Add to watchlist
Back to selection

 

80557-01 - Seminar: Einführung in Wahrheitstheorien des 19. und 20. Jahrhunderts (3 CP)

Semester fall semester 2026
Course frequency Once only
Lecturers
Content Was ist Wahrheit? Klassischerweise konkurrieren Korrespondenz- und Kohärenztheorien um einen angemessenen Begriff der Wahrheit. Korrespondenztheoretikerinnen halten Wahrheit für die Übereinstimmung des Denkens mit dem Sein, Kohärenztheoretiker halten Wahrheit für die Übereinstimmung des Denkens mit sich selbst. Aber die klassischen Korrespondenz- und Kohärenztheorien von Wahrheit können zwei bedeutenden Merkmalen des Begriffs der Wahrheit nur schwer Rechnung tragen: I) Ein wahrer Gedanke und die ihm entsprechende Tatsache lauten genau gleich: Wahr ist, dass der Herbst begonnen hat, dann und nur dann, wenn der Herbst begonnen hat. II) Das Prädikat wahr ist redundant: Dass der Herbst begonnen hat, ist wahr, heisst nichts anderes als, dass der Herbst begonnen hat.
Die jüngere Philosophiegeschichte divergiert in Bezug auf die Frage nach der Wahrheit weiter: Die sprachanalytische Philosophie untersucht Wahrheit durch die logische Analyse von Sätzen, die Wahrheit von etwas aussagen (Frege, Ramsey, Tarski). Der Pragmatismus hält Wahrheit für das, worauf sich alle, die forschen, letztlich einigen (Pierce). Die Phänomenologie weist propositionales Denken als Träger von Wahrheit zurück. Stattdessen sei Wahrheit Evidenz (Husserl) – oder sich in der Unverborgenheit lichtendes Sein (Heidegger). Die Postmoderne schliesslich wittert in jedem Anspruch auf Wahrheit verborgene Lüste nach Macht (Nietzsche, Foucault).
Im Seminar gehen wir einführend durch die klassischen Wahrheitstheorien hindurch, widmen uns ihren ungelösten Problemen und besprechen dann in vier Blöcken 1. sprachanalytische, 2. pragmatistische, 3. phänomenologische Wahrheitsbegriffe und 4. die postmoderne Kritik am Wahrheitsanspruch. Dabei sollen insbesondere folgende Fragen leitend sein: Gibt es einen Träger von Wahrheit (Urteile, Sätze oder gar Kunstwerke)? Ist Wahrheit eine Übereinstimmung (von Denken und Sein, von Denken mit sich)?
Bibliography wird auf Adam zur Verfügung gestellt

 

Admission requirements Nur für Studierende, die die Grundkurse Theoretische Philosophie und Logische Propädeutik oder vergleichbare Kenntnisse in der Theoretischen Philosophie und der Logischen Propädeutik vorweisen können.

Language of instruction German
Use of digital media No specific media used
Course auditors welcome

 

Interval Weekday Time Room

No dates available. Please contact the lecturer.

Modules Modul: Klassiker der Theoretischen Philosophie (Bachelor's degree subject: Philosophy)
Module: Theoretical Philosophy (Master's degree subject: Philosophy)
Assessment format continuous assessment
Assessment details Ausführliches Protokoll einer Sitzung (1-3 Seiten)
Assessment registration/deregistration Reg.: course registration; dereg.: not required
Repeat examination no repeat examination
Scale Pass / Fail
Repeated registration no repetition
Responsible faculty Faculty of Humanities and Social Sciences, studadmin-philhist@unibas.ch
Offered by Fachbereich Philosophie

Back to selection