre Lebenspartner.
Besonders jedoch das kinderreiche Eheverhältnis zu Antonius, der mit Caesars Adoptivsohn Octavian zerstritten war, sollte ihr selbst, der Autonomie ihres Reiches und der römischen Republik zum Verhängnis werden. Ihre knappe Niederlage in der Seeschlacht von Actium (31 v.Chr.) gegen Octavian erleichterte ihm den Aufstieg zum Prinzeps (Kaiser) und Augustus. Die systematische Antipropaganda Octavians verzerrte und modellierte Kleopatra geradewegs zur „fremdländischen“ Staatsfeindin und zum Gegenbild der exemplarischen römischen Ehefrau. Misogyne literarische Topoi kamen zum Zuge: Römische Autoren wie Properz, Horaz und Lukan charakterisierten sie als „Verführerin“, „schicksalsbestimmendes Ungeheuer“ und als „Schande Ägyptens, deren Geilheit Rom nur Verderben bringt“. Wirkungsgeschichtlich bedenklich ist, dass solche Feindbildkonstruktionen in den modernen Populärmedien immer noch nicht revidiert sind und zum Aufrechterhalten eines spektakulären und exotischen Kleopatra-Bildes kritik- und bedenkenlos weiterverwendet werden: „Kleopatra, Herrscherin und Hure am Nil“, „Kleopatra, die ewige Diva“.
Lernziele Kennenlernen antiker Geschichtsschreibung und weiterer Quellengattungen (z.B. Papyri, Steininschriften, Münzen, archäologische Zeugnisse). Eingeübt werden der Umgang mit Quellenkritik, Quelleninterpretation, das kritische Lesen neuzeitlicher Rezeptionen und ideologischer Instrumentalisierungen der Antike.
Literatur S.-A. ASHTON, Cleopatra an Egypt, Malden/Oxford/Victoria 2008; L. CAPPONI, Cleopatra, Bari/Rom 2021; D. GALL, Geliebte Caesars, Verderben Marc Antons, Feindin Roms. Kleopatra in der Literatur der Antike, in: O. Westheider/K. Müllen (Hg.), Kleopatra und die Caesaren, München 2006, 142 151; S. KUBISCH/H. KLINKOTT, Kleopatra. Pharaonin – Göttin – Visionärin, Stuttgart 2011; S. PFEIFFER, Die Ptolemäer: im Reich der Kleopatra, Stuttgart 2017; C. SCHÄFER, Kleopatra, Darmstadt 2006; M. VITALE, Kleopatra VII. auf einer Inschrift aus Ägypten und auf Münzprägungen syrischer Poleis, Klio 95.2, 2013, 455 470; S. WALKER/P. HIGGS (Hg.), Cleopatra of Egypt. From History to Myth, London 2001.
Bemerkungen Die Lehrveranstaltung beginnt erst in der zweiten Woche! In der ersten Vorlesungswoche finden gemeinsame Einführungsveranstaltungen für all diejenigen statt, die im Herbstsemester ein Studium der Altertumswissenschaften aufnehmen. Die Einführungsproseminare der einzelnen Fachbereiche beginnen aus Rücksicht auf diese allgemeine Einführung erst in der zweiten Semesterwoche. Die Zeiten der Proseminare dienen dafür in der ersten Woche dem obligatorischen Besuch der Einführungsveranstaltungen, welcher verteilt auf die vier Tage in einzelnen Blöcken absolviert werden kann.


Alle Studierende, die im Herbstsemester ihr Studium in den Altertumswissenschaften beginnen, sind am 15.09.2025 (13:15-15:30h) zur allgemeinen Begrüssung im Hörsaal 115 im Kollegienhaus herzlich eingeladen. Im Anschluss findet für alle ein Apéro im Foyer des Rosshofs (Petersgraben 51) statt.

Bitte beachten Sie, dass der Besuch des Moduls "Digital History" am Fr., 14.11., 8-10 Uhr, verpflichtend ist. Gleiches gilt für allfällige weitere Zusatztermine.
Weblink https://altegeschichte.unibas.ch

 

Teilnahmevoraussetzungen Geschichtsstudierende besuchen diesen Kurs als Einführungskurs zusammen mit der Einführung (38127-01) in Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft sowie dem Tutorat (34610-01).

Im November 2025 wird eine Zusatzsitzung zu digital history stattfinden. Dieser Termin ist - wie die anderen Sondertermine, die zu Beginn des Kurses bekannt gegeben werden - obligatorisch für das Bestehen des Kurses.

Für Studierende im BSF Geschichte: Im Rahmen des Grundstudiums ist es erforderlich, in jeder Epoche ein Proseminar zu besuchen. In drei der vier Epochen müssen Proseminararbeiten verfasst werden. Diese sind an die besuchten Proseminare gebunden und müssen im Rahmen dieser Veranstaltungen angefertigt werden. Pro Epoche soll nur ein Proseminar besucht werden. Bei Überbelegung werden nur Personen zugelassen, die in der jeweiligen Epoche noch kein Proseminar besucht haben.
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Die Anmeldung für Studierende des BSF Geschichte und BSF Osteuropastudien erfolgt erst bei der Begrüssungsveranstaltung für Erstsemestrige am Mittwoch in der ersten Semesterwoche. Bitte erst nach der Einteilung auf MONA belegen.

Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
wöchentlich Mittwoch 10.15-11.45 Kollegienhaus, Hörsaal 114

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Mittwoch 23.09.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 30.09.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 07.10.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 14.10.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 21.10.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 28.10.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 04.11.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 11.11.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 18.11.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 25.11.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 02.12.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 09.12.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Mittwoch 16.12.2026 10.15-11.45 Uhr Kollegienhaus, Hörsaal 114
Module Modul: Einführung in das Geschichtsstudium (Bachelor Studienfach: Geschichte)
Modul: Grundstudium Schwerpunkt Alte Geschichte (Bachelor Studienfach: Altertumswissenschaften)
Modul: Grundstudium Schwerpunkt Alte Geschichte (Bachelor Studiengang: Altertumswissenschaften)
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Belegen bei Nichtbestehen beliebig wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Alte Geschichte

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