Zurück zur Auswahl
| Semester | Herbstsemester 2026 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | Christine Kleiter (christine.kleiter@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Diese Lehrveranstaltung untersucht die Praktiken, Räume und Theorien des Sammelns in der Renaissance und im Barock mit einem besonderen Fokus auf Basel als einem der frühesten Orte, an dem sich aus Sammlungen institutionelle Museumsstrukturen herausbilden. Im Zentrum steht die Frage, wie sich aus frühneuzeitlichen Sammlungskulturen – insbesondere im Basler Kontext – nachhaltige Formen der Wissensorganisation und Präsentation entwickelten. Programmatische Texte der frühen Neuzeit wie das Museumstraktat von Samuel Quiccheberg dienen dabei als direkte Bezugspunkte für die Sammler*innen der Zeit. Ausgehend von den Ursprüngen des Museums in Studioli sowie Kunst- und Wunderkammern werden zentrale theoretische Positionen der Sammelforschung diskutiert. Dazu zählen, neben den frühen Forschungen von Julius von Schlosser, Krzysztof Pomian sowie Wolfgang Liebenwein, auch aktuellere Forschungsansätze, die Sammeln explizit nicht nur als ästhetische oder gelehrte Praxis, sondern als globales, kulturell ambivalentes Phänomen analysieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Basler Sammlungen des 16. Jahrhunderts, insbesondere denjenigen von Basilius Amerbach, Felix Platter und Remigius Faesch, die als frühe Keimzellen musealer Praxis gelten. Diese werden im europäischen Vergleich verortet, etwa mit fürstlichen Sammlungen in Schloss Ambras, Prag oder Florenz. Auch weitere private Sammler wie die Familie Fugger in Augsburg werden berücksichtigt. Darüber hinaus sollen botanische Gärten als spezifische Sammelräume analysiert, insbesondere der 1589 von Caspar Bauhin gegründete Botanische Garten in Basel im Vergleich zu italienischen Vorbildern wie Padua. Naturkundliche Objekte und Sammlungen werden als Teil frühneuzeitlicher Wissensordnungen betrachtet und in ihrem Verhältnis zu Kunst- und Kuriositätenobjekten untersucht. Während des Seminars werden deshalb auch (historische) Sammlungsorte besucht und u.a. am Beispiel der musealen Aufbereitung im Historischem Museum in Basel kontextualisiert. Die Lehrveranstaltung bietet somit eine vertiefte Auseinandersetzung mit der materiellen Kultur der Kunst- und Wunderkammern und legt besonderen Wert auf Basel als einen der Schlüsselorte in der Genese des Museums. |
| Lernziele | Ziel ist es, die Transformation von privaten und gelehrten Sammlungen hin zu öffentlichen Institutionen nachzuvollziehen und kritisch einzuordnen. |
| Literatur | Eine detaillierte Literaturliste wird zu Anfang des Semesters bereitgestellt. |
| Teilnahmevoraussetzungen | Für den Besuch der Seminare sollte das Grundstudium abgeschlossen sein. |
| Anmeldung zur Lehrveranstaltung | Anmeldung über MOnA notwendig (services.unibas.ch). |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|---|---|---|
| wöchentlich | Donnerstag | 14.15-16.00 | Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131 |
| Module |
Modul: Frühe Neuzeit (Bachelor Studienfach: Kunstgeschichte) Modul: Profil: Frühe Neuzeit (Master Studiengang: Kunstgeschichte und Bildtheorie) Modul: Werk und Kontext (Master Studiengang: Kunstgeschichte und Bildtheorie) Modul: Werk und Kontext (Master Studienfach: Kunstgeschichte) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| Hinweise zur Prüfung | Regelmässige Teilnahme, aktive Mitarbeit, vorbereitende Textlektüren, Übernahme eines Referats. |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Kunstgeschichte |