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| Semester | Herbstsemester 2026 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | Nicole Kirstin Jost-Rösch (nicole.roesch@unibas.ch, BeurteilerIn) |
| Inhalt | Die Musikgeschichte, wie sie uns in Konzertprogrammen oder Lehrbüchern begegnet, ist bis in die Gegenwart in auffälliger Weise von Männern geprägt. Obwohl Frauen seit Jahrhunderten komponieren, musizieren, publizieren und musikalische Institutionen mitgestalten, sind nur wenige Komponistinnen Teil des etablierten musikalischen Kanons geworden. Zugleich ist in den vergangenen Jahren ein wachsendes Interesse an ihren Werken und Biographien zu beobachten: Populärwissenschaftliche Publikationen wie «250 Komponistinnen. Frauen schreiben Musikgeschichte» von Arno Lücker oder Festivals wie «Female Classics» versuchen, den Blick einer breiteren Öffentlichkeit auf Komponistinnen zu lenken, und lange marginalisierte Positionen sichtbar zu machen. Dennoch bleiben Werke von Frauen in Konzertprogrammen, auf Spielplänen und in musikgeschichtlichen Narrativen – von wenigen prominenten Ausnahmen abgesehen – weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Die Übung »Rewriting Music History: Komponistinnen im Fokus« setzt in ihrem ersten Teil bei dieser Problematik an. Im Zentrum stehen Fragen nach den Mechanismen musikalischer Kanonbildung: Wer entscheidet darüber, welche Musik erinnerungswürdig ist? Welche Rolle spielen Institutionen wie der Konzertbetrieb, Musikverlage, Hochschulen oder die Musikwissenschaft selbst? Wie geht das Fach Musikwissenschaft mit der Musik von Komponistinnen um? Ausgehend von diesen Fragen richtet die Lehrveranstaltung in ihrem zweiten Teil den Blick auf konkrete Komponistinnen unterschiedlicher Epochen und Kontexte. Untersucht werden Barrieren und Handlungsspielräume innerhalb einer männlich dominierten Musikkultur ebenso wie ihre Strategien, Sichtbarkeit zu erlangen und dem Vergessen entgegenzuwirken. Dabei geht es etwa um die bewusste Suche nach Nischen, um Netzwerke und Selbstinszenierungen, um Publikationsstrategien, institutionelle Hindernisse oder um den Versuch, gerade nicht auf eine geschlechtsspezifische Position festgelegt zu werden. Die Übung verbindet musikgeschichtliche, kulturwissenschaftliche und kanonkritische Perspektiven und fragt danach, wie Musikgeschichte geschrieben wurde – und wie sie anders geschrieben werden könnte. Ziel ist es, Komponistinnen nicht als «Ergänzung» zu einer bestehenden Geschichte zu behandeln, sondern die Voraussetzungen und Erzählweisen dieser Geschichte selbst kritisch zu hinterfragen. |
| Literatur | Broad, Leah, Quartet. How Four Women Challenged the Musical World, London 2024. Drinker, Sophie, Die Frau in der Musik, Zürich 1955. Gender Studies & Musik. Geschlechterrollen und ihre Bedeutung für die Musikwissenschaft, hrsg. von Stefan Fragner, Jan Hemming und Beate Kutschke (= Forum Musik Wissenschaft, Bd. 5), Regensburg 1998. Grenzgänge. Gender, Ethnizität und Klasse als Wissenskategorien der Musikwissenschaften, hrsg. von Cornelia Bartsch und Britta Sweers (= Jahrbuch Musik und Gender, Bd. 8), Hildesheim et al. 2016. History Herstory. Alternative Musikgeschichten, hrsg. von Annette Kreutziger-Herr und Katrin Losleben (= Musik – Kultur – Gender, Bd. 5), Köln et al. 2009. Musikalische Schrift und Gender. Praktiken – Diskurse – Perspektiven, hrsg. von Gesa Finke und Julia Freund, Bielefeld 2024. Musik und Gender. Ein Reader, hrsg. von Florian Heesch und Katrin Losleben (= Musik – Kultur – Gender, Bd. 10), Wien et al. 2012. Parsons, Laurel und Ravenscroft, Brenda. «Introduction», in: Analytical Essays on Music by Women Composers. Concert Music 1900–1960, hrsg. von Laurel Parsons und Brenda Ravenscroft, New York 2022, S. 1–18. Rieger, Eva, «Gender Studies und Musikwissenschaft. Ein Forschungsbericht», in: Die Musikforschung 3/48 (1995), S. 235–250. Rieger Eva, Frau, Musik & Männer-Herrschaft. Zum Ausschluss der Frau aus der deutschen Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Musikausübung, Kassel 21988. |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| HörerInnen willkommen |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|---|---|---|
| wöchentlich | Mittwoch | 10.15-11.45 | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Datum | Zeit | Raum |
|---|---|---|
| Mittwoch 16.09.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 23.09.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 30.09.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 07.10.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 14.10.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 21.10.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 28.10.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 04.11.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 11.11.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 18.11.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 25.11.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 02.12.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 09.12.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Mittwoch 16.12.2026 | 10.15-11.45 Uhr | Musikwissenschaft, Vortragssaal |
| Module |
Modul: Grundlagen der Musikwissenschaft (Bachelor Studienfach: Musikwissenschaft) Modul: Individuelle wissenschaftliche Vertiefung und musikwissenschaftliche Berufspraxis (Master Studienfach: Musikwissenschaft) Modul: Koordinaten der Kreativität (Master Studiengang: Kulturtechniken) Modul: Musikwissenschaftliche Analyse, Notation und Lektüre (Bachelor Studienfach: Musikwissenschaft) Modul: Transfer: Europa interdisziplinär (Master Studiengang: Europäische Geschichte in globaler Perspektive ) Modul: Zentrale Fragen und Debatten der Geschlechterforschung (Bachelor Studienfach: Geschlechterforschung) Wahlbereich Bachelor Musikwissenschaft: Empfehlungen (Bachelor Studienfach: Musikwissenschaft) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| Hinweise zur Prüfung | regelmässige Teilnahme (3x entschuldigtes Fehlen), regelmässige mündliche Mitarbeit, kleinere Lektürehausaufgaben, Verfassen drei kurzer Essays und Mitgestaltung jeweils einer «Expertensitzung» zu einer der Komponistinnen. |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Musikwissenschaft |