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79551-01 - Seminar: Dieter Roth: Schöne Scheisse (3 CP)

Semester fall semester 2026
Course frequency Once only
Lecturers Larissa Dätwyler (larissa.daetwyler@unibas.ch, Assessor)
Content
"- Ichbla willbla wasbla ichbla willbla!
- Blawer blawill bada blawas?
- Ichbla willbla dabla wasbla!
Blawas blawill blader blader blada blawas blawill?
- Derbla derbla dabla wasbla willbal derbla willbla
wasbla erbla willbla!"

(in: Dieter Roth (1930-1998), Frühe Schriften und typische Scheiße, ausgewählt und mit einem Haufen Teilverdautes von O. Wiener, Luchterhand 1973, o. S.)


Das zitierte Gedicht ist programmatisch für Dieter Roths (1930-1998) Gesamtwerk: Masslose Ansprüche und unkontrolliertes Wollen treffen auf vermeintlich nichtssagende oder herabwertende Äusserungen, die den Sinn des soeben Gesetzten sogleich wieder infrage stellen. Roth hat die Kunst der Extreme, der Gegensätze und Widersprüche, die alles und nichts zugleich bedeuten, nicht nur in Künstlerbüchern und Texten untersucht, sondern auch in zahlreichen weiteren Medien: von Malerei und Zeichnung zu skulpturalen Werken und EatArt, über Video-Installationen und musikalischen Performances, bis hin zu fotografischen oder dokumentarischen Sammlungen von Abfall und übersehenen Resten des Alltags. Die schonungslose Befragung seiner selbst ist hierbei die einzige inhaltliche Konstante, die sich als formbares Etwas äussert, das wiederholt der Selbstzerstörung ausgesetzt ist. Im Seminar nähern wir uns dieser Konstante (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) mittels detaillierter Werkanalysen (auch vor Ort im Schaulager) und Lektüren über drei thematische Schwerpunkte:

1. Kunst und Leben: Wie äussert sich die Verschmelzung von Kunstproduktion und Lebensalltag im Werk von Dieter Roth und wie deuten wir diese auch vor dem Hintergrund von moralischen Fragestellungen?
2. Kooperation und Isolation: Roth hat über diverse künstlerische Kollaborationen (u. a. mit Ingrid Wiener, Arnulf Rainer, Dorothy Iannone) und Freundschaften die Nähe zu zeitgenössischen Bewegungen wie dem Wiener Aktionismus gesucht, ohne sich eindeutig zuordnen zu wollen. Stattdessen suchte er immer wieder die Isolation von der Umwelt und den Ansprüchen der Gesellschaft, indem er sich in seine Ateliers (u. a. in Basel, Island oder Hamburg) zurückzog; Rückzüge, die des Öfteren von depressiven Abstürzen und gesundheitlichen Krisen begleitet waren, die Roth wiederum in seinen Werken verhandelte und damit auch an die Betrachter*innen überantwortete. Wie können wir uns solchen Gegensätzen aus kunsthistorischer Perspektive nähern, ohne die Werke einer psychologisierenden Deutung zu unterziehen?
3. Kunsthistorischer Kanon und Kunsturteil: Roths Oeuvre setzt tradierte Kategorien und Werte des ästhetischen Geschmacks und Kunsturteils bewusst aus, ironisiert, verkehrt oder übertreibt diese. Zu kunsthistorischen Vorgängern und Kollegen wie Duchamp oder Beuys hat er ein zwiespältiges Verhältnis, das er explizit über Affekte wie Neid und Scham beschreibt. Dies bietet uns wiederum die Gelegenheit, Roths Arbeiten im kunsthistorischen Kontext einzuordnen und Überschneidungen wie auch signifikante Unterschiede zu entdecken.

Bibliography Die Lektüreliste wird zu Beginn der Lehrveranstaltung bekannt gegeben.
Comments Wir werden einen Teil der Lehrveranstaltung u.a. im Schaulager verbringen. Bitte Anreiseweg in Planung einberechnen.

 

Admission requirements Für den Besuch der Seminare sollte das Grundstudium abgeschlossen sein.
Course application Beschränkte Teilnehmer*innenzahl. Belegen über Online Services (services.unibas.ch) notwendig.
Language of instruction German
Use of digital media No specific media used

 

Interval Weekday Time Room
wöchentlich Thursday 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131

Dates

Date Time Room
Thursday 17.09.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 24.09.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 01.10.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 08.10.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 15.10.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 22.10.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 29.10.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 05.11.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 12.11.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 19.11.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 26.11.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 03.12.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 10.12.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Thursday 17.12.2026 10.15-12.00 Kunstgeschichte, Seminarraum 1. Stock 131
Modules Modul: Arbeit vor Originalen (Bachelor's degree subject: Art History)
Modul: Moderne / Gegenwart (Bachelor's degree subject: Art History)
Modul: Profil: Moderne (Master's degree program: Art History and Image Theory)
Modul: Werk und Kontext (Master's degree program: Art History and Image Theory)
Modul: Werk und Kontext (Master's degree subject: Art History)
Assessment format continuous assessment
Assessment details Regelmässige Teilnahme, mündliche Beteiligung und vorbereitende Lektüre; Referate oder Essays.
Assessment registration/deregistration Reg.: course registration; dereg.: not required
Repeat examination no repeat examination
Scale Pass / Fail
Repeated registration no repetition
Responsible faculty Faculty of Humanities and Social Sciences, studadmin-philhist@unibas.ch
Offered by Fachbereich Kunstgeschichte

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