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| Semester | Herbstsemester 2026 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | Konrad Kuhn (konrad.kuhn@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Das 9/11-Memorial in New York, das Vernichtungslager Auschwitz‑Birkenau, der Hiroshima‑Friedenspark, die Vietcong-Tunnelanlagen in Südvietnam, das Tuol Sleng-Folterzentrum in Phnom Penh oder das antike Pompeji – an zahlreichen Orten wird Leid, Katastrophe und Tod öffentlich erinnert, ausgestellt und von vielen Menschen besucht. Der Besuch solcher Orte wird kontrovers diskutiert: Manche suchen die Möglichkeit, den Opfer zu gedenken, andere verspüren vielleicht Sensationslust. Kann Tourismus ein Bewusstsein für historische Ereignisse ermöglichen oder fördert er Kommerzialisierung von Tragödien und Leid? Das Seminar beschäftigt sich kulturanalytisch mit dem globalen Phänomen „Dark Tourism“. Auf der Basis interdisziplinärer Perspektiven aus den Kultur- und Sozialwissenschaften, Erinnerungsforschung, historischer Anthropologie und politischer Ökonomie erschliessen wir Begriffe, Typologien, historische Entwicklungen und die komplexen Motivlagen von Besucher:innen solcher Orte vergangener Massengewalt. Zudem analysieren wir Kontroversen um Authentizität, Würde, Kommerzialisierung, Repräsentation und Machtverhältnisse an konkreten Beispielen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Spannungsfeldern zwischen Erinnerungskultur, Wissensvermittlung und Marktlogiken sowie auf post‑/dekolonialen und ethischen Perspektiven. |
| Lernziele | - Die Studierenden kennen die Konzepte von "Dark Tourism" und verwandter Zugänge (z. B. Heritage- oder Thanatotourismus) und können diese auf der Basis kulturwissenschaftlicher Zugänge kritisch diskutieren. - Die Studierenden sind vertraut mit zentralen Akteur:innen, Orten und Formaten (Gedenkstätten, Katastrophenorte, museale Inszenierungen, Tour-Angebote) und haben an Fallbeispielen die sozialen, kulturellen und ökonomischen Effekte sowie an exemplarischen Kontroversen die unterschiedlichen Positionierungen herausgearbeitet. - Die Studierenden entwickeln reflektierte eigenständige Positionen zu Spannungsfeldern dieser touristischen Praxis zwischen Erinnerungskultur, Wissensvermittlung und Kommerzialisierung und den damit verbundenen ethischen Fragen. |
| Literatur | Wird bekanntgegeben, als Einführung hilfreich: Bajohr, Frank u.a. (Hg.): Dark Tourism: Reisen zu Stätten von Krieg, Massengewalt und NS-Verfolgung. Berlin 2020. Sharpley, Richard; Stone, Philip R. (Eds.): The Darker Side of Travel. The Theory and Practice of Dark Tourism. Bristol et al. 2009. Steinecke, Albrecht: Dark Tourism: Reisen zu Orten des Leids, des Schreckens und des Todes. München 2021. |
| Bemerkungen | Das Seminar konfrontiert mit unterschiedlichen Formen von (historischer, aber auch aktueller) Gewalt. Ein sensibler Umgang mit diesen verschiedenen gewaltvollen Repräsentationen ist Ziel des Seminars. Zugleich wird die Bereitschaft der teilnehmenden Studierenden vorausgesetzt, dazu eine kulturanalytisch reflektierte und ethnographisch offene Haltung zu entwickeln. |
| Teilnahmevoraussetzungen | Grundstudium abgeschlossen. Die Teilnehmenden werden nach Fachrichtung, Studiengang und in der Reihenfolge ihrer Anmeldung auf die Liste gesetzt. Wer im Rahmen von Auslandaufenthalten und von Austauschprogrammen in Basel studiert wird unabhängig vom Listenplatz immer aufgenommen. Wer in der ersten Sitzung unentschuldigt fehlt, kann die Lehrveranstaltung nicht besuchen. Pro Lehrveranstaltung mit zwei Semesterwochenstunden sind maximal zwei entschuldigte Absenzen möglich. Siehe Merkblatt zum Umgang mit Absenzen und Sonderregelungen: https://kulturwissenschaft.philhist.unibas.ch/fileadmin/user_upload/kulturwissenschaft/Dokumente/Studium/Merkblaetter_allgemein/B_absenzen-sonderregelungen_24-01.pdf. |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| HörerInnen willkommen |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|---|---|---|
| wöchentlich | Freitag | 10.15-12.00 | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Datum | Zeit | Raum |
|---|---|---|
| Freitag 02.10.2026 | 10.15-13.45 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 09.10.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 16.10.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 23.10.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 30.10.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 06.11.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 13.11.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 20.11.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 04.12.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 11.12.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Freitag 18.12.2026 | 10.15-12.00 Uhr | Alte Universität, Seminarraum 207 |
| Module |
Modul: Bodies, Objects, Circulation (Master Studiengang: Changing Societies) Modul: Methoden und Felder der Kulturanthropologie (Bachelor Studienfach: Kulturanthropologie) Modul: Praktiken (Master Studiengang: Kulturtechniken) Modul: Research Lab Kulturanthropologie (Master Studienfach: Kulturanthropologie) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| Hinweise zur Prüfung | Regelmässige und aktive Teilnahme. Erbringen der Leistungen im vereinbarten Zeitrahmen. |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie |