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| Semester | Herbstsemester 2026 |
| Angebotsmuster | einmalig |
| Dozierende | |
| Inhalt | Was ist Wahrheit? Klassischerweise konkurrieren Korrespondenz- und Kohärenztheorien um einen angemessenen Begriff der Wahrheit. Korrespondenztheoretikerinnen halten Wahrheit für die Übereinstimmung des Denkens mit dem Sein, Kohärenztheoretiker halten Wahrheit für die Übereinstimmung des Denkens mit sich selbst. Aber die klassischen Korrespondenz- und Kohärenztheorien von Wahrheit können zwei bedeutenden Merkmalen des Begriffs der Wahrheit nur schwer Rechnung tragen: I) Ein wahrer Gedanke und die ihm entsprechende Tatsache lauten genau gleich: Wahr ist, dass der Herbst begonnen hat, dann und nur dann, wenn der Herbst begonnen hat. II) Das Prädikat wahr ist redundant: Dass der Herbst begonnen hat, ist wahr, heisst nichts anderes als, dass der Herbst begonnen hat. Die jüngere Philosophiegeschichte divergiert in Bezug auf die Frage nach der Wahrheit weiter: Die sprachanalytische Philosophie untersucht Wahrheit durch die logische Analyse von Sätzen, die Wahrheit von etwas aussagen (Frege, Ramsey, Tarski). Der Pragmatismus hält Wahrheit für das, worauf sich alle, die forschen, letztlich einigen (Pierce). Die Phänomenologie weist propositionales Denken als Träger von Wahrheit zurück. Stattdessen sei Wahrheit Evidenz (Husserl) – oder sich in der Unverborgenheit lichtendes Sein (Heidegger). Die Postmoderne schliesslich wittert in jedem Anspruch auf Wahrheit verborgene Lüste nach Macht (Nietzsche, Foucault). Im Seminar gehen wir einführend durch die klassischen Wahrheitstheorien hindurch, widmen uns ihren ungelösten Problemen und besprechen dann in vier Blöcken 1. sprachanalytische, 2. pragmatistische, 3. phänomenologische Wahrheitsbegriffe und 4. die postmoderne Kritik am Wahrheitsanspruch. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen leitend sein: Gibt es einen Träger von Wahrheit (Urteile, Sätze oder gar Kunstwerke)? Ist Wahrheit eine Übereinstimmung (von Denken und Sein, von Denken mit sich)? |
| Literatur | wird auf Adam zur Verfügung gestellt |
| Teilnahmevoraussetzungen | Nur für Studierende, die die Grundkurse Theoretische Philosophie und Logische Propädeutik oder vergleichbare Kenntnisse in der Theoretischen Philosophie und der Logischen Propädeutik vorweisen können. |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
| HörerInnen willkommen |
| Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
|---|
Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
| Module |
Modul: Klassiker der Theoretischen Philosophie (Bachelor Studienfach: Philosophie) Modul: Theoretische Philosophie (Master Studienfach: Philosophie) |
| Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
| Hinweise zur Prüfung | Ausführliches Protokoll einer Sitzung (1-3 Seiten) |
| An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
| Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
| Skala | Pass / Fail |
| Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
| Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Anbietende Organisationseinheit | Fachbereich Philosophie |