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79530-01 - Seminar: Ist die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) eine Akteur-Medien-Theorie (AMT)? Möglichkeiten und Grenzen einer populären Theorie in der Medienwissenschaft (3 KP)

Semester Herbstsemester 2026
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Christian Harun Maye (harunchristian.maye@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Ist die die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) eine Akteur-Medien-Theorie? Die Frage ist medientheoretisch interessant, weil die ANT eine neue Perspektive auf die Begriffe der Vermittlung und Übersetzung bietet, die für jede Medientheorie zentral sind. Es ist ein wichtiges Anliegen der ANT in die Analyse von Netzwerken auch explizit nichtmenschliche Akteure miteinzubeziehen und den Anteil von Dingen, Instrumenten und technischen Objekten an dem Zustandekommen der Handlungen und Kollektive besonders zu betonen, was soziologische und kommunikationswissenschaftliche Netzwerkanalysen weitgehend unterlassen. Im disziplinären Mainstream dieser Disziplinen sind Akteure, die in Netzwerken organisiert sind, in der Regel Menschen, Organisationen oder Institutionen.
Massenmedien (Buch, Zeitung, Radio, Fernsehen oder auch das Internet) spielen in der ANT dagegen keine tragende Rolle. Das Interesse dieser Theorie gilt vielmehr Kulturtechniken wie der Inskription, Übersetzung oder Vermittlung, die in der Interaktion mit Agenten eine primär mediale Funktion erfüllen. Mit der Aufwertung von Objekten bei einer gleichzeitigen Relativierung der Handlungsmacht von Subjekten kommt es allerdings auch nicht zu einer bloßen Umwertung der aktiven und passiven Rollenverteilung, wie beispielsweise in der Medientheorie von Marshall McLuhan. Entgegen herkömmlicher Unterscheidungen wie Subjekt vs. Objekt oder aktiv vs. passiv wertet die ANT Dinge und Medien im Anschluss an Michel Serres zu Quasi-Objekten auf sowie humane Akteure zu Quasi-Subjekten ab, so dass beide als hybride Größen in nichthierarchischen und symmetrischen Handlungsnetzwerken betrachtet werden können.
Bei der Einbettung von Agenten in alle möglichen Formen von Infrastrukturen und Netzwerken fällt allerdings auf, dass deren medialer Status oft ungeklärt bleibt. Welchen Status Medien in der ANT überhaupt haben und ob sie für die Praktiken zentral oder nur als sekundäre Verbreitungsmittel interessant sind, bleibt fraglich. Daher soll im Seminar diskutiert und herausgearbeitet werden, inwiefern technische und symbolische Medien an der Handlungsmacht der Agenten und Aktanten beteiligt sind und Ansätze der Medienwissenschaft mit denen der ANT Synergien erzeugen oder blinde Flecken gegenseitig sichtbar machen können.

 

Anmeldung zur Lehrveranstaltung Anmeldung über MOnA notwendig (services.unibas.ch).
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
wöchentlich Donnerstag 14.15-16.00 Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Donnerstag 17.09.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 24.09.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 01.10.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 08.10.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 15.10.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 22.10.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 29.10.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 05.11.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 12.11.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 19.11.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 26.11.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 03.12.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 10.12.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Donnerstag 17.12.2026 14.15-16.00 Uhr Holbeinstrasse 12, Projektraum 1.OG
Module Modul: Aufbaustudium Theoretische Perspektiven BA (Bachelor Studienfach: Medienwissenschaft)
Modul: Praktiken (Master Studiengang: Kulturtechniken)
Modul: Theoretische Perspektiven MA (Master Studienfach: Medienwissenschaft)
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Belegen bei Nichtbestehen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Medienwissenschaft

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