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80520-01 - Seminar: Migration, Identität, Interkulturalität – Biografien von Schweizer:innen, die ihre Kindheit in den 1970er Jahren in Kamerun und Nigeria verbrachten (3 KP)

Semester Herbstsemester 2026
Angebotsmuster einmalig
Dozierende Dagmar Konrad (dagmar.konrad@unibas.ch, BeurteilerIn)
Inhalt Das Leben in zwei oder mehr Kulturen und die daraus resultierende Problematik interkultureller Kommunikation ist ein Feld der Migrationsforschung und heute aktueller denn je.
Ab den 1970er Jahren wurden Mitarbeitende der Basler Mission nicht mehr als Missionare, sondern als ökumenisch Mitarbeitende nach Westkamerun und Nigeria vermittelt. In Kamerun unterstanden sie der „Presbyterian Church of Cameroon“ (Partnerkirche der Basler Mission, heute Mission 21), in Nigeria waren sie an die Church of Brethren angegliedert. Ihre in Afrika geborenen Kinder wurden in Kamerun im schulpflichtigen Alter in einem Internat der Basler Mission in Mbengwi, im Nordwesten Kameruns, untergebracht, um eine europäische Schulbildung zu erhalten. In Nigeria wurden sie in der Regel auf ein englischsprachiges Internat gesandt. Ihr Leben war von dem Pendeln zwischen den 'Welten' geprägt. Dem Leben bei den Eltern mit Kontakt auch zur lokalen Bevölkerung, der eher europäisch geprägten Internatswelt, – und der späteren Migration in die 'Heimat' ihrer Eltern – für sie fremde Länder.
Das Spannungsverhältnis von Fremdheit und Migration und daraus resultierende Brüche im Leben – die Erfahrung von Anderssein, auch Ausgrenzung – bewirkt, dass die Reaktionen der ‚Betroffenen‘ überaus kontrovers sein können, was ihre Kindheits- und Familiengeschichte betrifft. Fremdsein einerseits und Beheimatung andererseits und daraus resultierende Prägungen sollen anhand von narrativen Interviews genauer untersucht werden. Die Analyse der Interviews soll nicht nur dem Zweck eines Konservierens subjektiver Erinnerungen dienen, sondern auch Erinnerungsräume öffnen im Sinne eines kollektiven Gedächtnisses. Auch soll die Hypothese der Familie als 'Ort kommunikativen Gedächtnisses' überprüft werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Erfahrung der Heimatlosigkeit auf der einen Seite, des ‚Weitgereistseins‘ und damit verbundenen transkulturellen Erfahrungen auf der anderen Seite. Den Referenzrahmen hierfür bietet ein laufendes Forschungsprojekt zum genannten Thema.
Folgende Themen stehen im Fokus des Interesses:
Wie prägten und prägen die frühen Migrationserfahrungen das weitere Leben? Wie definiert sich innerhalb dieser Biographien Heimat? Welche Identitätskonzepte werden eigentlich entwickelt? Können sie sich zum Beispiel mit den sogenannten Third Culture Kids identifizieren oder eher nicht? Was bedeutet und welchen Stellenwert hat Mission und Religion? Welches 'Afrikabild' entwarf man für sich und veränderte sich dasselbe? 'Doing family': Wie reagierte die ganze Familie auf die neue Situation in Europa?
Theoretisch orientieren wir uns an folgenden Forschungsfeldern: Migrationsforschung, Biografisches Erinnern, ‘Heimatkonstruktionen', Interkulturalität und Transkulturalitätskonzepte, Third Culture Kids. In der Praxis sollen Probleme und Herausforderungen bei Oral History Studien diskutiert werden. Es werden verschiedene Interviewtechniken vorgestellt und auf ihre Durchführbarkeit überprüft, Interviews analysiert und eventuell selbstständig Interviews geführt mit Transkription, Analyse und Interpretation. Ein Besuch des Archivs der Basler Mission (mission 21) – sowie das Gespräch mit einer Zeitzeugin wird angeboten.
Lernziele Analyse und Interpretation narrativer Interviews
eigenständig Interviews führen
Literatur Wird zu Semesterbeginn bekannt gegeben.
Bemerkungen An einem Vormittag: Besuch bei der Mission 21. Termin folgt.

 

Teilnahmevoraussetzungen Grundstudium abgeschlossen.

Die Teilnehmenden werden nach Fachrichtung, Studiengang und in der Reihenfolge ihrer Anmeldung auf die Liste gesetzt. Wer im Rahmen von Auslandaufenthalten und von Austauschprogrammen in Basel studiert wird unabhängig vom Listenplatz immer aufgenommen.

Wer in der ersten Sitzung unentschuldigt fehlt, kann die Lehrveranstaltung nicht besuchen.

Pro Lehrveranstaltung mit zwei Semesterwochenstunden sind maximal zwei entschuldigte Absenzen möglich. Siehe Merkblatt zum Umgang mit Absenzen und Sonderregelungen: https://kulturwissenschaft.philhist.unibas.ch/fileadmin/user_upload/kulturwissenschaft/Dokumente/Studium/Merkblaetter_allgemein/B_absenzen-sonderregelungen_24-01.pdf.
Anmeldung zur Lehrveranstaltung Belegen auf services.unibas.ch.
Anmeldung bei dagmar.konrad@unibas.ch.
Unterrichtssprache Deutsch
Einsatz digitaler Medien kein spezifischer Einsatz

 

Intervall Wochentag Zeit Raum
14-täglich Freitag 14.15-18.00 Alte Universität, Seminarraum 207

Einzeltermine

Datum Zeit Raum
Freitag 02.10.2026 14.15-18.00 Uhr Alte Universität, Seminarraum 207
Freitag 16.10.2026 14.15-18.00 Uhr Alte Universität, Seminarraum 207
Freitag 30.10.2026 14.15-18.00 Uhr Alte Universität, Seminarraum 207
Freitag 13.11.2026 14.15-18.00 Uhr Alte Universität, Seminarraum 207
Freitag 11.12.2026 14.15-18.00 Uhr Alte Universität, Seminarraum 207
Module Modul: Bodies, Objects, Circulation (Master Studiengang: Changing Societies)
Modul: Fields: Governance and Politics (Master Studiengang: African Studies)
Modul: Methoden und Felder der Kulturanthropologie (Bachelor Studienfach: Kulturanthropologie)
Modul: Praktische Kulturanthropologie BA (Bachelor Studienfach: Kulturanthropologie)
Modul: Praktische Kulturanthropologie MA (Master Studienfach: Kulturanthropologie)
Modul: Research Lab Kulturanthropologie (Master Studienfach: Kulturanthropologie)
Modul: Themen und Theorien der Sozialanthropologie (Bachelor Studienfach: Sozialanthropologie)
Modul: Theory and Themes of Social Anthropology (Master Studienfach: Social Anthropology)
Vertiefungsmodul Global Europe: Arbeit, Migration und Gesellschaft (Masterstudium: European Global Studies)
Prüfung Lehrveranst.-begleitend
Hinweise zur Prüfung Regelmässige und aktive Teilnahme.
Erbringen der Leistungen im vereinbarten Zeitrahmen.
An-/Abmeldung zur Prüfung Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich
Wiederholungsprüfung keine Wiederholungsprüfung
Skala Pass / Fail
Belegen bei Nichtbestehen nicht wiederholbar
Zuständige Fakultät Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch
Anbietende Organisationseinheit Fachbereich Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie

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