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| Semester | fall semester 2026 |
| Course frequency | Once only |
| Lecturers | Julian Genner (julian.genner@unibas.ch, Assessor) |
| Content | Die ethnografische Forschung lebt von der Nähe der forschenden Person zu „ihrem“ Feld. Diese Nähe hat der Ethnografie stets den Vorwurf mangelnder Objektivität und Wissenschaftlichkeit eingebracht. Doch auch innerhalb des Fachs mahnen Stimmen vor zu grosser emotionaler Nähe und vor zu starker Identifikation mit dem Feld. Beides gefährde den wissenschaftlichen Wert ethnografischer Analysen und unterminiere die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Zugleich erfreuen sich ausgerechnet Ethnografien, die das zulässige Mass an emotionaler Nähe überschreiten, grosser Beliebtheit – auch über die Fachgrenzen hinaus. Während die etablierte Methodenliteratur den ethnografischen Forschungsprozess nach wie vor als Pendeln zwischen emotionaler Nähe und kritischer Distanz begreift, zielt das Seminar auf eine vertiefte Auseinandersetzung mit Emotionen in der ethnografischen Forschung: Was bedeutet eigentlich emotionale Nähe und um welche Emotionen geht es? Was haben die Emotionen der forschenden Person mit dem Feld zu tun? Wie lassen sich Emotionen im Forschungsprozess nutzen und kann man wissenschaftlich über Emotionen schreiben, und wenn ja, was bedeutet „wissenschaftlich“? Das Seminar befasst sich mit der vielfältigen Rolle von Emotionen in der Ethnografie, seien es die Angst vor und die Lust auf das Feld, Intimität und Sexualität, Schuld und Scham, Loyalität und Abneigung, Gefühlsregeln und -verbote oder vergeschlechtlichte Emotionen. |
| Learning objectives | Die Studierenden - können ein Wissenschaftsideal, das emotionslose Nüchternheit zum Massstab erhebt, kritisch hinterfragen - vertiefen ihre methodischen, methodologishcen und theoretischen Kompetenzen im Bereich der Ethnografie - lernen kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Emotionen und Emotionspraktiken kennen |
| Bibliography | Behar, Ruth (1996). The Vulnerable Observer : Anthropology That Breaks Your Heart. Boston, Mass: Beacon Press. Davies, James / Dimitrina Spencer (2010). Emotions in the Field. The Psychology and Anthropology of Fieldwork Experience. Stanford, Calif: Stanford University Press. https://doi.org/10.1515/9780804774260. Hänni, Anna (2025). It Takes More Than One To Hold Complexity. Irritation and Collective Reflexivity in Ethnographic Research. Swiss Journal of Sociocultural Anthropology 31 (1): 87-102. https://doi.org/10.36950/sjsca.2025.31.10364. Hegner, Victoria (2013). Vom Feld verführt. Methodische Gradwanderungen in der Ethnografie. Forum Qualitative Sozialforschung Forum: Qualitative Social Research, 14(3). https://doi.org/10.17169/fqs-14.3.1957 Kuhn, Ina (2022). Sex zwischen Teilnahme und Beobachtung: „Forschst du noch oder geht da was?“ (2022) In: Manuel Bolz, Manuel et al. (Hg.). Anthropology of Sex, Gender and Bodies. Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Alltägliches. Hamburger Journal für Kulturanthropologie (HJK), Nr. 15. Hamburg: https://journals.sub.uni-hamburg.de/index.php/hjk/. McLean, Athena / Anette Leibing (2007). The Shadow Side of Fieldwork. Exploring the Blurred Borders between Ethnography and Life, Malden, Massachusetts 2007. Wacquant, Loïc (2005). Carnal Connections. On Embodiment, Apprenticeship, and Membership. Qualitative Sociology 28/4, S. 445-474. |
| Admission requirements | Grundstudium abgeschlossen Die Teilnehmenden werden nach Fachrichtung, Studiengang und in der Reihenfolge ihrer Anmeldung auf die Liste gesetzt. Wer im Rahmen von Auslandaufenthalten und von Austauschprogrammen in Basel studiert wird unabhängig vom Listenplatz immer aufgenommen. Wer in der ersten Sitzung unentschuldigt fehlt, kann die Lehrveranstaltung nicht besuchen. Pro Lehrveranstaltung mit zwei Semesterwochenstunden sind maximal zwei entschuldigte Absenzen möglich. Siehe Merkblatt zum Umgang mit Absenzen und Sonderregelungen: https://kulturwissenschaft.philhist.unibas.ch/fileadmin/user_upload/kulturwissenschaft/Dokumente/Studium/Merkblaetter_allgemein/B_absenzen-sonderregelungen_24-01.pdf. |
| Course application | Anmelden bei: julian.genner@unibas.ch; Belegen auf services.unibas.ch |
| Language of instruction | German |
| Use of digital media | No specific media used |
| Interval | Weekday | Time | Room |
|---|
No dates available. Please contact the lecturer.
| Modules |
Modul: Methoden und Felder der Kulturanthropologie (Bachelor's degree subject: Cultural Anthropology) Modul: Research Lab Kulturanthropologie (Master's degree subject: Cultural Anthropology) Module: Bodies, Objects, Circulation (Master's degree program: Changing Societies) Module: Empirical Methods for Gender Studies (Bachelor's degree subject: Gender Studies) Module: Methods of Social Anthropology (Bachelor's degree subject: Social Anthropology) Module: Research Skills (Master's degree program: African Studies) Module: Theory and Themes of Social Anthropology (Master's degree subject: Social Anthropology) |
| Assessment format | continuous assessment |
| Assessment details | Regelmässige und aktive Teilnahme. Erbringen der Leistungen im vereinbarten Zeitrahmen. |
| Assessment registration/deregistration | Reg.: course registration; dereg.: not required |
| Repeat examination | no repeat examination |
| Scale | Pass / Fail |
| Repeated registration | no repetition |
| Responsible faculty | Faculty of Humanities and Social Sciences, studadmin-philhist@unibas.ch |
| Offered by | Fachbereich Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie |