Zurück zur Auswahl
Semester | Herbstsemester 2007 |
Angebotsmuster | einmalig |
Dozierende | Claudia Opitz Belakhal (claudia.opitz@unibas.ch, BeurteilerIn) |
Inhalt | Zu Beginn der Frühen Neuzeit ändert sich die Beurteilung und Verfolgung von Abtreibung und Kindstötung in grundlegender Weise. Galt sie im Mittelalter als schwere Sünde, so wird sie nun zusätzlich als schweres Verbrechen verfolgt und geahndet, und zwar als besonders schwerer Fall von «Verwandtenmord» in heimtückischer Absicht. Dabei wird das Delikt als spezifisch weibliche Untat definiert, denn nur Mütter können im Sinne des Gesetzes «Kindsmord» begehen, alle andern betreiben bestenfalls «Beihilfe». Im Seminar soll unter anderem der Frage nachgegangen werden, weshalb im 16. Jahrhundert ein Delikt so deutlich geschlechtsspezifisch (neu) codiert wurde und welche sozialen und kulturellen Praktiken schliesslich dazu führten, diese rechtliche Neudefinition akzeptabel zu machen und im Alltag zu verankern. Neben rechtsgeschichtlichen Fragen spielen deshalb auch solche nach der sozialen Stellung «unehelicher» Mütter und ihrer Kinder, nach der «Verbreitung» der Abtreibung und der Kindstötung im Zeitraum zwischen 1500 und 1800, nach den medizinhistorischen Aspekten von Verhütung und Abtreibung, nach Geburtshilfe und Hebammenwesen und schliesslich nach der Rolle von ZeugInnen und MittäterInnen im Laufe der Frühen Neuzeit eine Rolle. |
Literatur | Dülmen, Richard van: Frauen vor Gericht. Kindsmord in der Frühen Neuzeit, Frankfurt/M 1991. |
Teilnahmevoraussetzungen | Anmeldung über http://www.isis.unibas.ch (ab 27.6. bis 14.9.2007 möglich) ist obligatorisch. Die maximale Teilnehmerzahl ist 36. Bachelor- und Lizentiatsstudierende der Geschichte mit abgeschlossener Grund- oder Proseminarstufe, Masterstudierende der Geschichte, Studierende der Geschlechterforschung mit vergleichbaren Vorkenntnissen, Studierende anderer Studienfächer nach Rücksprache mit dem/der Dozierenden. |
Anmeldung zur Lehrveranstaltung | Anmeldung über http://www.isis.unibas.ch (ab 27.6. bis 14.9.2007 möglich) ist obligatorisch. |
Unterrichtssprache | Deutsch |
Einsatz digitaler Medien | kein spezifischer Einsatz |
Intervall | Wochentag | Zeit | Raum |
---|
Keine Einzeltermine verfügbar, bitte informieren Sie sich direkt bei den Dozierenden.
Module |
Aufbaumodul Frühe Neuzeit (Bachelor Studienfach: Geschichte) Modul Ereignisse, Prozesse, Zusammenhänge (Master Studienfach: Geschichte) Modul Frühe Neuzeit (Master Studienfach: Geschichte) Modul Kommunikation und Vermittlung historischer Erkenntnisse (Master Studienfach: Geschichte) Modul Kultur und Symbolische Ordnung (Master Studienfach: Geschlechterforschung) Modul Methoden und Diskurse historischer Forschung (Master Studienfach: Geschichte) Modul Themenfelder der Geschlechterforschung (Bachelor Studienfach: Geschlechterforschung) Vertiefungsmodul (Transfakultäre Querschnittsprogramme im freien Kreditpunkte-Bereich) |
Prüfung | Lehrveranst.-begleitend |
Hinweise zur Prüfung | Aktive Teilnahme; Referat bzw. Protokoll. |
An-/Abmeldung zur Prüfung | Anmelden: Belegen; Abmelden: nicht erforderlich |
Wiederholungsprüfung | keine Wiederholungsprüfung |
Skala | Pass / Fail |
Belegen bei Nichtbestehen | nicht wiederholbar |
Zuständige Fakultät | Philosophisch-Historische Fakultät, studadmin-philhist@unibas.ch |
Anbietende Organisationseinheit | Historisches Seminar |